Berufsfindung an der Karl-Wendel-Hauptschule Lambsheim

Die Karl-Wendel-Schule Lambsheim stellt ihre Hauptschule vor

“Hilfen für unsere Hauptschüler zur Berufsfindung” 

Das Thema “Berufsfindung” haben wir auf die Prioritätenliste unseres HS-Qualitätsprogramms gesetzt, weil unsere Schüler mit dem Abschluss der “Berufsreife” größte Probleme haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Wir haben festgestellt, dass alle Maßnahmen, die wir im Qualitätsprogramm vorgesehen und auch durchgeführt haben, bei weitem nicht ausreichen, um die Chancen unserer HS-Kinder auf dem Lehrstellenmarkt zu verbessern. Dennoch werden die Vorhaben, die in dem bisherigen Qualitätsprogramm aufgelistet sind, natürlich weitergeführt.

Wir sind aber überzeugt, dass wir auch neue Wege gehen müssen, wenn wir unseren Schülern helfen wollen, den für sie richtigen Beruf und Ausbildungsplatz nach Abschluss der HS mit der “Berufsreife” oder dem “Sekundarabschluss I” zu finden.

Begründung: Es ist kein Geheimnis, dass es für Kinder, die aus der 9. Klasse unserer Hauptschule entlassen werden, immer schwerer wird, einen Ausbildungsplatz zu finden. Dies ist die Folge der geringen Akzeptanz der Hauptschule, aber auch oft der schlechten Zensuren der Schulabgänger in Verhalten und Mitarbeit sowie in den Fächern Mathematik und Deutsch.

Leider wird dabei aber oft übersehen, dass nicht wenige dieser SchülerInnen im handwerklich-praktischen Bereich durchaus leistungsfähig und -willig sind, was wir im praktischen Teil des Faches Arbeitslehre und während der Betriebspraktika immer wieder feststellen. Man kann sagen, dass manche – ansonsten leistungsschwache Schüler – im Fach Werken (Teil des Faches Arbeitslehre) gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen und großes
handwerkliches Geschick beweisen. Erhalten diese Schulabgänger, die zum größten Teil ausbildungswillig sind, keinen Ausbildungsplatz, bleiben deren Fähigkeiten meist unerkannt, die somit auch nicht gefördert und ausgebildet werden. Man kann auch sagen, dass dabei handwerkliches Potential nicht genutzt wird, was sich unsere Volkswirtschaft eigentlich nicht leisten kann.

Leitgedanken:

  • Projektorientiertes Arbeiten soll schon ab Klasse 5 im Vordergrund stehen.
  • Die Schüler sollen auf die Anforderungen der betrieblichen Ausbildung vorbereitet werden.
  • Die frühzeitige Einbindung der neuen Medien (PC, Internet) ist unbedingt erforderlich.
  • Öffnung der Schule nach außen durch die Teilnahme von Expertinnen und Experten in den Unterricht so früh als möglich.
  • Regelmäßige Präsenz der Berufsberatung an der Schule, um die Kommunikation zwischen LehrerInnen, SchülerInnen, Eltern und BerufsberaterInnen zu intensivieren.
  • Eltern stärker in den Berufswahlprozess miteinbeziehen.

Die HS-Konferenz hat, um der Berufsfindung einen noch höheren Stellenwert zu geben, das ursprüngliche Konzept verändert, aber auch ergänzt und sieht nun folgendes vor:

Wir beteiligen uns nach fast einjähriger Vorarbeit ab dem Schuljahr 2005/06 im Rahmen der “Initiative für Beschäftigung des Netzwerks Rhein-Neckar-Dreieck” an dem Pilotprojekt, das unter der Bezeichnung “kontinuierliche Praxistage” von der IHK Pfalz, IHK Neckar, HWK der Pfalz, HWK Mannheim, der BASF und den Städten Ludwigshafen und Mannheim unterstützt und gefördert wird. Wir verfolgen mit diesem Pilotprojekt das Ziel, unseren Kindern zu einem besseren und erfolgreicheren Übergang in das Berufsleben zu verhelfen. Dieses Projekt bringt aber nicht nur Vorteile für die Jugendlichen, sondern auch für die kooperierenden Betriebe:

Vorteile für die Betriebe:

