Das wood-e-bike – ein Fahrrad aus Eschenholz mit Elektroantrieb

Das Wood-E-Bike gibt es in zwei Bauarten. Die breitere Version hat einen herausnehmbaren Akku, der eine Reichweite von bis zu 100 km hat. In der schmaleren Variante wird ein in der Hinterradnabe eingebauter Motor mit einer integrierten Akku- und Steuerungseinheit verwendet.
Das Wood-E-Bike gibt es in zwei Bauarten. Die breitere Version hat einen herausnehmbaren Akku, der eine Reichweite von bis zu 100 km hat. In der schmaleren Variante wird ein in der Hinterradnabe eingebauter Motor mit einer integrierten Akku- und Steuerungseinheit verwendet.

Als Matthias Broda vom aceteam Berlin die Idee von einem Fahrrad mit Elektromotor- Unterstützung hatte, das möglichst CO2-neutral hergestellt werden sollte, stellte sich heraus, dass er Hilfe in technischen Fragen brauchte. Die fand er am Fachbereich Holzingenieurwesen an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung im benachbarten Eberswalde. Hier wurde gemeinsam mit aceteam im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten Projektes das Pedelec25 in Holzbauweise entwickelt. Dabei standen neben einem möglichst ökologischen CO2-Fußabdruck das Design und die Fertigung mit Hilfe modernster Computergesteuerten Fräsen (CNC-Technik) im Fokus.

Nach dem ersten Prototypen wurden bald weitere entwickelt, die manchmal nur kleine Änderungen an der Rahmengeometrie und an der Elektrotechnik aufweisen. Aber schließlich sollte ja auch genügend Raum für ein hohes Maß an Individualisierbarkeit gegeben sein. So ist es möglich, dass die Rahmengröße, die Ausstattung und der natürliche Werkstoff Eschenholz jedes Rad trotz Serienproduktion zu einem Unikat machen. Die Besonderheit liegt jedoch nicht nur im Design und in dem ungewöhnlichen Rohstoff, aus dem der Rahmen gefertigt ist. Im Kastenprofil des Rahmens versteckt sich auch unauffällig die herausnehmbare Akku- Steuerungseinheit, die den 250 W starken Motor in der Hinterradnabe mit der nötigen Energie versorgt. Bei Matthias Broda vom aceteam Berlin werden die aus formverleimten Eschenholz- Lamellen bestehenden Rahmenteile komplett auf der CNC- Maschine bearbeitet. Nach der Oberflächenbehandlung des Rahmens mit Öl oder Lack werden die übrigen auf die individuellen Bedürfnisse anpassbaren Komponenten hinzugefügt.

An der Hochschule in Eberswalde haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter unterdessen unterschiedliche Holz- und Klebstoff- Kombinationen auf ihre Eignung für den Rahmenbau untersucht. Dazu wurde zum Beispiel eine Torsionsanlage entworfen und aufgebaut, um die Verdrehung eines Rahmens nachzustellen und so die Haltbarkeit zu überprüfen. Auch die Festigkeitswerte von Biegeuntersuchungen tragen dazu bei, die Dimensionierung der Hohlkasten- Wandstärke berechnen zu können. Für den Oberflächenschutz wurden verschiedene Lack- und Ölanstriche in einem beschleunigten Verfahren künstlich bewittert, so dass Empfehlungen für geeignete Lacke ausgesprochen werden konnten. Dadurch kann den späteren Kunden eine längere Haltbarkeit gewährleistet werden.

Die Materialtests kommen letztendlich auch den Studenten am Fachbereich Holzingenieurwesen zugute. So wurden im Rahmen des Projektes zwei Bachelorarbeiten angefertigt und auch kleinere Studienprojekte trugen zu dem Gelingen der Forschung bei. Ergebnisse aus den Materialprüfungen fließen auch in die praktische Ausbildung der Studenten ein.

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