Hilfe beim Studienausstieg: Hochschule Niederrhein und Agentur für Arbeit kooperieren im Projekt „Next Step“

Hilfe beim Studienausstieg: Hochschule Niederrhein und Agentur für Arbeit kooperieren im Projekt „Next Step“ Aktuelles Pressenews
Wolfgang Dräger, Rolf Dörr (beide Agentur für Arbeit), Sandra Vo, Dr. Silke Höfle und Désirée Krüger heute bei der Präsentation von NextStep.

Die Hochschule Niederrhein möchte künftig Studierenden, die über einen Abbruch des Studiums nachdenken, noch zielgerichteter helfen. Dafür gibt es seit Oktober 2017 das Verbundprojekt „Next Step Niederrhein“, bei dem die Hochschule Niederrhein und die Hochschule Rhein-Waal kooperieren. Beide Hochschulen bieten Studierenden ein individuelles Coaching an und bauen ein Unterstützernetzwerk mit regionalen Arbeitsmarktakteuren am Niederrhein auf. Das Projekt wird vom Land NRW mit insgesamt 462.000 Euro für drei Jahre bis 2020 gefördert. Heute wurde es im NEW-Blauhaus der Presse vorgestellt.

„Wir als Hochschule haben eine Verantwortung für unsere Studierenden und diese hört für uns auch dann nicht auf, wenn über einen Studienabbruch nachgedacht wird. Daher wollen wir Studienzweiflern zur Seite stehen und ihnen helfen ihren Weg zu finden, auch wenn dieser dann vielleicht weg von der Hochschule führt“, ließ Prof. Dr. Berthold Stegemerten, Vizepräsident für Studium und Lehre der Hochschule Niederrhein, ausrichten. In seinem Ressort ist das Projekt angesiedelt.

Im Februar 2017 hatten regionale Arbeitsmarktakteure auf dem Campus Krefeld der Hochschule Niederrhein die Kooperationsvereinbarung „Perspektiven für Studienaussteiger“ unterzeichnet, um einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region zu leisten und die Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung zu verbessern. Unterzeichner sind die IHK Mittlerer Niederrhein, die Handwerkskammer Düsseldorf, die Arbeitsagenturen Krefeld und Mönchengladbach, die Kreishandwerkerschaften Niederrhein und Mönchengladbach sowie die Jobcenter Krefeld, Mönchengladbach und Viersen. Auf Basis der Kooperationsvereinbarung konnte die Zusammenarbeit von Next Step Niederrhein mit den Arbeitsmarktakteuren schnell umgesetzt werden.

Zudem gibt es seit 2011 an allen Fachbereichen der Hochschule Niederrhein Studienverlaufsberaterinnen, die Studierende während des Studiums individuell bei Problemen beraten können. Die Beraterinnen sind seit Projektbeginn eine Anlaufstelle bei Studienzweifel, so dass die Antragsstellung von Next Step Niederrhein im Frühjahr 2017 aus dem Projekt heraus ein logischer Schritt war. Die Vernetzung der Beratungen bleibt daher eng: Wenn die Studienverlaufsberatung zu dem Ergebnis führt, dass ein Fortführen des Studiums in dieser Form keinen Sinn mehr ergibt, leiten die Studienverlaufsberaterinnen an das Coaching von Next Step weiter.

Dann kommt die Agentur für Arbeit ins Spiel. Studierende bräuchten für den Fall, dass sie im gewählten Studium scheitern, einen Plan B, ein Netz, das sie auffängt, sagt Wolfgang Draeger, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. „Im Rahmen unseres Kooperationsvertrags ,Perspektiven für Studienaussteiger‘ freuen wir uns, ein starker Partner in dem zusätzlichen Angebot der Hochschule Niederrhein zu sein und gemeinsam jungen Menschen auf ihrem Weg in ein erfolgreiches Berufsleben zu unterstützen. Wir wollen da sein, wo junge Menschen sind und Next Step Niederrhein ist ein folgerichtiger Türöffner für Studierende auf der Orientierungssuche“, resümiert Wolfgang Draeger.

Dafür, dass die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit klappt, sorgen an der Hochschule Niederrhein die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Désirée Krüger und Dr. Silke Höfle. „Ich coache die Studienzweiflerinnen und –zweifler mit dem Ziel, ihnen Orientierung zu geben und sie handlungsfähig zu machen“, sagt Désirée Krüger. Dr. Silke Höfle stellt den Kontakt zu den Kooperationspartnern her: „Ich freue mich, dass wir mit der Agentur für Arbeit einen wichtigen Akteur auf unserer Seite haben.“

So wie bei Sandra Vo, die zwei Semester Ernährungswissenschaft studierte und sich mit der Zeit immer unwohler in dem Studium fühlte. „Ich habe gemerkt, dass mich nur Teilbereiche interessieren“, sagt die 22- Jährige. „Nach meinem Entschluss, das Studium vorzeitig zu beenden, habe ich einen Termin mit der Studienverlaufsberaterin vereinbart. Diese sprach mir Mut zu. Am Tag darauf habe ich mich in der Agentur für Arbeit informiert, was es für Möglichkeiten für mich gibt. Zusammen mit meinem Berufsberater Rolf Dörr bin ich auf meine Stärken und Interessen eingegangen, worauf ich mich auf eine Ausbildungsstelle als Süßwarentechnologin bewarb. Am 1. August startet meine Ausbildung“, erzählt sie glücklich. Vor einem Jahr, als sie sich für den Studienabbruch entschieden hat, war ihr Blick nach vorne noch weit weniger optimistisch.

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