5 Fragen — 5 Antworten: Mit Titus Dittmann

Titus5_Credit Rieke Penninger
Titus Dittmann | Foto: Rieke Penninger

Titus Dittmann (1948 in Kirchen an der Sieg geboren) ist ein deutscher Skateboard-Pionier, ehemaliger Lehrer, Unternehmer, Referent, Stiftungsgründer und Jugendlobbyist. Auch für ihn gilt und galt das Motto wie beim Skaten: “Machen, Üben, Hinfallen, Aufstehen, Besser werden und immer weiter dran bleiben. Dein Herz muss brennen.”

Die Frage, was man nach dem Abitur vorhat, nervt nicht nur die Abschlussklassen. Mit der Antwort „Irgendetwas mit …“ zählen einige Schüler schon zu den Entschlossenen. Direkt ins Studium, eine Ausbildung machen oder  im Ausland erste Erfahrungen sammeln? Den eigenen Interessen folgen oder einen sicheren Weg gehen? Wozu raten Sie jungen Menschen?

Ich habe drei Ratschläge:

  1. „Such Dir einen Job, der Dir Spaß macht und Du wirst nie mehr arbeiten müssen.“
  2. „Achte auf Sinnstiftung und nicht nur auf Kohle! Nur so wird das Gehalt zur Belohnung und nicht zum Schmerzensgeld.“
  3. „From Passion to Profession! Nur so wirst Du richtig leistungsfähig.“

Durch den Tweet der damals 17-jährigen Schülerin Naina, in dem der Wunsch nach “mehr lebensnahem Unterricht” geäußert wurde und Themen wie z.B. Steuern, Miete und Versicherungen  mit behandelt werden sollten, wird die Diskussion um die Wissensvermittlung an unseren Schulen wieder neu befeuert. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema, bereitet Schule zu wenig auf das Leben vor?

Der Lehrplan hinkt hinter Zeitgeist und aktuellen Anforderungen des Lebens hinterher. Wie soll Schule da auf Zukunft vorbereiten? Schule wird zu oft auf Wissensvermittlung reduziert. Persönlichkeitsbildung, die mehr auf das Leben vorbereitet als gelerntes Wissen, kommt zu kurz.  

1978 haben Sie als Referendar an Ihrer Schule in Münster gemeinsam mit den Schülern eine Skateboard-AG gegründet. Was glauben Sie, welche Begeisterung und Zustimmung würde das bei den Schülern von heute, die sich mehr für neue Medien zu interessieren scheinen, noch auslösen?

Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun und schließt sich nicht aus. Die bewegungsorientierte Jugendkultur Skateboarding erfüllt die Bedürfnisse der Jugendlichen nach Selbstbestimmung, die ansonsten in Schule und Elternhaus zu kurz kommt. Beim Erreichen selbst gesteckter Ziele setzt die Selbstwirksamkeit intensiver ein und hebt das Selbstkonzept. Selbstbestimmtes Tun begeistert. Skateboarding motiviert intrinsisch und macht Kinder stark!

Mit Ihrer Stiftung skate-aid unterstützen Sie weltweit Projekte. Dabei soll Kindern und Jugendlichen nicht nur der Spaß auf vier Rollen vermittelt werden, sondern sie sollen auch in ihrer Entwicklung unterstützt und gefördert werden. Was war für Sie der Auslöser zur Gründung von skate-aid ?

Vor sieben Jahren hat mein Sohn die Geschäftsführung der Titus GmbH übernommen. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, fünf Jahrzehnte pädagogische und soziologische Erfahrung mit dieser bewegungsorientierten Jugendkultur zur sinnstiftenden Gründung einer gemeinnützigen Organisation zu nutzen, die das Skateboarding als starkes und wirkungsvolles Werkzeug bei der Persönlichkeitsbildung in der Orientierungsphase nutzt.

In ihrem “Koalitionsvertrag für NRW 2017-2022” haben CDU und FDP ihre Absicht bekundet, an allen weiterführenden Schulen das Schulfach Wirtschaft zu etablieren, in dem unter anderem Kenntnisse unserer Wirtschaftsordnung sowie Aspekte der Verbraucherbildung vermittelt werden sollen. Unternehmertum und Gründen lernen könnte dann auch an und in Schulen thematisiert werden. Was halten Sie von der Einführung eines Schulfachs Wirtschaft?

„Sehr viel :-)“

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