Handwerksmanagement – Dual war gestern, ich studiere Trial – mein Erfahrungsbericht

FrauimhandwerkZu Anfang ein kurzes Portrait von mir: ich bin Madita, 21 Jahre, gelernte Bankkauffrau und bin so froh etwas gefunden zu haben, das mir Spaß macht, mich fordert und fördert. Ich studiere an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach den trialen Studiengang Handwerksmanagement- Betriebswirtschaftslehre.

Die Lateiner unter Euch können sich wahrscheinlich genauso viel denken, wie ich mir am Anfang auch. Trial kann man vom lateinischen „tres“ ableiten. Ich werde, wenn alles klappt, am Ende des Studiums also drei Abschlüsse in meiner Tasche haben. Mein erster Abschluss wird der Gesellenbrief sein, mein zweiter Abschluss der Meisterbrief und zu guter Letzt kommt der Bachelor. Den Meisterbrief kann man in allen handwerklichen Berufen machen und das ist neben der Fachhochschulreife die einzige Bedingung. Man kann den Studiengang nur mit einer handwerklichen Ausbildung antreten. Auch Handwerker, die die Ausbildung hinter sich haben und sich betriebswirtschaftlich weiterbilden wollen, sind hier gerne gesehen.

Ich selber mache eine Ausbildung zur Anlagenmechanikern bei meinem Vater im Betrieb. Im elterlichen Betrieb zu lernen hat seine Vor-und Nachteile. Bei meinem Zeitplan und Lernpensum ist das allerdings für mich die beste Lösung. Außerdem ist das eine Einstellungssache, ich bin ein Mensch der immer mehr lernen möchte und nicht genug Neues erfahren kann, zudem möchte ich den Betrieb später übernehmen. Denn genau dafür ist der Studiengang konstruiert worden. Andere Kommilitonen, machen die Ausbildung nicht im familiären Betrieb und sind dadurch keineswegs benachteiligt. Man muss halt einen Betrieb finden, der den Vorteil eines qualifizierten Fach- und Führungskräftenachwuchses für sich nutzen will.

Ich bin noch ganz frisch dabei, habe das erste Semester hinter mir und das erste halbe Jahr der Ausbildung. Aufgrund meines Abiturs und einer abgeschlossenen Ausbildung als Bankkauffrau habe ich die Ausbildung von 3,5 auf 2,5 Jahre verkürzt, es steht mir noch offen, ob ich die Ausbildung sogar auf 2 Jahre verkürze. Aktuell sieht mein Wochenplan so aus:  drei Tage im Betrieb, ein Tag in der Berufsschule und zwei Tage in der Fachhochschule. Es kommt aber selten vor, dass ich jeden Freitagnachmittag und Samstagvormittag los muss.

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In erster Linie lernt man hier die Betriebswirtschaftslehre mit Bezug aufs Handwerk. So rutschen wir im 3. Semester in das ganz normale BWL Studium. Im ersten und zweiten Semester haben wir Dozenten, die selber aus dem Handwerk stammen und die uns Module, wie zum Beispiel Wirtschaft im Handwerk oder Soziologie im Handwerk ans Herz legen. Und genau hier liegt der Vorteil zu einem normalen BWL Studium – hat man sich für die Richtung des Handwerks entschieden, so bekommt man hier Lifehacks und viel Lebenserfahrung von den Dozenten mit, die sich gerne die Zeit nehmen Fragen zu beantworten. Da der Studiengang noch recht neu und nicht bekannt ist, ist die Gruppe der Kommilitonen klein und familiär. So ist die Atmosphäre eher wie in der Schule, die Dozenten halten keinen strickten Monolog, sondern interagieren mit uns Studenten. Durch die Größe der Gruppe kann man sich untereinander austauschen, findet Freunde und man hat richtig coole Lerngruppen.

Wer sich jetzt denkt, dass ich kein Leben mehr habe vor lauter Lernstress und zeitlicher Verpflichtungen, teilt meinen ersten Gedanken. Ich habe schnell gelernt, wie ich richtig lerne und alles unter einem Hut packen kann. So fasse ich ziemlich jede Vorlesung mithilfe des Skripts oder jede Unterrichtsstunde mithilfe meiner Notizen kurz und knapp zusammen. So bin ich in der Prüfungsphase relativ relaxt und habe immer noch genug Zeit für Freunde, Familie und Hobbys. Nach der Prüfungszeit ist es trotzdem notwendig sich mal Zeit für sich zu nehmen, ich gehe dann gerne Wandern, das gibt genügend Power für die nächste Zeit.

Wenn Du jetzt noch mehr wissen willst oder Fragen hast, kannst Du Dich gerne über meine Instagram-Seite @frauimhandwerk bei mir melden. Hier berichte ich über das Leben als Frau im Handwerk, über das Studium und wie ich alles unter einem Hut bekomme.

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