Fridays For Future – wir meinen es Ernst

In der Schule lernen wir für die Zukunft. Zumindest wird uns das gesagt. Mit dem Abitur stehen unsdie Türen zur Welt offen. Wir können alles werden, was wir uns erträumt haben. Aber was, wenn die Zukunftsvisionen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen? Was, wenn es keine Zukunft gibt, für die wir lernen können? Was noch immer viele Leute als Panikmache abstempeln, bestätigen Wissenschaftler seit Jahren. Der Klimawandel wird ernstzunehmende Folgen haben. Nicht für die Menschen in ferner Zukunft, sondern für uns Schüler, die jetzt grade in den Klassenräumen sitzen und für eine Zukunft lernen, die viel unsicherer ist, als die meisten denken.

Aber was soll man tun, gegen die beunruhigenden Prognosen? Der Umgang mit dem Klimawandel ist schließlich die Aufgabe der Politiker und nicht die der Schüler, richtig? Nein!

Weil es um unsere Zukunft geht, ist die Klimapolitik nicht nur ein Thema für „die da oben“. Davon ganz abgesehen lässt sich nicht leugnen, dass verantwortliche Politiker seit Jahrzehnten das Thema Umweltschutz auf die leichte Schulter nehmen und dadurch die Zukunft nachfolgender Generationen aufs Spiel setzen.

Und genau an dieses Problem, dass Menschen unsere Zukunft verspielen, während wir in der Schule sitzen und für eine Zukunft lernen, die es gar nicht gibt, setzten vor 6 Monaten die ersten „Fridays For Future“ Streiks an, eine Bewegung, die trotz aller Kritik ein Ziel verfolgt, welches wünschenswerter nicht sein kann: Eine gesunde Umwelt für Mensch und Natur.

Mein erster Schulstreik war einer der ersten größeren Fridays For Future Veranstaltungen in Düsseldorf und ich war an einem schulfreien Freitag dort, um mir das ganze einfach mal anzusehen. Damals waren etwa 300 Leute zur Demo gekommen, zu diesem Zeitpunkt ein riesen Erfolg. Und dann ging es los, durch die Straßen, bis hin zum Landtag, wo wir mit Parolen und Reden auf uns aufmerksam machten. Die Forderungen nach Klimagerechtigkeit waren klar und deutlich, und jeder einzelne Redner stand hinter dem, was er sagte.

In den letzten Monaten ist die Fridays For Future Bewegung unglaublich gewachsen. Aus ein paar hundert Schülern in Düsseldorf sind tausende geworden und auch in kleineren Städten bildeten sich Kommunen. Mit wachsender Teilnehmerzahl wuchs auch die Kritik. Wir Schüler würden nur die Schule schwänzen wollen. FridaysFor Future sei nur eine Modewelle. Den Schülern ginge es überhaupt nicht um den Umweltschutz.

Und wie immer, wenn es um Kritik geht, lassen sich die Vorwürfe nicht ganz abstreiten. Natürlich gibt es Schüler, die die Bewegung ausnutzen. Aber wer jemals bei einer FridaysFor Future Veranstaltung gewesen ist, kann unmöglich bestätigen, dass die Kritik an der Wichtigkeit der Bewegung zweifeln lässt.

Wer die Schule schwänzen will, der fährt nicht morgens lange mit der Bahn zur Demo, sondern bleibt im Bett. Wer einer Modewelle folgt, der besucht vielleicht einmal eine Großdemo in Aachen oder Berlin, aber die FridaysFor Future Demos leben von kontinuierlich stattfindenden Veranstaltungen jeden Freitag, auch in kleinen Städten, manchmal mit nur einer Hand voll Leute. Vor ein paar Wochen besuchte ich eine Demo in Mönchengladbach. Sie fand mit nicht einmal 30 Teilnehmern statt. So etwas hat nichts mit einer Modewelle zu tun, sondern mit Kampf für Klimagerechtigkeit.

Für uns geht es um so viel mehr, als nur darum, Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Klimaschutz ist ein gemeinsames Ziel, für das wir uns einsetzen, und das nicht nur auf Demonstrationen. In den Sommerferien findet ein Sommerkongress statt, um uns weiterhin zu vernetzen. Wir nehmen Teil an Versammlungen und Sitzungen überall in Deutschland. Wir leisten Aufklärungsarbeit und überwinden auch Landesgrenzen, um unserem Ziel näher zu kommen.

Fakt ist, wir SchülerInnen sind nicht Schuld am Klimawandel, aber wir sind es, die die Folgen erleben werden. Offensichtlich nehmen Politik und Wirtschaft die bevorstehenden Katastrophen noch immer nicht ernst genug. Aber weil es um unsere Zukunft geht, werden wir so lange auf den Straßen stehen, bis wir ernst genommen werden. Wir wollen nicht gelobt werden, für unser politisches Engagement. Wir wollen, dass endlich Veränderungen stattfinden. Und das nicht in 10 Jahren, sondern jetzt.

Echter Klimaschutz in Deutschland und der Welt, für uns und zukünftige Generationen- Das bewegt uns!


Über die Autorin: Pauline Bartl (18), besucht die Q1 der Gesamtschule Brüggen 

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