Alles Chemie: Nobelpreisträger Ben Feringa begeisterte Studierende der Hochschule Niederrhein

Ben Feringa begeisterte hunderte Studierende im Audimax.
Ben Feringa begeisterte hunderte Studierende im Audimax.

Ein schneller, unterhaltsamer Ritt durch die Welt der Chemie, angereichert mit vielen persönlichen Anekdoten und Ratschlägen an die Studierenden: So lässt sich der rund einstündige Vortrag des Nobelpreisträgers Ben Feringa  im Mönchengladbacher Audimax der Hochschule Niederrhein zusammenfassen. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, auch auf den Treppen standen und saßen Studierende, Lehrende sowie Schülerinnen und Schüler aus Mönchengladbacher Schulen.

Für die Krefelder Studierenden vom Fachbereich Chemie hatte die Hochschule Niederrhein eigens einen Bus-Shuttle organisiert, um sie an dem Vortrag, der vom Initiativkreis Mönchengladbach organsiert worden war, teilhaben zu lassen. Eine von ihnen, die Masterstudentin Xiao Zhou, wurde von Feringa auf die Bühne gebeten und schüttelte dem Nobelpreisträger die Hand. Aber auch die anderen rund 500 Gäste werden ihr Kommen nicht bereut haben.

Denn was der niederländische Chemiker, der  2016 für das Design und die Synthese von molekularen Maschinen den Nobelpreis bekommen hatte, vor den Studierenden ablieferte, war zum einen ein Plädoyer für das Fach Chemie, zum anderen höchst unterhaltsam und informativ. „Findet heraus, was Eure Leidenschaft ist“, rief er den Studierenden am Ende zu. „Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für Moleküle und für Chemie, weil man da experimentieren kann und neue Welten entdeckt.“

Ob Herausforderungen für eine nachhaltige Gesellschaft, Materialien für das Smartphone, Zukunft des Verkehrs oder körperliche Gesundheit: Überall sei die Chemie gefragt, Lösungswege aufzuzeigen. „Wir müssen in Niemandsland vordringen“, sagte Feringa, der dies selbst mit seiner Forschung getan hat. Sein Durchbruch kam 1999, als er den ersten lichtgetriebenen synthetischen molekularen Motor vorstellte.

Er erzählte von jenem Dienstagnachmittag an der Universität Groningen, als um viertel nach fünf seine Studierenden zu ihm ins Büro kamen und ihn ins Labor baten. „Sie zeigten mir ein Molekül unter dem Mikroskop, das sich durch Lichteinstrahlung bewegte. Diesen Moment werde ich nie vergessen“, sagte Feringa. Für ihn war klar: Wenn sich Oberflächen durch Licht bewegen lassen, kann das zu enormen Entwicklungen bei smarten, responsiven Materialien führen.

Feringa, der auf einem Bauernhof nahe der deutschen Grenze aufwuchs, ist Professor für Organische Chemie an der Universität Groningen. Für seine Forschungen erhielt er zahlreiche Preise.

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