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McKinsey präsentiert Vier-Punkte-Plan zur Bildungsreform in Deutschland
Unternehmensberatung stellt auf Bildungskongress Berechnungsmodell vor
Berlin – Mehr Investitionen in die frühkindliche Bildung, Qualitätstests in Schulen, mehr Autonomie für Bildungsinstitutionen und ein Investitionsprogramm für die Hochschulen, das z.T. über Studiengebühren finanziert wird – das sind die zentralen Aspekte eines Vier-Punkte-Plans von McKinsey & Company zur Bildungsreform. Der Deutschland-Chef der Unternehmensberatung, Jürgen Kluge, präsentierte die Vorschläge auf einem Bildungskongress des Unternehmens am Freitag in Berlin vor rund 400 prominenten Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft.
Früh investieren, anstatt spät reparieren
Zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung sind nach Ansicht von McKinsey vier Lösungsansätze zu verfolgen:
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Bereitstellung von 2,2 Milliarden Euro zur Schaffung von mehr Krippen- und Ganztagsplätzen: Um international übliche Versorgungsziele von 25 bzw. 50 Prozent bis 2006 zu erreichen, müssen 270.000 zusätzliche Krippenplätze und 680.000 Ganztagsplätze in Kindergärten geschaffen werden.
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Umstellung der finanziellen Förderung von Kindertagesstätten zur Förderung eines qualitativ hochwertigen und vielfältigen Angebots: Jede Kindertagesstätte, die bestimmte, einheitliche Qualitätskriterien erfüllt, sollte unabhängig von der Trägerschaft die gleiche Förderung erhalten. Dann wäre es auch für private Anbieter und Arbeitgeber attraktiv, Kindertagesstätten zu betreiben. Parallel sollte der Einfluss auf der Nachfrageseite gestärkt werden, indem die Betriebskosten zukünftig nach tatsächlich nachgefragten Plätzen gefördert werden und nicht – wie heute – nach der Anzahl der angebotenen Plätze.
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Aufwertung des Berufsstands der Erzieherinnen und Erzieher: Etwa ein Viertel der Erzieherinnen sind heute über 50 Jahre alt, in den neuen Bundesländern liegt der Anteil sogar bei knapp 40 Prozent. Die anstehende altersbedingte Fluktuation bietet gleichermaßen Gelegenheit und Notwendigkeit, die Ausbildung zu reformieren. Künftig sollten Erzieherinnen und Erzieher an der Fachhochschule zu einem Master of Education mit Schwerpunkt auf frühkindlicher Pädagogik ausgebildet werden. Entscheidend ist, die Reform der Ausbildung mit einer Reform des Berufsbildes und der Gehaltsstrukturen zu verbinden, will man genügend Interessenten finden. Für die bessere Ausbildung und eine Erhöhung der Gehälter entsteht ein zusätzlicher Finanzbedarf von etwa 1,5 Milliarden Euro jährlich.
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Gezielte Förderung von Kindern und Eltern aus sozial schwachem Umfeld: Das Bewusstsein für die Bedeutung frühkindlicher Erziehung muss insbesondere bei Eltern aus sozial schwachen Verhältnissen gestärkt werden. Vorbild kann hierfür Großbritannien sein. Hier werden Familien und Kinder zumeist aus sozialen Brennpunkten in heute über 50 Early-Excellence-Centern gezielt und gemeinsam gefördert. Mit Erfolg, wie erste Ergebnisse zeigen: So erzielten die Kinder eines solchen Centers in der Grundschule signifikant bessere Ergebnisse als der Durchschnitt – und das bei nachteiligen Startbedingungen. Eine solche Förderung für Deutschland hat ihren Preis: So würde ein Aufbau von integrierten Angeboten zur Unterstützung von 60.000 sozial schwachen Kindern mitsamt ihren Eltern nach britischem Vorbild in Deutschland etwa 400 Millionen Euro jährlich kosten.
