5 Fragen – 5 Antworten: mit Daniel Jung

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Daniel Jung (1981 in Remscheid geboren) ist Gründer, YouTube-Mathe-Rockstar, Speaker/Referent und Bildungsbotschafter. Mit mehr als 2.000 Mathe-Lernvideos hat er es geschafft, Schülern und Studenten aber auch Lehrern, Professoren und Eltern einen anderen Zugang zur Mathematik zu vermitteln. wissensschule tauschte sich mit ihm über das Unterrichtsfach Mathematik, Lernvideos und seine weiteren Pläne aus.

 Die Frage, was man nach dem Abitur vorhat, nervt nicht nur die Abschlussklassen. Mit der Antwort „Irgendetwas mit …….“ zählen einige Schüler schon zu den Entschlossenen.Direkt ins Studium, eine Ausbildung machen oder  im Ausland erste Erfahrungen sammeln? Den eigenen Interessen folgen oder einen sicheren Weg gehen? Wozu würden Sie jungen Menschen raten?

 Keine Panik! Wir leben in einer sich exponentiell ändernden Welt in der man nicht mehr jetzt Entscheidungen trifft, die in Stein gemeißelt sind. Die aktuelle Schlüsseltechnologie „Künstliche Intelligenz“ wird extrem viele Arbeitsprozesse automatisieren, sodass sehr zeitnah Fähigkeiten verlangt werden, die Maschinen nicht umsetzen können wie: Teammanagement, kritisches Hinterfragen, Diskutieren, Argumentieren, schnell auf neue Situationen einstellen, etc.. Das kann man z.B. wunderbar auf einer Travel & Work Tour erlangen oder bei einem entsprechenden Praktikum… Auf jeden Fall sollte man eine gewisse Zeit im Internet gezielt nach Fähigkeiten der Zukunft suchen, denn da gibt super Input zum Lernen. Ich selber habe dazu eine VLOG-Reihe gestartet mit permanenten Tipps, damit man auch weiß, wo Content zu finden ist.

Durch den Tweet der damals 17-jährigen Schülerin Naina, in dem der Wunsch nach “mehr lebensnahem Unterricht” geäußert wurde und Themen wie z.B. Steuern, Miete und Versicherungen  mit behandelt werden sollten, wird die Diskussion um die Wissensvermittlung an unseren Schulen wieder neu befeuert. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema, bereitet Schule zu wenig auf das Leben vor?

Ein Blick zurück lässt immer wunderbar Schlüsse auf die unmittelbare Zukunft zu! Unser aktuelles Bildungssystem wurde im Übergang von Agrar zur Industrie kreiert und hat seine Berechtigung, jedoch brauchen wir im 2.Maschinenzeitalter komplett neue Ansätze und mehr mutige Menschen, die neue Lernumgebungen (online wie offline) erbauen.

Warum zählt Mathe bei den meisten Schülerinnen und Schülern nicht unbedingt zu deren Favourites?  Ist der Stoff so trocken, bringt der Mathe-Lehrer es nicht richtig rüber und wo genau ist der Vorteil bei Mathe Lernvideos, was genau ist deren USP?

Wieder weise ich auf einen Blick zurück hin. Damals wurde überlegt, was man den Menschen beibringen sollte in der Schule und das war im Bereich Mathematik Rechnen. Es gab ja noch keine Computer. Die Mathematik ist jedoch die Lehre von Mustern und Strukturen erkennen und das ist wichtiger denn je. Auch hier brauchen wir weit mehr als zu den Zusatz von Lernvideos. Im Moment sind diese vor allem bei YouTube gefragt, da ich mir meinen Lehrer aussuchen kann, er ständig verfügbar ist und alles kurz und knapp auf den Punkt erklärt.

Eine vorletzte Doppelfrage: Ist es in absehbarer Zukunft nicht auch denkbar, dass uns Amazon Alexa  Fragen zu Bruchrechnung und oder Trigonometrie erklärt?

Wenn Ihre Mathe-Lernvideos schon abgehen wie Lucie, ist es da nicht nahe liegend, auch mit anderen Fächern nachzuziehen und die gesamte Bildung zu rocken? Wie sind hier Ihre Pläne?

 Voice wird eine wesentliche Rolle in unserem Alltag spielen und das sehr zeitnah! Geräte steuern, Aufgaben einsprechen, Antworten bekommen… Daher sollte sich jede Firma fragen wie die klingt. Ich teste z.B. wie Mathe lernen klingt:) 

Wenn Sie sich den Unterricht der Zukunft vorstellen, wie sehe dieser aus?

Ein Mix aus digital Wissen in Lernhäppchen konsumieren und vor Ort im Austausch vertiefen kombiniert mit künstlicher Intelligenz, die mein Lernen individualisiert. Dadurch wird standardisiertes Lernen passé sein und ein kreatives Zeitalter beginnen.

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