  • Möglichkeit, bei Bedarf potenzielle Auszubildende über einen längeren Zeitraum kennen zu lernen
  • Ausbildungsabbrüche werden minimiert, da Jugendliche den gewählten Beruf und die Struktur eines Betriebes kennen
  • dem Betrieb entstehen keine Kosten
  • kontinuierliche Betreuung und Begleitung der Praxistage durch die Schule und eine/n verantwortlichen Lehrer/in als Ansprechpartner/in
  • Arbeitszeit der Jugendlichen ist angepasst an betriebliche Erfordernisse
  • Wahrnehmen der sozialen Verantwortung
  • Kontinuierliche Praxistage sind im Schulprogramm verankert
  • intensiver Kontakt und Austausch mit den Schulen im betrieblichen Umfeld

Vorteile für die Jugendlichen:

  • durch enge Kooperation der Schulen mit den Kammern und Betrieben wird eine realistischere Berufswahl sichergestellt
  • frühzeitiger Beginn des Berufsfindungsprozesses
  • Praxiseinblick führt zu höherer Motivation für das Lernen in der Schule
  • engere Verzahnung von Theorie und Praxis ist möglich
  • Vor- und Nachbereitung findet kontinuierlich an der Schule statt

Bisher nehmen nur je 2 Schulen aus Mannheim und Ludwigshafen teil. Wir haben ein eigenes modifiertes Modell erarbeitet, das sog. Lambsheimer Modell, das sich von dem der anderen teilnehmenden Schulen etwas unterscheidet.

Wir beteiligen uns als bisher einzige Land- oder Dorfschule und haben die dazu benötigen Praktikumsplätze bei ortsansässigen und ortsnahen Betrieben gefunden, wobei wir uns auf die drei Berufsfelder beschränken wollen, in denen HS-SchülerInnen noch am ehesten realistische Chancen haben: Berufe im handwerklichen, sozialen und kaufmännischen Bereich.
(Kosten sollen den Betrieben nicht entstehen.)
In der ersten Stufe sollen alle SchülerInnen der 7. Klasse (= 21), die über wenige oder gar keine Erfahrungen mit der Arbeitswelt verfügen, in örtliche Betriebe vermittelt werden, die bereit sind, Zeitressourcen für Erklärungen und Erfahrungsaustausch aufzubringen.

Kernstück dieses Projekts sind die Praxistage . Die Schüler gehen in der 7. Klasse nach vorhergehender mehrtägiger schulischer Vorbereitung an vier aufeinanderfolgenden Dienstagen in die ihnen zugewiesenen Betriebe. An den folgenden zwei Dienstagen wird das im Betrieb Erlebte in der Schule besprochen, Berichte werden angefertigt und stundenplanmäßiger Unterricht erteilt. Die sich anschließenden Dienstage verlaufen genauso.
Nach insgesamt 14 Wochen und dann nach der 28. Woche wechseln die Kinder die Betriebe, so dass jedes Kind je 8 Dienstage einen handwerklichen, einen sozialen und einen kaufmännischen Betrieb kennenlernen kann. Der Ablauf ist der gleiche wie beim ersten Block.
Im folgenden Schuljahr, in der 8. Klasse, leisten die gleichen SchülerInnen ein zweiwöchiges Praktikum in dem Berufsfeld ab, das ihnen am meisten zusagt.
In der Vorlaufklasse zum 10. Schuljahr (9 V) soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu einem Praktikum in einem Berufsfeld gegeben werden, das den Sekundabschluss I erfordert.

– Kontinuierliche Praxistage –

Das Lambsheimer Modell im Schuljahr 2005/06

Stufe des Modells

Klasse

Einheiten

Schuljahr

Termine in der Schule

Termine im Betrieb

1

7

Kontinuierliche Praxistage im Betrieb IErstes Drittel des Schuljahres06./13./20.09.
08.11.
15.11.
27.09.
04./11./18.10.
22./29./11.
06./13.12.

2

7

Kontinuierliche Praxistage im Betrieb IIZweites Drittel des Schuljahres20.12.
10.01.
17.01.
21.02.
07.03.
24./31.01.
07./14.02.
04./21./28.03.
04.04.

 

3

7

Kontinuierliche Praxistage im Betrieb IIIDrittes Drittel des Schuljahres25.04.
02.05.
06./13.06.
08.07.
09./16./23./30.05.
20./27.06.
04./11.07.

4

8

Betriebspraktikum im Beruf ihrer/seiner WahlErstes Schulhalbjahr 2 Wochen

5

9 V

Betriebspraktikum, möglichst in einem Berufsumfeld das den Sekundarabschluß I erfordertZweites Schulhalbjahr 2 Wochen

Karl-Wendel Schule
Grund- und Hauptschule

Neustadter Straße 23
67245 Lambsheim
Telefon : 06233/50863

Webadresse vom Förderverein:

www.foev-kws.de

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