Aktive Pause
Die Hamburger Schulbehörde hat 1995 das Projekt "Aktive Pause" ins Leben gerufen, um die zunehmenden Bewegungsdefizite der Kinder auszugleichen. Das erfolgreiche Konzept hat der Sportpädagoge Holger Laurisch als Fortbildungsveranstaltung in vielen hundert Schulen vorgestellt. Aktive Pausen regen die Fantasie an und motivieren alle Altersgruppen zur Bewegung. Spielerisch werden so Geschicklichkeit und Konzentration, Leistungsfähigkeit und Sozialverhalten gefördert. Aktive Pausen unterstützen die körperlich-geistige Entwicklung über den Schulalltag hinaus: Die Kinder sind fröhlicher, ausgeglichener und haben mehr Freude am Lernen.
Durch die Verfügbarkeit neu entwickelten Sportgeräts bekommt diese Entwicklung jetzt neuen Schwung. So setzt der Hamburger Anbieter der "Aktiven Pause", Jörg-Peter Warnken, unter anderem ein dreirädriges Funsportgerät ein, das exotisch anmutet: Auf den ersten Blick sieht das "Trikke" zwar dem guten alten Tretroller ähnlich, ist diesem aber konzeptionell weit überlegen. Denn mit dem Spaßmobil verbrennen Kinder (bzw. Erwachsene) spielend doppelt so viele Kalorien wie mit anderen Sportgeräten. Den Grund für die überraschend guten Trainingseffekte haben Wissenschaftler der Universitäten in Amsterdam und Den Haag herausgefunden: Die Geräte aktivieren gleichzeitig große Teile des Bewegungsapparates, da mit vollem Körpereinsatz "geswingt" wird. Beide Füße stehen fest und sicher auf dem Gefährt, in den Händen der Lenker mit dem Bremshebel. Durch abwechselnde Gewichtsverlagerung lassen mit dem erzeugten Schwung S-förmige Bahnen wie beim Skifahren ziehen. Selbst auf engen Schulhöfen ist dafür ausreichend Platz.
Wie nötig die Maßnahmen sind, belegt die aktuelle Studie "LBS- Kinderbarometer Deutschland 2007". Das PROSOZ ProKids-Institut befragte bundesweit 6200 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren. Demnach fühlt sich jedes vierte Kind häufig krank, schlecht ernährt und treibt wenig Sport. Für die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Anlass für eine Sachverständigenkommission, die im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzberichtes bis Ende 2008 Vorschläge zur Gesundheitsprävention- und förderung unterbreiten soll. Dass Kinder mehr Bewegung benötigen und immer häufiger unter Übergewicht leiden, hat man indes schon vor Jahren erkannt, wie die Kampagne "Kinderleicht" beweist.
Interessierte Schulen und Eltern finden im Internet weitere Informationen unter