Stellungnahme Bundesschülerkonferenz: Mentale Gesundheit

Tilda Skerra, Landesschülersprecherin Brandenburgs und Mitglied des Bundessekretariats der Bundesschülerkonferenz | Foto: Eddie Kabuß
Uns geht’s nicht gut. Schüler*innen in Deutschland leiden. Seit Corona verschlechtert sich unsere mentale Gesundheit drastisch. Die Depressionsraten sind gestiegen, mehr als jede*r vierte Schüler*in beschreibt die eigene Lebensqualität als gering und Unterstützung gibt es keine. Diese Zahlen bilden gerade einmal die Spitze eines gigantischen Eisbergs.
Aus diesem Grund haben wir die Kampagne „Uns geht’s gut?“ zum Leben erweckt. Wir brauchen Aufmerksamkeit, Sensibilisierung und vor allen Dingen Finanzierung. Täglich erreichen uns Schüler*innen, die unter dem Druck zerbrechen. Wir erleben Panikattacken auf dem Schulklo und Depressionen, die bis zum Suizid führen. Diese triste Lebensrealität verfolgt uns jeden Tag und wir fragen uns: Warum lässt man uns, die Zukunft des Landes, derart im Stich?
Grund dafür: ein starres, veraltetes Schulsystem. Die Schule muss für alle ein Wohlfühlort sein. Nur so können wir effektives Lernen erreichen und eine belastbare, engagierte Generation heranwachsen lassen. Dafür braucht es Lehrerfortbildungen zum Umgang mit psychischen Auffälligkeiten, mehr Schulsozialarbeiter*innen und Schulpsycholog*innen, mehr Gelder für unsere mentale Gesundheit und eine flächendeckende Anerkennung dieses Missstandes. Uns allen muss klar werden: Wir befinden uns in einer tiefen Krise.
Und wir müssen endlich handeln.
Ich bin Tilda Skerra, 16 Jahre alt und besuche die 12te Klasse des Phillip-Melanchthon-Gymnasiums in Herzberg. Außerdem bin ich Landesschülersprecherin Brandenburgs und Mitglied des Bundessekretariats der Bundesschülerkonferenz.





