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5 Fragen — 5 Antworten Mit Marco Vollmar

27. Mai 2015

Marco Vollmar-wwf

Marco Vollmar  (Jahrgang 1970) ist in der Geschäftsleitung beim WWF Deutschland verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Kommunikation in den sozialen Kanälen, die Bildungsarbeit und steuert die Kampagnen der Natur- und Umweltschutzorganisation sowie das politische Lobbying. wissensschule.de tauschte sich mit ihm über die Herausforderungen im Umwelt- und Naturschutz, Renditegier von Großkonzernen sowie die Attraktivität seiner Organisation bei jungen Menschen aus.

 

Sie haben einige Jahre als Politik- und Wirtschaftsredakteur bei verschiedenen Sendern gearbeitet. Was war Ihre Motivation beim WWF Deutschland anzuheuern?

Ich bin Journalist und habe sehr gern als Online-Chef bei der Deutschen Welle gearbeitet. Nach mehr als zehn Jahren im Journalismus war ich jedoch an dem Punkt, etwas Neues auszuprobieren. Da bot mir der WWF eine einmalige Gelegenheit. Die Kommunikation für eine Natur- und Umweltschutzorganisation mitzugestalten, empfand ich als große Herausforderung und eine Riesenchance. Also habe ich zugesagt und bereue es auch seit vier Jahren noch keine Sekunde.

Der WWF ist eine der größten und erfahrensten Naturschutzorganisationen der Welt. Wo und in welchen Feldern sehen Sie in den nächsten Jahren die größten Herausforderungen im Bereich Umwelt- und Naturschutz?

Der WWF will die weltweite Zerstörung der Natur und Umwelt stoppen, die Biodiversität bewahren, Lebensräume schützen und eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Natur in Einklang miteinander leben. Zwei Entwicklungen entscheiden jedoch über die Zukunft des Menschen und ganz vieler Arten: Wir werden immer mehr Menschen auf der Erde sein, laut der jüngsten Schätzung der Vereinten Nationen könnte sie im Jahr 2100 bei rund 13 Milliarden liegen. Und der Ressourcenverbrauch der Menschheit steigt ebenso schnell und ungezügelt.

Steigende Treibhausgasemissionen, strapazierte Böden, abgeholzte Wälder, überfischte Meere sind die Folge. Diese Probleme müssen wir in den Griff bekommen. Große Konzerne deren ausschließliches Ziel es ist, die Gewinne weiter zu maximieren, schrecken auch nicht vor dem Eingreifen in unser Ökosystem zurück. So werden komplette Waldflächen ab gerodet bzw. Ölbohrungen in arktischen Gewässern durchgeführt. Schlägt Renditegier Umwelt- und Naturschutz?

Die Gefahr ist groß. Daher ist es die Aufgabe von Natur- und Umweltorganisationen, immer wieder auf Umweltrisiken hinzuweisen und dafür zu sorgen, dass Renditegier nicht die Oberhand gewinnt. Wir entwickeln Lösungen, um den weltweiten Klimaschutz voranzubringen und suchen nach Antworten, wie in Zukunft Milliarden Menschen satt werden können, ohne die Erde komplett zu plündern. Außerdem stellen wir zunehmend fest, dass sowohl die Politik als auch die Unternehmen nachhaltiges Handeln nicht nur als Kostenfaktor sondern auch als Wettbewerbsfaktor verstehen. Das stimmt mich optimistisch.

Sie selbst arbeiten in Ihrer Organisation seit Jahren mit mehreren Unternehmen zusammen. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe? Wie hat man sich das als Laie in der Praxis vorzustellen, da im ersten Moment die Unterschiede doch kaum größer sein könnten?

Die Interessen sind nicht immer deckungsgleich und dennoch kann man zu vernünftigen gemeinsamen Zielen kommen. Der WWF will die Umwelt entlasten und er braucht finanzielle Mittel für den Naturschutz. Um diese Ziele zu erreichen, können Unternehmen wichtige Partner sein. Es gibt unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit. Sie reichen von Firmenspenden und Sponsoring-Maßnahmen über Lizenzkooperationen bis hin zu strategischen Kooperationen. Unser Ziel ist es, Gelder von Unternehmen in den Naturschutz umzuleiten. Durch strategische Kooperationen mit wichtigen Wirtschaftsträgern hat der WWF weitreichenden Einfluss auf die Förderung von nachhaltigem Handeln.

Für viele junge Menschen sind Organisationen wie Ihre oder auch Greenpeace nicht nur spannende Unternehmen sondern bestimmt auch attraktive Arbeitgeber bzw. Anbieter von Praktikumsstellen. Welche Eigenschaften sollten Bewerber auf jeden Fall mitbringen, die sich bei Ihnen bewerben möchten?

Wir brauchen dazu qualifizierte Mitarbeiter mit hoher Identifikation und Einsatzbereitschaft: Menschen, die im „Naturschutz“ nicht nur einen Job, sondern einen Lebensinhalt sehen.

 

 

Veröffentlicht am 27. Mai 2015

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Wie sagte schon Bacon: „Wissen ist Macht!“
*Francis Bacon, 1561 - 1625, Philosoph & Jurist
 

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