Philharmonie for Kids
Im Juni 2004 wurde das größte Konzerthaus des Ruhrgebiets eröffnet. Seitdem konnte sich die Philharmonie Essen weit über die Stadtgrenze hinaus als eine der wichtigsten Institutionen für Musik in Deutschland etablieren. Bereits die erste Spielzeit hat mit Aufsehen erregenden Konzerten und nicht zuletzt dem Schönberg-Festival-Ruhr entscheidende Akzente gesetzt, und auch die Vielseitigkeit des aktuellen Konzertangebots scheint keine Grenzen zu kennen:
So wird die Reihe der "Big Five" fortgesetzt, eine Konzertreihe, in der sich die fünf bedeutendsten und besten amerikanischen Orchester mit ihren weltbekannten Dirigenten in Essen präsentieren. In der Spielzeit 2006/2007 wird das Cleveland Orchestra unter der Leitung von Franz Welser-Möst im Alfried Krupp Saal zu erleben sein, zudem wird "In Residence"-Künstler Christoph Eschenbach mit dem Philadelphia Orchestra ein weiteres US-Spitzenorchester in der Philharmonie dirigieren.
Doch nicht nur die großen internationalen Orchester sind in Essen zu erleben - ein wesentlicher Schwerpunkt liegt gerade in einem so dichten Kulturraum wie dem Ruhrgebiet auf der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten. Die Bochumer Symphoniker präsentieren unter Steven Sloane eine spektakuläre Mahler-Reihe, auch die Dortmunder Philharmoniker und das Neue Orchester aus Köln ermöglichen musikalische Highlights.
Besondere Erwähnung verdienen die "Artists in Residence" wie beispielsweise Jörg Widmann, Christoph Eschenbach, das Petersen Quartett oder der großartige zeitgenössische Dirigent und Komponist Mauricio Kagel. Dass die Philharmonie Essen außerdem als bisher einziges Konzerthaus Deutschlands internationale Jazzgrößen wie Uri Caine, Carla Bley oder Joachim Kühn als "Artist in Residence" fest in ihr Programm einbezieht, zeigt, wie sehr alle Musiksparten ihren Platz im Programm erhalten. Die Residency in Essen räumt den Künstlern Spielräume für eigene Kompositionen und ungewöhnliche Projekte ein, freut sich Carla Bley in einem Interview: "Die Arbeitsbedingungen sind perfekt. Intendant Michael Kaufmann ist dabei, etwas ganz Großes auf die Beine zu stellen, weil er den Mut zum Unkonventionellen hat." (Kölner Stadtanzeiger, 18.7.2006) Auch über ihre Zeit als "In Residence-Artist" hinaus bleiben die Künstler dem Haus verbunden und ermöglichen außergewöhnliche und exklusive Konzerterlebnisse, indem sie weitere Ikonen, wie z.B. Ornette Colemann einladen.
Besonders am Herzen liegt der Philharmonie Essen das junge Publikum: Moderierte Konzerte für Kinder laden zu einer phantasievollen und spielerischen Annäherung an die Welt der Musik ein, das Salzburger Marionettentheater bringt Mozartopern als Puppenspiel auf die Bühne und ein experimentelles und kreatives Weihnachtsliederprogramm im Dezember erwartet die jungen Gäste. Das Jugend-Abo "Von Liebe, Eros und Höllenfahrt" bietet in sieben Konzerten einen vielseitigen und anregenden Einblick in die Vielfalt der musikalischen Ausdrucksformen. Auch das Bigband & Jazz-Abo "Visionaries and Dreams" bietet jungen Hörern sensationelle Klangerlebnisse. Seit Juli 2006 ist unter www.philharmonieforkids.de die Kinderseite der Essener Philharmonie online, die jede Menge Wissenswertes und Unterhaltsames rund um das Konzerthaus und die Musik bereithält.
Die Bedeutung von Musik für die soziale und intellektuelle Entwicklung von Kindern ist Motor für das Projekt "Herbartschule und Philharmonie", einem Teil des Modellprojekts "ReSonanz & AkzepTanz", das in Kooperation mit dem Mozarteum Salzburg steht. Kerngedanke ist die Förderung von sozial benachteiligten Kindern im Essener Stadtteil Katernberg mit den Mitteln von Musik und Tanz. Die Schüleraufführung "Guni Ba Gu" im Mai 2006 bot beeindruckende Impressionen der Bandbreite kindlichen Ausdrucks, der sich im Rahmen dieses zukunftweisenden Projekts entfalten konnte.
Das Haus verfügt über optimale Bedingungen für Konzertveranstaltungen jeder Sparte: Das Ergebnis der zweijährigen Umbauphase ist ein Konzertsaal, der über 1906 Plätze und eine brillante Akustik verfügt. Bereits 1864 wurde mit dem Bau des Stadtgartensaals der Grundstein für eine wechselvolle Geschichte gelegt. 1904 entstand der Saalbau an gleicher Stelle und damit begann eine neue Ära für die Essener Musikszene, die sich bis heute fortsetzt: Kein geringerer als Richard Strauss dirigierte das städtische Orchester und den Chor des Essener Musikvereins und brachte dabei eigene Werke zur Aufführung. Weitere berühmte Dirigenten und Komponisten wie Gustav Mahler oder Max Reger beehrten regelmäßig den Saalbau und kürten damit Essen zu einer Hochburg musikalischen Schaffens in der Ruhr-Region. Die Uraufführung der 6. Sinfonie Gustav Mahlers 1906 unter dem Dirigat des Komponisten, die im Jahr 2006 ihr 100jähriges Jubiläum feiert, wurde ein weiterer großartiger Höhepunkt. An diese lebendige Musiktradition knüpft das Musikfest Essen an, das den Auftakt der Spielzeit 2006/2007 markiert.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der fast völlig zerstörte Bau wieder errichtet und schließlich von 2002 bis 2004 komplett renoviert und so zur Philharmonie Essen: Letztlich ein Zeichen der Verbundenheit der Essener Bürger mit diesem Haus, denn nur mit ihrer Initiative und Unterstützung konnte ein Konzerthaus dieser Größenordnung entstehen. Daher richtet sich das facettenreiche Konzertangebot auch an Liebhaber von Pop- und Unterhaltungsmusik, sowie Kabarett. Spektakuläre Veranstaltungen mit Annett Louisian, Harald Schmidt und Helge Schneider erweitern das Spektrum des Hauses.
Auch wenn die Musik in der Philharmonie Essen die große Hauptrolle spielt: Die großzügigen Räumlichkeiten bieten darüber hinaus hervorragende Bedingungen für Kongressveranstaltungen und Symposien jeglicher Art. Institutionen wie das Kulturwissenschaftliche Institut, die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft und die National-Bank AG verlegen gerne Versammlungen und Vorträge in die freundlichen und repräsentativen Räumlichkeiten an der Huyssenallee.
Weitere Informationen gibt es unter