Der Finanzbedarf des McKinsey-Reformpakets beläuft sich auf insgesamt etwas mehr als 4 Milliarden Euro. Nach dem Motto "Lieber früh investieren, anstatt spät reparieren" entspricht dies einer deutlichen Steigerung der bisherigen staatlichen Mittel um ca. 50 Prozent. Hätte man auf die Kindergelderhöhung im Jahr 1999 verzichtet, würde dieses Geld zur Verfügung stehen. Und es rechnet sich: Untersuchungen aus der Schweiz und den USA zeigen, dass diese Investitionen mit einem Faktor 3 bis 4 volkswirtschaftlich zurückfließen.
Konsequente Qualitätsmessung und -sicherung
Die punktuellen Messungen der vergleichenden Studien TIMSS und PISA reichen nach Ansicht von McKinsey nicht aus, langfristig die Qualität der Bildung in Deutschland zu verbessern. Um dies zu bewirken, schlägt McKinsey zwei Lösungsansätze vor:
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Flächendeckende und jährliche Messung von Schülerleistungen: Zur Nutzung des Wettbewerbs der Chancengleichheit auch zwischen den Bundesländern ist es erforderlich, sich zunächst länderübergreifend auf Lernziele zu einigen und die Messung gemeinsam zu konzipieren. Der KMK-Beschluss zur Festlegung nationaler Bildungsstandards weist in die richtige Richtung, geht aber nicht weit genug. McKinsey schlägt konkret vor, jährlich einheitliche Tests in den Kernfeldern Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und eine Fremdsprache für alle Schulen flächendeckend einzuführen. Eine erste Überprüfung sollte hierbei bereits in der 2. Klasse erfolgen, weitere Tests sollten in der 6. und 9. Klasse verpflichtend sein. Grob geschätzt, ergäbe sich für die vorgeschlagenen Qualitätstests ein Finanzierungsbedarf von etwa 100 Millionen Euro.
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Ergänzende Inspektionen der Schulen vor Ort: Die Messung der Schülerleistung gibt der einzelnen Schule noch keine hinreichenden Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten. Folglich sollten Schulen regelmäßig vor Ort beurteilt werden. Hier kann man vom britischen Vorbild einiges lernen: Teams von mehreren Inspektoren sind etwa eine Woche vor Ort und durchleuchten die gesamte Schule. Die Schulen werden im Minimum alle sechs Jahre inspiziert, die Ergebnisse der Inspektion stehen im Detail im Internet. Die britische Erfahrung zeigt auch: Sollen Messung und Transparenz Wirkung entfalten, so müssen Konsequenzen folgen: So entwickelt jede Schule einen Maßnahmenplan für die Behebung der Schwächen. Besonders schwache Schulen werden unter "Special Measures" gestellt – verbunden mit häufigen Kontrollen, intensiven Fördermaßnahmen etc. Bleibt dies ohne Erfolg, wird die Schule geschlossen und mit ausgetauschten Lehrern neu eröffnet: "Fresh Start". Hochrechnungen für Deutschland zeigen, dass uns ein ähnliches System etwa 600 bis 700 Millionen Euro jährlich kosten würde.
Mehr Freiräume für Bildungsinstitutionen
Deutsche Schulen sind nach Ansicht von McKinsey im internationalen Vergleich deutlich überreguliert. Infolge dieser Situation gibt es kaum Anreize zu überdurchschnittlichem Engagement. Zur Verbesserung dieser Situation schlägt die Unternehmensberatung zwei Elemente einer Lösung vor:
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Umfangreiche Delegation von Verantwortung an die Schulen: Künftig sollten die Schulen und Lehrer selbst entscheiden, mit welchen Methoden und Inhalten sie die vorgegebenen Lernziele erreichen wollen. Die Schulleitung muss Personalentscheidungen – von der Einstellung über die Personalentwicklung bis hin zur Entlohnung – eigenständig treffen können. Hierzu ist ihr Einfluss auf das Budget und eine grundlegende Anpassung der Besoldungsregeln erforderlich.
