International Business Studies Diplom an der Universität Paderborn

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Studiengang: International Business Studies Diplom an der Universität Paderborn

(heute ist das ein Bachelor und Masterstudiengang)

Vorbereitung / Anriss:

Das IBS Studium besteht aus drei Einheiten. Eine Einheit ist die Betriebswirtschaftslehre. Dazu kommen zwei Sprachen. Hier kann man wählen zwischen der Kombination Englisch / Spanisch oder Englisch / Französisch.
Mein Studium habe ich 2001 erst allgemein als BWL Studium begonnen. Da allerdings der Anteil an Sprachen fast null ist im normalen BWL Studium, habe ich bereits während des ersten Semesters umschreiben lassen zum Studiengang International Business Studies (IBS). Dabei habe ich mich für die Kombination Englisch / Spanisch entschieden. Während man bei BWL nur ein, zwei Semester einmal die Woche Englisch hat, bot sich bei IBS die Möglichkeit die Sprachen intensiv zu lernen.
Dabei sei “intensiv” wörtlich zu verstehen. Ich selbst hatte vorher noch kein Spanisch gehabt und habe es somit an der Uni völlig von Null gelernt, in Englisch war ich im Abi auch nicht die Leuchte gewesen und das habe ich während des Studiums mit vielen harten Lernstunden wieder ausgleichen müssen. Wer also keinen Spaß hat am intensiven Lernen von Sprachen hinzukommend zu den BWL Fächern, der ist hier fehl am Platz.
Vielleicht ist das der Grund warum auf IBS der NC so hoch liegt. Als ich angefangen habe, lag er bei 1,9 und im Nachrückverfahren bei 2,2.
Hier ist anzuraten sich rechtzeitig zu informieren, wie hoch der pro Jahr ist.
Hinzukommend würden 2001 nur 200 Studenten pro Semester bei IBS zugelassen. Beim Master waren es 50 pro Semester.
Hier sollte man aber beachten, dass bei der Vergabe der Masterplätze komplett neu gewürfelt wird. Man hat keinen Freifahrtschein nur weil man schon an der Uni ist, sondern externe Bewerber anderer Unis und interne Bewerber auf die Masterplätze durchlaufen das selbe verfahren. Allerdings hat noch keiner meiner Freunde, den Masterplatz nicht erhalten.

Grundstudium:

Das Grundstudium war für mich teilweise sehr hart. Ich hatte weder eine Ausbildung vorher gemacht, noch war ich auf einem Wirtschaftsgymnasium gewesen, so dass es für mich als damals gerade mal 19-jährige echt viele neue Wirtschaftsbegriffe waren und viele neue Fächer. Hinzukommend hatte ich direkt von Anfang an jede Woche zwei – drei Mal Englisch sowie Spanisch. Spannend bei den Sprachen fand ich, dass man sowohl Sprach- als auch Kulturveranstaltungen zu besuchen hatte. Sprich man lernt nicht nur die Sprache als solche, sondern immer auch die kulturellen Gegebenheiten der verschiedenen Länder kennen.

Beim Grundstudium kann ich raten, sich wirklich zu quälen und alle Vorlesungen zu besuchen. Selbst wenn man später bei den gigantischen BWL-A und BWL-B Klausuren strategisch zu “Mut zur Lücke” greifen muss, ist es sinnvoll in alles einmal rein zu hören, um sich selbst klar zu werden, welchen Schwerpunkt man später wählen will.
Ich selbst bin mit dem Vorsatz “Marketing” an die Uni gegangen, habe aber schnell gemerkt, dass meine Stärken und Interessen doch in einem ganz anderen Feld liegen.

Wichtig fürs Grundstudium sind darüber hinaus die Übungsgruppen, die angeboten werden, und KONTAKTE; KONTAKTE; KONTAKTE….. man kann den Unialltag nicht auf Anhieb durchblicken und viele tun sich schwer nach der Schulzeit autonom zu verhalten und damit klar zu kommen, dass keiner einen mehr an die Hand nimmt. Deshalb ist es hilfreich mit vielen Leuten in Kontakt zu kommen. Mit sind die meisten wichtigen Informationen eher von einem Kommilitonen erzählt worden, als dass ich es irgendwo an einem Schwarzen Brett hätte lesen können.

Hauptstudium:

Im Hauptstudium habe ich die Schwerpunkte Personal und Organisation gewählt. Dabei lag mein Steckenpferd im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung. Mir persönlich hat dieser Bereich sehr viel Spaß gemacht. Er beinhaltet neben rechtlichen Gesichtspunkten des Arbeitsrechts, viel Soziologie, Psychologie und Pädagogik. Wer daran Spaß hat und doch BWL dabei haben will, für den ist das genau das richtige.
Auch mit Blick aus dem Berufsleben, in dem ich mittlerweile stecke, kann ich sagen, dass es doch die beste Wahl war.
Für die Wahl der Schwerpunkte kann ich nur sagen, hört auf euren Bauch und nicht auf das, was Zeitungen, Medien oder sonst wer sagt, was gerade IN sei und wo man nachher viel Geld machen kann. Mit einem betriebswirtschaftlichen Abschluss verdient es sich nie wirklich schlecht. Klar gibt es Felder, die mehr verdienen als andere, aber mir war das nicht Motivation genug. Schlussendlich verbringe ich 40 Stunden die Woche mit 44 Wochen im Jahr und in über 40 Jahre Zeit meines Lebens damit diesen Beruf auszuüben. Wenn man sich das hochrechnet, dann wird schnell klar, dass einem sein Beruf zumindest ansatzweise Spaß machen sollte.

