Deutschland liest vor – lesen Sie mit!

Eine Hintergrundinformation zur Kampagne

Mit einer Auftaktveranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse eröffnet Schirmherrin Doris Schröder-Köpf am 9. Oktober die Kampagne „Deutschland liest vor“. Ziel der Kampagne ist es, in ganz Deutschland zur Gründung neuer Vorlese-Initiativen aufzurufen, die Kinder und Jugendliche ans Lesen heranführen. Initiiert wurde die Kampagne von der Hamburger Körber-Stiftung.

Das Modell: Lesewelt e.V.

Das Vorbild für die Kampagne ist der Berliner Verein „Lesewelt“.
Seit dem Sommer 2000 engagieren sich bei „Lesewelt e. V.“ regelmäßig über hundert Freiwillige, um Kindern und Jugendlichen bis zwölf Jahren vor allem in öffentlichen Bibliotheken vorzulesen. Ihre Vision: Kinder an die phantastische Welt der Bücher heranzuführen. So vielfältig wie die Stadtteile Berlins, so bunt ist die Zuhörerschar: Es kommen deutsche, türkische, russische, arabische Kinder. Viele von ihnen haben keine Bücher zuhause und niemanden, der ihnen vorliest. „Lesewelt“ sorgt dafür, dass sie dennoch nicht ohne Geschichten aufwachsen müssen.

Gegründet wurde „Lesewelt“ von der Sozialarbeiterin Carmen Stürzel nach amerikanischem Vorbild. Ausgezeichnet und gefördert unter anderem vom Transatlantischen Ideenwettbewerb USable der Hamburger Körber-Stiftung, schaffte es Carmen Stürzel, viele andere Menschen in Berlin zum Engagement für ihre Initiative zu bewegen. Heute profitieren alle Beteiligten von „Lesewelt“: Kinder erfahren Zuwendung und werden zum Lesen motiviert. Die Vorleserinnen und Vorleser erleben ihr Tun als sinnvolle Beschäftigung und schätzen den Austausch zwischen den Generationen. Und die Bibliotheken freuen sich über neue Besuchergruppen.

Vorlesen als Tor zum Lesen – Lesen als Tor zum Leben

Nach dem Vorbild von „Lesewelt“ will die Kampagne „Deutschland liest vor“ erreichen, dass auch andernorts möglichst viele Kinder und Jugendliche durch Vorlesen zum Lesen ermutigt werden. Denn, so Schirmherrin Doris Schröder-Köpf: „Lesen macht Spaß. Lesen beflügelt die Phantasie. Und es ist so grundlegend wichtig für die Entwicklung jedes jungen Menschen. Viele Kinder erleben Lesen leider nicht mehr als Vergnügen, schon gar nicht als spannende Reise in eine eigene Welt, sondern lediglich als Pflicht in der Schule. Immer mehr Kinder und Jugendliche haben enorme Schwierigkeiten beim Lesen.“

Vorlesen, bitte! Es geht ganz einfach …

Die Erfahrungen von „Lesewelt e.V.“ in Berlin zeigen: Eine Vorlese-Initiative ist eine sinnvolle Idee, in Ergänzung zu Elternhaus und Schule die Lesesozialisation von Kindern und Jugendlichen positiv zu beeinflussen. Deshalb wirbt die Kampagne „Deutschland liest vor“ dafür, dass bundesweit engagierte Menschen eigene Vorlese-Initiativen starten. Dabei können sie bereits von den Erfahrungen von „Lesewelt“ profitieren: Das Buch „Abenteuer Vorlesen. Ein Wegweiser für Initiativen“ erzählt die ermutigende Entstehungsgeschichte der Berliner Initiative, bietet aber auch Empfehlungen von Lese-Experten und ganz praktische Anregungen rund um den Aufbau eines eigenen Vorleseprojekts. Das Buch wurde herausgegeben von Cem Özdemir in der edition Körber-Stiftung.

Die Kampagne: Getragen vom Engagement vieler Partner

„Deutschland liest vor“ will Leseförderung betreiben, Kindern zu besseren Startchancen verhelfen und zu bürgerschaftlichem Engagement motivieren. Gemeinsam mit Doris Schröder-Köpf macht sich auch ein Freundeskreis aus prominenten Experten und Unterstützern für die Idee der Leseförderung durch Vorlesen stark. Angestoßen wurde die Kampagne von der Körber-Stiftung.

Die Geschäftsführung wird weitgehend ehrenamtlich geleistet – sie ist angesiedelt beim gemeinnützigen Trägerverein „Deutschland liest vor e. V.“, dem ebenfalls angesehene Fachleute angehören. Alle Informationen rund um die Kampagne „Deutschland liest vor“ sind nachzulesen unter

www.deutschland-liest-vor.de

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