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Stärkere Leistungsanreize für Lehrer: In Neuseeland machen Bonuszahlungen etwa 42 Prozent der Vergütung aus. In Finnland beträgt der Anteil der variablen Vergütung immerhin 16 Prozent, im OECD-Schnitt 11 Prozent, in Deutschland fehlen sie fast vollständig. Boni werden hierbei durch die Schulleitung vergeben, z.B. für die Übernahme von bestimmten Managementaufgaben, den Unterricht von Schülern mit besonderen Anforderungen oder besonders gute Unterrichtsleistungen.
Bildung als Investition verstehen und Investitionen fördern
Zur Verbesserung der finanziellen Situation der deutschen Hochschulen schlägt McKinsey drei Maßnahmen vor:
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Einführung von Studiengebühren: Durch Studiengebühren beteiligt man Hochschüler, die in Form höherer Gehälter später maßgeblich vom Studium profitieren, auch an der Finanzierung der Investition Bildung. Die Studiengebühren machen aus Konsumenten Kunden, die eine Gegenleistung für ihre Zahlung verlangen. So können Gelder nachfrageorientiert dorthin fließen, wo das Angebot auf Grund hoher Qualität seinen Preis wert ist. Über die Höhe der Studiengebühren sollten die Hochschulen innerhalb eines festgelegten Rahmens – etwa zwischen 2.000 und 4.000 Euro jährlich – selbst entscheiden können.
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Entscheidungsfreiheit der Hochschulen über Verwendung der Studiengebühren: Die finanziellen Mittel müssen den Universitäten direkt zufließen. Diese müssen selbst über die Verwendung des Geldes entscheiden können, um z.B. in hochkarätige Professoren oder bessere Forschungsausstattung zu investieren. Um eine bessere Auslastung der Hochschulen zu erreichen und gleichzeitig die Studienzeiten zu verkürzen, sollten die Hochschulen Trimester einführen.
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Reform des Förderungssystems: Parallel zur Einführung von Studiengebühren muss ein neues Bildungsdarlehen mit Rückzahlung über die Einkommenssteuer eingeführt werden. Konkret bedeutet dies: Alle Studenten erhalten unabhängig vom Einkommen der Eltern ein persönliches Darlehensangebot zur Finanzierung der Studiengebühren. Der Zinssatz sollte hierbei jeweils 200 Basispunkte unter der Verzinsung der Bundesanleihe liegen. Die Fortsetzung der Darlehenszahlung ist gekoppelt an den Nachweis des Studienfortschritts durch die Studenten. Die Rückzahlung des persönlichen Darlehens erfolgt durch einen Zuschlag zur Einkommenssteuer. Nach McKinsey-Berechnungen hat ein durchschnittlicher Absolvent bei einer um knapp 4 Prozent erhöhtenEinkommenssteuer sein Darlehen nach zehn Jahren zurückgezahlt. Die hierbei monatlich anfallenden Beträge, wie z.B. 100 Euro für einen durchschnittlichen Berufseinsteiger erscheinen jedem Studenten zumutbar.
Für das vorgeschlagene Darlehensprogramm liegt der staatliche Finanzierungsbedarf nach McKinsey-Berechnungen im eingeschwungenen Zustand bei schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Demgegenüber entsteht allein durch die zu erwartende Verkürzung der Studiendauer ein Nutzen von 2 Milliarden Euro jährlich.
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Profiling Institut - Begabungsanalyse als Hilfe zur Berufsfindung oder Studienwahl
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Das Profiling Institut ist eine Beratungsgesellschaft, die für Schüler der oberen Klassen, Studenten und Personen in der Phase der beruflichen Neu-Orientierung eine methodisch fundierte Begabungsanalyse (Tests, Interview, Assessment-Übungen, individuelle Beratung, Stärken-/Schwächen-Analyse) als Hilfe zur Berufsfindung oder Studienwahl anbietet. Untersucht werden in erster Linie Interessen-, Begabungs- und Motivationsstruktur. Das Angebot umfasst auch eine Reihe von zielgerichteten Workshops mit einem Schwerpunkt für Schüler und Studierende bzw. Absolventen.
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