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Zum „Behaupte-Dich-Gegen-Mobbing-Tag“ am 22. Februar

Foto: 61 Prozent der Jugendlichen in Deutschland haben bereits Mobbingsituationen beobachtet / Bildcredits: Mareen Fischinger/Aktion Mensch

Foto: 61 Prozent der Jugendlichen in Deutschland haben bereits Mobbingsituationen beobachtet / Bildcredits: Mareen Fischinger/Aktion Mensch

Mehr als jede*r zweite Jugendliche hat Mobbing bereits beobachtet – am häufigsten in der Schule

Anlässlich des „Behaupte‑Dich‑Gegen‑Mobbing‑Tages“ am 22. Februar veröffentlicht die Aktion Mensch ihre Studie zu Mobbingerfahrungen junger Menschen*. Neben der Opferperspektive rückt die Studie auch die konkreten Erfahrungen von Zeug*innen in den Fokus. Gerade sie können als Außenstehende maßgeblich dazu beitragen, Mobbing zu beenden, indem sie das Gesehene ansprechen und nicht schweigen. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Relevanz dieser Perspektive: 61 Prozent der Jugendlichen in Deutschland haben bereits Mobbingsituationen beobachtet. Der mit 88 Prozent am häufigsten genannte Ort, an dem Jugendliche Mobbing miterleben, ist die Schule.

Schule als zentraler Schauplatz

Somit wird ausgerechnet der Lebensraum, in dem Kinder und Jugendliche Sicherheit, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung erfahren sollen, für viele zum Schauplatz belastender Erfahrungen. „Zeug*innen von Mobbing sind entscheidend für ein respektvolles Miteinander: Ihr Eingreifen kann Betroffene entlasten und ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung setzen“, kommentiert Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, die Befragungsergebnisse. „Umso wichtiger ist es daher, dass Schulen zu Orten werden, die Jugendliche ermutigen, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen – dazu gehört auch, sich klar gegen Mobbing zu positionieren.“

Mobbing meist im direkten sozialen Umfeld

Die Ergebnisse verdeutlichen zudem, dass Mobbing dort stattfindet, wo sich junge Menschen im Alltag regelmäßig aufhalten – neben der Schule sind dies häufig auch die Sozialen Medien. So geben 48 Prozent der Zeug*innen an, Cybermobbing bereits beobachtet zu haben. Besonders auffällig: Drei Viertel der Zeug*innen nennen Mitschüler*innen als Täter*innen (75 Prozent), ein weiteres Viertel gar die eigenen Freund*innen (25 Prozent). Dies zeigt, wie eng Mobbing oft mit den sozialen Beziehungen junger Menschen verknüpft ist. Im Hinblick auf die beobachteten Formen von Mobbing berichten 71 Prozent der Zeug*innen von sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung, 67 Prozent von verbalem Mobbing und sogar 61 Prozent von körperlichen Übergriffen.

Viele Jugendliche behalten ihre Beobachtungen für sich

71 Prozent der Jugendlichen, die Mobbing beobachtet haben, sprechen jedoch nur selten oder nie über ihre Erfahrungen. Die am häufigsten genannten Gründe für ihr Schweigen sind, dass sie glaubten, ihr Eingreifen würde ohnehin nichts bewirken, sie kein großes Thema daraus machen wollten oder befürchteten, als Verräter*innen dazustehen. „Deshalb unterstützen wir als Aktion Mensch seit 20 Jahren Projekte, die Jugendliche mit und ohne Behinderung stärken und sie ermutigen, über das zu sprechen, was sie erleben“, sagt Christina Marx. „Zeug*innen und ihrem Umfeld kann eine aktive Rolle zukommen: Sie können Betroffene unterstützen und helfen, Mobbing frühzeitig zu stoppen. Gleichzeitig sind Eltern, Lehrkräfte und andere Erwachsene gefordert, aufmerksam hinzusehen und Ausgrenzung konsequent entgegenzuwirken.“

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