Hochschule Niederrhein treibt Projekte zu Mensch-Roboter-Kollaboration voran

Prof. Dr. Hans-Jürgen Buxbaum mit Sumona Sen (links) und Prof. Dr. Nele Rußwinkel von der TU Berlin auf dem Ladenburger Diskurs.

Wie können Mensch und Roboter synergetisch zusammenarbeiten? Mit dieser Frage beschäftigen sich mehrere Wissenschaftler am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Niederrhein. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie der Mensch auf diese Herausforderung vorbereitet werden kann. Die Forschung zur teamfähigen Interaktion von Mensch und Roboter hat das Ziel, Stärken zu kombinieren und Arbeit für den Menschen attraktiver zu gestalten.

Die beiden Promotionsstudentinnen Sumona Sen und Lisanne Kremer arbeiten an unterschiedlichen Aspekten des Themas. Und Dr. Hans-Jürgen Buxbaum, Professor für Automatisierung und Robotik am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen, hat jetzt den Ladenburger Diskurs zum Thema Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) geleitet. Zu der Veranstaltung der Daimler und Benz Stiftung kamen 20 der führenden Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz. Die Bedeutung des Themas wächst.

Bei der Mensch-Roboter-Kollaboration assistiert der Roboter dem Menschen. Das bedeutet: Die Maschine ersetzt nicht den Menschen, sondern ergänzt seine Fähigkeiten und nimmt ihm auch monotone, repetitive Arbeiten ab. Gerade diese Tätigkeiten führen auf Dauer zu hoher Beanspruchung oder Ermüdung und damit zu einer erhöhten Fehlerwahrscheinlichkeit.

Im Gesundheitswesen steht das Thema Patientensicherheit durch starke Beanspruchung der Pflegekräfte und Ärzte im Fokus. Lisanne Kremer forscht am Fachbereich Gesundheitswesen zum Thema „Kognitive Beanspruchung im Zusammenhang mit der Nutzung von Medizinischen Informationssystemen“. Die Untersuchungen von kognitiver Beanspruchung sowie deren Zusammenhang zu Fragestellungen der Akzeptanz sind Grundlage ihres Promotionsvorhabens. Dabei geht es vor allem darum, dass eine zu starke Beanspruchung des Menschen in der Kollaboration dazu führt, dass es Menschen schwerer fällt, die Interaktion und deren Konsequenzen zu akzeptieren und den Roboter als Unterstützung wahrzunehmen und zu nutzen.

Für die Gestaltung von MRK-Systemen hat die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sumona Sen in ihrer Masterarbeit am Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen einen Full-Scope Simulator entwickelt, der eine konkrete Handlungssituation realitätsgetreu nachbilden kann. Sen möchte über weitere Gestaltungskriterien in der MRK promovieren und dabei die Prognosefähigkeit einer Roboterbewegung abhängig von der programmierten Bewegungsbahn untersuchen.

„MRK-Systeme werden in einer älter werdenden Gesellschaft immer wichtiger“, sagt Hans-Jürgen Buxbaum, der das Promotionsvorhaben von Sumon Sen betreut. „Künftig werden in unserer Arbeitswelt verstärkt Roboter eingesetzt, die nicht mehr isoliert hinter Zäunen arbeiten, sondern Hand-in-Hand mit den Menschen.“ Damit sollen die Arbeitsinhalte vielfältiger, die ergonomischen Belastungen geringer und die Arbeitszufriedenheit größer werden.

Sorry, comments are closed for this post.