Projekt „Schalker Gespräche“
       
 
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Projekt „Schalker Gespräche“

Grundsätzliches:

Das Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe in Gelsenkirchen ist eine Schule für berufstätige Erwachsene (Studierende). Seit annähernd sechzig Jahren bereiten wir Erwachsene auf ein Studium vor. Am Abendgymnasium und am Kolleg kann man die Schulabschlüsse Abitur und Fachhochschulreife erreichen. Wir begleiten unsere Studierenden unter der Leitlinie der Kooperation und möchten über die Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen im Fachunterricht hinaus auch außerunterrichtlich Kompetenzen vermitteln, um so das Bewusstsein wecken, dass Bildung innerhalb und außerhalb des Schulunterrichts geschehen muss. Der Schulalltag wird von einem erwachsenengemäßen Umgang miteinander geprägt. Ihn kennzeichnen insbesondere Toleranz gegenüber verschiedenen Ethnien und Kulturen, Solidarität und kooperative Entscheidungsfindung.

Verfahrenskonzept „Schalker Gespräche“:

Bei den „Schalker Gesprächen“ handelt es sich um ein im Jahr 2004 initiiertes Projekt des fachübergreifenden Gesprächs und gedanklichen Austauschs mit Zeitzeugen. Es handelt sich dabei um ein Konzept, in dem es um die Reaktivierung des menschlichen Gedächtnisses geht und dass auf einem didaktischen Konzept beruht, welches den biographischen Ansatz und die Bildung eines Geschichtsbewusstseins geschickt verbindet. Mitmenschen, die vornehmlich aus dem Ruhrgebiet stammen, hier arbeiten oder eine besondere Beziehung oder Affinität zu unserer Region haben, berichten als Experten aus ihrem Arbeitsleben in Politik, Wissenschaft, Kultur, Universitäten, Kirchen und Wirtschaftsunternehmen und bieten unseren Studierenden darüber hinaus fachliche Informationen an. „Zeitzeuge“ wird in diesem Projekt übergreifend verstanden und bedeutet somit interessant und perspektivisch über das eigene Leben, die eigene Tätigkeit und den eigenen Arbeitsalltag zu berichten, den wir als eingebettet in die Zeitgeschichte verstehen. Die Zeitzeugen stehen also im Unterricht als Autorität für die Praxis zur Verfügung. Selbstverständlich wird stets eine sachorientierte bzw. fachliche Bindung an den jeweiligen Schulunterricht (v.a. die Fächer Geschichte/Sozialwissenschaften, Philosophie, Kunst und Biologie) hergestellt, so dass die Einladungen der Experten immer aus Fragen des Unterrichts erwachsen.

Ein weiteres innovatives Leitmotiv ist – entgegen den alltäglichen Gepflogenheiten des Unterrichtens nach Lehrplan und Stundentafel – die gemeinsame Planung, Durchführung und Reflexion/Nachbereitung der Zeitzeugengespräche mit den Studierenden. Die Vorlieben und Wünsche der Studierenden müssen demnach abgefragt und bei der Einladung der Experten berücksichtigt werden. Die Veranstaltungen stehen grundsätzlich allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen und befördern somit die Öffnung von Schule.

Es findet im Fachunterricht eine Absprache über die Ziele und die Durchführung der Befragung und die Ausarbeitung von Fragen für das jeweilige Gespräch statt, das entweder direkt in der Schule oder auch an anderen Orten z. B. in einem Unternehmen, einer Universität oder einer sonstigen Institution stattfindet.

Bei der Durchführung der Befragung muss eine spätere Präsentation der Ergebnisse im Vorfeld bereits mitbedacht werden (z. B. durch Fotos, Videorecorder, Mitschriften), ansonsten richtet sich das Verfahren für die Durchführung nach den jeweils vorhandenen Gegebenheiten, wobei die Gesprächsatmosphäre und das Setting des Gesprächs dabei besonders zu berücksichtigen sind.
 
Die Auswertung orientiert sich an den Sachinformationen. Die Ergebnisse werden im Plenum kritisch diskutiert und nachbereitet und anschließend präsentiert, z.B. in Form einer Dokumentation für die Website der Schule. Auch kleine Ausstellungen in der Schule oder  Beiträge in der Tageszeitung (z.B. auch im Rahmen des ZEUS-Projektes) decken Formen der Präsentationen ab.

Didaktisch-methodisch-bildungstheoretisches Konzept:

Wir verfolgen mit den Zeitzeugengesprächen das Ziel die Schulentwicklung nachhaltig zu befördern. Unsere Studierenden müssen vor, während und nach den Gesprächen „Köpfchen haben und „Köpfchen zeigen“. Ergebnisse vieler Studien zur kulturellen Bildung junger Menschen zeigen, dass in diesem Bereich auch bei jungen Erwachsenen ein sehr großer Handlungsbedarf besteht. Der Einfluss von Expertenwissen auf unser Leben und Zusammenleben ist kaum zu überschätzen. Experten und ihre Meinungen sind allgegenwärtig. Gerade in den Zeiten des medialen Globalismus und des Internets ist eine kritisch-kulturelle Bildung heute vielfach eben auch Kontrast zur uneingeschränkten Medienbildung.

Wir berufen uns mit dem Projekt auf einen basalen Bildungsbegriff mit kulturellen und fachlich-beruflichen Inhalten und Aspekten, die noch in der face to face-Begegnung und nicht nur im virtuellen Raum stattfinden sollen. Gerade der zwischenmenschliche Kontakt und der Diskurs mit „realen“ Zeitzeugen wird mit diesem Projekt befördert. Dem Projekt „Schalker Gespräche“ geht es um die Ausgestaltung fundamentaler Schlüsselkompetenzen wie Wahrnehmungs-, Sprach- und Kommunikationsfertigkeiten und Kritikfähigkeit. Diese Kompetenzen sind angesichts des aktuellen Wandels für einen Diskurs in der Gesellschaft unerlässlich und sehr bedeutsam. Um zu lernen, muss ich aber zuhören können, erst dann kann ein gleichberechtigter und kritischer Austausch von Meinungen und Argumenten geschehen. Die kommunikativen Schlüsselkompetenzen werden bei den „Schalker Gespräche“ daher sowohl rezeptiv als auch produktiv geschult, d. h. es geht nicht nur darum, mit den gewonnenen Information aus den Expertengesprächen umgehen zu können, sondern auch um die Entwicklung eigener gestalterischer und weiterführender produktiver Fähigkeiten auf der Grundlage des Wahrgenommenen.

Speziell durch Zeitzeugengespräche und durch die Impulse von Mitmenschen, die während ihrer Lebensgeschichte besondere Umstände erlebt haben, wird die Vermittlung und Anwendung neuer fachlicher und kritischer Ausdrucksformen möglich. Die Gespräche zeichnen sich deshalb auch durch eine gewisse Interdisziplinarität aus, denn die Zeitzeugen dienen als breit gefächerte Vermittler von Berufserfahrung, Fachwissen, Kultur und Bildungskompetenz.

Die »Schalker Gespräche« werden gefördert durch das GELSENWASSER Schulprojekt und partnerfuerschule.nrw

Weitere Informationen über unsere Schule findet man unter

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Seit 75 Jahren beliefert Georg H. Knickmann e. K. öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Universitäten, Altenheime, Kirchen, Behörden und Unternehmen der privaten Wirtschaft mit hochwertigen Möbeln.

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