AMOK
Dokumentar-Spielfilm
Bei der Premiere am 12. September in Osnabrück erntete das Filmteam übrigens stehende Ovationen und durchweg positive Kritiken. „Ein beklemmender Blick in die verletzte Seele eines Serienmörders!“, titelte die Zeitung „Die Glocke“. Der WDR sagte in seinen TV- und Radiobeiträgen, dass es schwer sei „100 Schüler eine Stunde lang still auf Kinositzen zu halten,... „Amok“ hat das hinbekommen.“ und ergänzte, dass bei den Arbeiten an „Amok“ zum Schluss ein düsterer aber auch emotionaler Film herausgekommen sei!“.
Nachdem bereits 2004 die ersten Drehbuchentwürfe entstanden, ließ der Amoklauf in Emsdetten die Arbeit nur kurz stoppen. „Wir sind in der Nachbarschaft von Emsdetten ansässig. Das war sicherlich ein Grund für die Pause.“, erzählt Produzent Andy Besirov. „Aber da wir vor diesem tragischen Fall unseren Film „Amok“ nicht angekündigt hatten, hätte man uns eventuell falsche Vorwürfe gemacht.“, fügt Detlef Muckel hinzu. Falsche Vorwürfe, die aber zu keiner Zeit begründet waren. Denn in keinster Weise soll in dem Dokumentar-Spielfilm der Amoklauf aus Emsdetten oder ein anderer Amoklauf nachgestellt werden.
„Es war zwar nicht von vornherein klar welche Amokläufe im Film behandelt werden. Es stand für uns aber immer fest, dass kein Amokläufer mit Namen, in Bild oder Video vorkommen soll. Kein Amokläufer erhält in unserem Film eine Plattform um den Eindruck zu erwecken, ein Amoklauf macht einen zum Märtyrer!“, so Detlef Muckel und Andy Besirov. Die Spielfilmszenen wurden komplett fiktiv in Szene gesetzt und zeigen einen Amoklauf, wie er überall und jederzeit stattfinden könnte.
In emotionalen Interviews kommen Menschen zu Wort, die selber Opfer eines Amoklaufes wurden oder Menschen durch eine solche tat verloren haben. Ergänzt werden diese Gespräche durch Aussagen von kriminalpsychologischen, pädagogischen und medientechnischen Fachleuten. Diese Mischung aus Dokumentation und Spielfilm, deswegen auch Dokumentar-Spielfilm, schafft es, dass im Anschluss an den Film nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen wird. „Wir können keine allgemeingültige Lösung für diese Probleme liefern, wer hat die schon. Viel wichtiger ist es, dass über dieses Thema geredet wird, denn nur so kann etwas bewegt werden!“, so Muckel und Besirov.
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