Design-Studierende der Hochschule Niederrhein entwickeln Ideen zur Umnutzung der Kirche St. Josef

Foto: Professor Nicolas Beucker (rechts) mit den Studierenden aus seinem Kurs.

Wie kann man eine Kirche nutzen, wenn die Gottesdienste nur noch von wenigen Menschen besucht werden? Darüber haben sich Studierende aus dem Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein Gedanken gemacht und Ideen für die Umnutzung der Kirche St. Josef in der Südstadt entwickelt. Bei der Zwischenpräsentation stellten sie sechs Ansätze vor. Pfarrer Heiner Schmitz der Kirchengemeinde Papst Johannes XXIII. und drei Gemeindemitglieder kamen für einen Austausch mit den Studierenden zusammen.

Die Kooperation findet im Rahmen des Semesterprojekts „JOSEF, was geht?“ statt. Die Kirchengemeinde und das Kompetenzzentrum „Social Urban Design“ der Hochschule Niederrhein kooperieren mit dem Ziel, den Denkprozess über Nutzungsalternativen der Kirche St. Josef anzustoßen, die bereits seit etwa drei Jahren nicht mehr vom Bistum Aachen finanziert wird.

Dafür erarbeitet der Projektkurs mit zehn Designstudierenden verschiedene Nutzungsszenarien, die das Viertel stärken und attraktiver machen sollen. „Wir wollen querdenken und verschiedene Dinge zusammenbringen, um die Begegnung der Menschen im Viertel zu fördern. Die Ansätze der Studierenden sollen den Diskurs anregen. Sie sind nicht als fertige Lösungen zu verstehen. Jetzt gilt es, die präsentierten Ideen zu diskutieren und zu optimieren“, sagte Prof. Nicolas Beucker, Leiter des Projekts.

Beim Beteiligungsabend Mitte November mit insgesamt etwa 35 Personen aus der Gemeinde, dem Viertel und der Stadtverwaltung erhielten die Studierenden einen ersten Eindruck vom Viertel und seinen zahlreichen Institutionen, Herausforderungen und soziokulturellen Initiativen. Auf dieser Grundlage sowie Ortsbesichtigungen, Viertelspaziergängen und Treffen mit wichtigen Multiplikatoren erschufen die Studierenden,  die sich überwiegend im dritten Semester befinden, ihre Ideen.

Diese gingen bewusst vielfältig in unterschiedliche und teilweise abstrakte Richtungen: Sie reichen von einem sozialen Kontaktzentrum, Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte mit Gastronomiebetrieb bis hin zu einer Eishalle. Student Robin Meyer stellte einen Markt der Kulturen vor, der ähnlich wie ein Wochenmarkt aussehen könne. Besonderheit wäre eine lange Tafel in der Mitte der Kirche, an der alle Menschen zusammenkämen. Seine Kommilitonin Johanna Gielen hingegen präsentierte die Umgestaltung der Kirche in einen Co-Working-Space, der zum Arbeiten, Lesen und Lernen einlädt. Eine zusätzliche Nutzung in Form von Saalvermietungen, beispielsweise für Hochzeiten oder Geburtstage, war ebenfalls im Gespräch.

Pfarrer Schmitz war von den verschiedenen Impulsen beeindruckt: „Ich finde es überraschend vielfältig, was die Studierenden an Ideen produziert haben. Da steckt eine Menge kreativer Energie drin.“ Die Gemeindevertreter, Pfarrer Schmitz und die Studierenden sprachen nach der Präsentation über die Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile der Entwürfe.

Ende März 2019 sollen die optimierten Ansätze in einer kleinen Ausstellung in der Kirche zur öffentlichen Diskussion gestellt werden. Ob weiterhin Gottesdienste in der Kirche stattfinden können, hängt von der zukünftigen Nutzung der Kirche ab.

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