Menschen sprechen zu leise über wichtiges, zu laut über unnötiges, zu viel über andere, zu wenig miteinander, und zu oft ohne nachzudenken.

Abi & JETZT?! #11 Eine Ausbildung im Sanitätshaus

23. Oktober 2015

Abitur-Und-Jetzt-nichts-müssenBild_FlorianBirkIn der neuen Reihe abi & JETZT?! zeigt wissensschule.de, wie viele Möglichkeiten man nach dem Abi hat. Wir wollen zeigen: Studium und Auslandsjahr sind zwei Wege, es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten. Heute teilt uns Florian Birk seine Sicht der Dinge auf unsere Frage "Muss ich nach dem Abitur studieren?" mit,  der sich nach dem Abitur für eine Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen im Sanitätshaus Lettermann entschieden hat.

 

Mein Name ist Florian Birk und ich habe am 01.08.2015 meine Ausbildung zum „Kaufmann im Gesundheitswesen“ im Sanitätshaus Lettermann begonnen. Mit dieser Frage, ob Ausbildung oder Studium nach dem Abitur, habe ich mich nach bestandener Abiturprüfung ebenfalls auseinandersetzen müssen.

Die Antwort auf diese Frage möchte ich durch meine persönlichen Erfahrungen erläutern.

Ich selbst habe im Jahr 2013 Abitur gemacht und war mir unschlüssig, welchen Berufsweg ich einschlagen möchte. Ich ging 12 Jahre lang (verkürztes Abi) zur Schule und habe, bis auf wenige eher uninteressante Praktika, keinerlei Berufserfahrung gesammelt. Umso mehr war ich damals verwundert, dass viele meiner Mitschüler recht schnell wussten, was sie mal werden bzw. erlernen möchten. Viele hatten bereits ein genaues Studienfach im Sinn und es war schon länger klar, dass sie studieren werden.

Das Studium war auch ganz klar die erste Wahl bei meinen Mitabiturienten. Ich selbst hatte wirklich das Gefühl, dass ich studieren „MUSS“, da es ja immer heißt: „Du hast doch Abitur“.

Um mehr Bedenkzeit zu haben und ich auch nicht „von einer Schule in die nächste laufen“ wollte, entschied ich mich für ein freiwilliges soziales Jahr.

Dort konnte ich auch erste praktische und soziale Erfahrungen sammeln, da ich im Rahmen eines Fahrdienstes „ältere Leute“ befördert habe. Doch auch dieses Jahr verging recht schnell. Nun stand ich wieder vor der Frage: „Muss ich denn jetzt anfangen zu studieren“?

Eine Freundin, welche bereits ein Jahr an der Fachhochschule Düsseldorf Architektur studierte, erzählte mir von diesem Studiengang. Mir gefiel ihre Schilderung und nach den Erzählungen dachte ich mir, dass der Studiengang gut zu mir passen könnte.

Nach bestandenem Einstellungstest begann ich dann im Wintersemester 2014 in Düsseldorf zu studieren.

Doch mir wurde in wenigen Monaten bewusst, dass ich mit diesem Studium nicht glücklich werde. Die Gründe dafür sind vielseitig. Auf der einen Seite habe ich mir die theoretischen und praktischen Inhalte anders  vorgestellt und auf der anderen Seite passten die unregelmäßigen und eigenständigen Arbeiten in der Schule nicht zu mir.

Auch die Mentalität bzw. die Erwartungen vieler Professoren und einiger Mitstudenten entsprachen  nicht meiner persönlichen Einstellung. Des Weiteren konnte ich keinerlei praktische Erfahrungen sammeln, mit denen ich mir mein zukünftiges Berufsleben hätte vorstellen können.

Mir ist klar, dass man für das Absolvieren eines Studiums, ebenso wie für eine Ausbildung, viel Arbeit und Zeit investieren muss. Aber ich wollte dies nicht für ein Studium aufbringen bei dem ich wusste „damit wirst du nicht glücklich“! Folglich wollte ich mit dem Studieren „keine Zeit vergeuden“ und brach recht schnell ab.  Eine Ausbildung erschien mir jetzt viel passender. Vieles, was mir im Studium nicht gefiel, ist mit einer Ausbildung nicht der Fall. Vor allem der Praxisbezug ist für mich von großer Bedeutung.

In meinem FSJ konnte ich ja bereits praktische Erfahrungen in einem Bereich sammeln, der mir Spaß machte.  Also arbeitete ich nebenbei und bewarb mich für eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich, der allerdings an meine Erfahrungen aus dem FSJ anknüpfen sollte.

Das Gesundheitswesen erschien mir als optimale Lösung. Bei der Suche nach einem geeigneten Betrieb in der näheren Umgebung ist mir das Sanitätshaus „Lettermann“ recht schnell ins Auge gestochen. Je mehr ich mich mit dem Unternehmen und der dort vertretenen „Geschäfts-Philosophie“ auseinandergesetzt habe, umso mehr wurde mein Interesse geweckt. Hier knüpft der kaufmännische Bereich konkret an meine gemachten Erfahrungen an. Das Sanitätshaus greift genau das auf, was ich mir als Ziel gesetzt habe.

Abschließend beantworte ich die Frage: „Muss ich nach dem Abitur studieren gehen?“ ganz klar mit NEIN.

Ein Studium, als auch eine Ausbildung, hat Vor- und Nachteile. Welcher Weg zu einem passt, unterscheidet sich von Person zu Person. Die Vorteile einer Ausbildung sind ein geregeltes Einkommen sowie geregelte Arbeitszeiten, durch welche man seine Freizeit besser planen kann. Der wichtigste Vorteil ist wohl der Praxisanteil und der direkte Einstieg ins „wahre“ Berufsleben. Abgesehen davon kann man nach einer Ausbildung seine fachlichen Kompetenzen durch ein Studium erweitern. Das Eine schließt das Andere in seinem Werdegang ja nicht aus.

Veröffentlicht am 23.10.15

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Wie sagte schon Bacon: „Wissen ist Macht!“
*Francis Bacon, 1561 - 1625, Philosoph & Jurist
 

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