Die Technik Museen Sinsheim und Speyer

Die Technik Museen Sinsheim und Speyer Für Lernende Lernorte Lernorte: MINT

Mit über 55.000 m2 Hallenfläche, weit über 150.000 m2 Freigelände und über 6.000 Exponaten sind die Technik Museen Sinsheim und Speyer die größten privaten Technikmuseen in Europa. In den vergangenen sechs Jahren lagen die Besucherzahlen bei 1 bis 1,5 Millionen Personen pro Jahr. Getragen werden die Museen seit der Anfangszeit vom gemeinnützigen Auto & Technik Museum e.V., dem über 2300 Mitglieder aus der ganzen Welt angehören. Die Finanzierung erfolgt allein aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Eintrittsgeldern. Alle Überschüsse werden zum Ausbau der Museen verwendet. Mitglied im Förderverein kann jeder werden der sich für Technik interessiert und die Museen unterstützen möchte.

Das Auto & Technik Museum Sinsheim

Die Geschichte des Auto & Technik Museum Sinsheim begann im Spätjahr 1980. Bei einem Treffen begeisterter Technik-Liebhaber wurde die Idee geboren, die oft in jahrelanger Kleinarbeit restaurierten Schmuckstücke einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Kurz entschlossen wurde ein Museumsverein gegründet und nur wenige Monate später öffneten sich am 6. Mai 1981 erstmals die Tore zum Auto & Technik Museum Sinsheim. Das Museum erwies sich von Beginn an als großer Erfolg und die stetig wachsenden Besucherzahlen erlaubten es in den folgenden Jahren, die Ausstellungsfläche von zunächst 5.000 m2 auf über 30.000 m2 zu erweitern. Neben vielen Oldtimern aus allen Epochen der Automobilgeschichte präsentiert das Auto & Technik Museum Sinsheim heute u.a. die größte Privatsammlung historischer Maybach-, Kompressor-Mercedes- und Bugatti-Automobile in Deutschland, mehrere hundert Motorräder, Flugzeuge, Rekordfahrzeuge, Renn- und Sportwagen, Lokomotiven, Militär- und Nutzfahrzeuge, Großmotoren und vieles mehr. 1999 gelang es dem Museumsverein ein russisches Überschall-Passagierflug­zeug vom Typ Tupolev 144 zu bekommen. In einem spektakulären Transport wurde das Flugzeug auf dem Land- und Wasserweg von Moskau nach Sinsheim gebracht und im Frühjahr 2001 in Startposition auf dem Museumsdach aufgestellt. Dabei wurde genug Platz für das einzige weitere jemals gebaute Überschall-Passagierflugzeug, die britisch / französische Concorde, gelassen, die sich zu dieser Zeit noch im Liniendienst befand. Nur 4 Jahre später konnte diese Lücke gefüllt werden, als dem Museum von der Air France nach der Außerdienststellung der Concorde-Flotte ein Exemplar dieser Legende der Luftfahrtgeschichte überlassen wurde. Das Auto & Technik Museum Sinsheim ist das einzige Museum weltweit, in dem die beiden einzigen jemals im Liniendienst eingesetzten Überschall-Passagierflugzeuge Seite an Seite besichtigt werden können.

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Das Technik Museum Speyer

Als zu Beginn der 1990er Jahre die Erweiterungsmöglichkeiten in Sinsheim fast erschöpft waren ergab sich die einmalige Gelegenheit, im Zentrum von Speyer auf dem Gelände der ehemaligen Pfalz-Flugzeugwerke ein zweites Museum, das Technik Museum Speyer, zu errichten. Als Ausstellungshalle diente zunächst die „Liller Halle“, eine denkmalgeschützte Industriehalle aus dem Jahr 1913, in der heute insbesondere Oldtimer, Motorräder, Flugzeuge und historischer Feuerwehrfahrzeuge gezeigt werden. Derzeit verfügt das Museum über mehr als 25.000 m2 überdachte Hallenfläche und 150.000 m2 Freigelände.Durch das riesige Freigelände bot das neue Museum die Möglichkeit, den Besuchern außergewöhnliche Großexponate zu präsentieren. Den Anfang machte 1993 die U9, ein Unterseeboot der Bundesmarine mit einer Länge von 46 Metern und einem Gewicht von 466 Tonnen. 1999 folgte eine Antonov 22, das bis heute größte in Serie gebaute Propellerflugzeug der Welt mit einer Spannweite von 64 Metern und einer Länge von 58 Metern. Geschichte schrieb das Museum im Jahr 2003, als auf dem Museumsgelände eine Boeing 747 „Jumbo Jet“ der Lufthansa auf einem riesigen Stahlgerüst aufgebaut wurde. Der „Jumbo Jet“ im Technik Museum Speyer ist bis heute das einzige Flugzeug dieser Art das zerlegt, an einen Ort außerhalb eines Flugplatzes transportiert und wieder zusammengebaut wurde. Zwei spektakuläre neue Großexponate, die seit 2012 die Ausstellungen des Technik Museum Speyer bereichern, sind der Seenotkreuzer John T. Essberger der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sowie ein Transall Transport­flugzeug der Bundeswehr.

Im Jahr 2000 wurde auf dem Gelände des Technik Museum Speyer in einem historischen Gebäude, in dem einst die Verwaltung der Pfalz Flugzeugwerke untergebracht war, das Museum Wilhelmsbau eröffnet. Auf 4 Stockwerken mit ca. 3.000 m2 Ausstellungsfläche zeigt dieses „Museum im Museum“ u.a. mechanische Musikinstrumente, Moden des 18. und 19. Jahrhunderts, Künstlerpuppen, historische Waffen und Uniformen. Eine besondere Attraktion ist das „Lindenstraße Zimmer“ mit vielen Ausstellungsstücken rund um die beliebte Fernsehserie. Den vorläufigen Höhepunkt der Museumsgeschichte markiert der Erwerb eines russischen BURAN Raumgleiters, dem Gegenstück zum amerikanischen Space Shuttle. Der Transport des russischen Shuttles im Frühjahr 2008 von Bahrain über das offene Meer nach Rotterdam und von dort auf einem Ponton rheinaufwärts nach Speyer war ein Medienereignis ersten Ranges. Um das Shuttle den Museumsbesuchern angemessen präsentieren zu können, wurde auf dem Museumsgelände in Speyer eigens eine neue Halle errichtet. Das Gebäude hat eine Länge von 85 Metern, eine Breite von 75 Metern und eine Höhe von bis zu 22 Metern. Die Gesamtausstellungsfläche auf drei Ebenen beträgt ca. 9.000 m2. Außerhalb von Russland und Amerika ist die BURAN in Speyer der einzige Raumgleiter, der in einem Museum besichtigt werden kann.

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