Weltweit Lernen auf den United World Colleges
"Gelebte Toleranz" ist das Motto der weltweiten Organisation "United World College" (UWC). Mittlerweile gibt es zwölf dieser Einrichtungen - unter anderem in Hongkong, Italien, Swasiland oder Wales. Auf den United World Colleges können geeigenete Schüler aus der ganzen Welt die letzten zwei Schuljahre vor dem Abitur verbringen und das international anerkannte International Baccalaureate (IB) erwerben, das bei bestimmter Fächerwohl auch dem deutschen Abitur gleichwertig ist.
Neben den "normalen" Lehrinhalten steht vor allem die Entwicklung sozialer Kompetenzen im Vordergrund. Dazu gehören auch die sogenannten "services", die neben Bio oder Mathe auf dem Stundenplan stehen. Hierzu zählt z.B. Hausaufgabenhilfe, die Betreuung von Kindern im Waisenhaus oder das Helfen im Altenheim.
Neben den "services" und dem Unterricht gibt es auch noch vielfältige "projects", die für Begeisterung sorgen: So kann man z.B. die Reisterrassen der Philippinen besuchen, sich eine Elefantenschule anschauen, in Thailand tauchen - und das alles selbständig.
An den Colleges, an denen in den letzten fast 40 Jahren über 25000 Schüler aus mehr als 120 Nationen ihren Abschluß gemacht haben, ist Englisch die Umgangssprache. Dies sollte jedoch niemanden davon abhalten sich zu bewerben, da dies für den Großteil der anderen Schüler auch neu ist.
Bewerben können sich Schüler und Schülerinnen, die 15 oder 16 Jahre alt sind. Nach einem Wochenende voller Interviews, Referate und Tests entscheidet eine Jury darüber, wer tatsächlich an einem UWC seine Schullaufbahn beendet. Bei der Auswahl wird neben dem Notenbild vor allem auf die Persönlichkeit des Bewerbers geachtet. Einige der Aspekte sind hierbei Engagement im sozialen, kulturellem oder sportlichen Bereich, Interesse an anderen Menschen und Kulturen, Aufgeschlossenheit, Kooperationsfähigkeit und Zielstrebigkeit.
Trotz den Kosten von durchschnittlich 40000 Euro für die zwei Jahre versteht sich die Organisation nicht als elitärer Verein. Die Kostenbeteiligung der Eltern richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten. Wenn nötig, bekommt der Bewerber ein Vollstipendium. Dadurch war es bis jetzt möglich, dass allen ausgewählten Bewerber der Aufenthalt auch tatsächlich möglich war.