Im Hauptstudium kommen noch Prüfungsmöglichkeiten wie Referate, Hausarbeiten und Blockveranstaltungen hinzu. Ich persönlich finde das ein super Angebot, da man so, die Lernlast gleichmäßig auf das Semester verteilen kann. Hier gilt auch, dass man versuchen sollte seinen eigenen Lernstiel zu finden und danach Veranstaltungen und Prüfungsarten zu wählen.

Auslandsstudium:

Vorteil des international ausgerichteten Studiums ist, dass man sich bei drei Fakultäten für ein Auslandssemester bewerben kann. So konnte ich mich bei den Wirtschaftswissenschaften, der Romanistik und der Anglistik bewerben. Was meine Chancen natürlich verdreifacht hat.

Insbesondere wer ein Aufbaustudium macht, muss mind. 1 Semester im Ausland studiert haben.

Beim Auslandsaufenthalt sollte man sich frühzeitig hinsetzten und planen. Das Bewerbungsverfahren zieht sich meist über ein Semester hin und es ist eine Unmenge zu regeln. Bafög, Stipendium, etc.

Ich habe mein Auslandsstudium in Santiago de Compostela gemacht. Großartiges Land, großartige Erfahrung. Man sollte nur wissen, dass Landessprache nicht Castellano sondern Gallego ist und damit auch offiziell an den Unis gesprochen wird. Wenn man fit im Spanischen ist, wenn man dort hingeht, dann ist aber möglich, es zumindest ansatzweise zu verstehen. Es ist eine Mischung aus Spanisch und Portugiesisch. Wer ins Ausland geht um Spanisch von Grund auf zu lernen, der kann das in Sprachschulen dort wunderbar machen. Die Uni eignet sich dann aber weniger. Sprich meine damaligen Freunde in Santiago haben außer der Sprachschule nicht viel machen können / wollen. Ich selbst habe trotz Gallego an der Universität studiert und ganz normal BWL und Spanisch Kulturkurse gelegt. Vorteil war, dass man einen Ausländerbonus hatte und ziemlich gut an gute Note herankam, die dann in Deutschland angerechnet werden konnten.
Achtung: Das Anrechnen lassen von Kursen muss vorher mit den Professoren abgestimmt werden. Nur in wenigen Ausnahmefällen, haben die Professoren auch eine Anrechnung im Nachhinein akzeptiert.
Ansonsten ist ein Auslandsaufenthalt immer zu empfehlen. So schnell und einfach wie man dort Sprachen lernt, tut man es nie wieder.

Charakteristika Uni Paderborn:

Die Uni ist als Campus aufgebaut. Viele finden das nicht so toll und fühlen sich in einer Stadt wie Münster wohler, weil man verträumt durch die Straßen von Fakultät zu Fakultät tingeln kann. Das macht aber auch nur am Anfang Spaß und viele meiner Freunde haben mich am Ende für unsere Campusstruktur beneidet. Alles was man braucht ist direkt an der Warburger Straße zu finden. Kaum Zeitverluste, um von einer zu nächsten Veranstaltung zu rennen. Kein Stress, kein Ärgern über Regentage, kein Ärgern über verspätete Busse. Ich fands perfekt.
Super an der Uni PB ist hinzukommend, dass sie durch Siemens Nixdorf im technischen Bereich wirklich vorne mitläuft. Jeder Saal ist mit Beamern, Laptopanschlüssen, teilweise auch mit Mikrophonen etc. ausgestattet. Darüber hinaus empfängt man über all Wlan und in der Bibliothek sind zusätzlich noch PC zu finden.
Die Bibliothek in Paderborn ist super. Es sind unheimlich viele Dinge dort zu finden und sie wurde vor einigen Jahren meines Wissens auch ausgezeichnet. Das System ist einfach und praktisch und die Öffnungszeiten sind ebenfalls super. Hinzukommend kann auch hier das meiste digital über den Rechner gemacht werden. Selbst das verlängern von Büchern funktioniert ohne Probleme von zu Hause vom Sofa aus.
Nett an der Uni ist auch die Mensa. Sie wurde vor einigen Jahren umgebaut und bietet ein reichhaltiges Angebot mit Salatbar, frischem Grill, Aufläufe und Pastagerichte, Obst, Joghurt und jeden Tag drei Gerichte davon eins vegetarisch.
Niedlich ist der Pub. Der Irish Pub im Keller der Uni ist auch am Wochenende geöffnet und neben nettem Treffpunkt zwischen zwei Veranstaltungen auch ein netter Ort zum feiern.

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