Menschen sprechen zu leise über wichtiges, zu laut über unnötiges, zu viel über andere, zu wenig miteinander, und zu oft ohne nachzudenken.

5 Fragen — 5 Antworten: mit Sandra Gal

6. Oktober 2015

Sandra Gal-wissensschule-interview

Sandra Gal  (1985 in Düsseldorf geboren) ist die derzeit beste deutsche Golferin. Im Alter von 5 Jahren begann sie Golf zu spielen und war bereits mit 17 Jahren Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. wissensschule.de tauschte sich mit ihr über Unterschiede der deutschen und amerikanischen Schulsysteme, Zufälle im Leben sowie drei gute Gründe für den Golfsport aus.

Viele Schülerinnen und Schüler wissen nach der Schule oftmals nicht, wie es danach weiter geht — direkt ins Studium, eine Ausbildung machen oder  im Ausland erste Erfahrungen sammeln? Den eigenen Interessen folgen oder einen sicheren Weg gehen? Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Mir war das Studium von Anfang an sehr wichtig, doch ich wollte mir auch die Option Profi zu werden im Golf offen lassen. Dies ging eigentlich nur in den USA, wo auch Sportler neben dem Studium die Möglichkeit haben sich weiterzuentwickeln, d.h. regelmäßig zu trainieren und Wettbewerbe zu bestreiten.

Als deutsche Wahlamerikanerin haben Sie Ihren Wohnsitz in den USA. Worin unterscheidet sich das amerikanische Schulsystem von dem deutschen?

Ich glaube, dass die amerikanische „High-School“ generell deutlich weniger anspruchsvoll ist als das deutsche Gymnasium. Aber der Vorteil in den USA ist, dass man selbst Sportmannschaften an diesen Schulen hat. Die Unis sind sicherlich vergleichbar.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will an den Schulen ein Unterrichtsfach zur Vorbereitung auf die Herausforderungen des Alltags einführen als Reaktion auf den Tweet der damals 17-jährigen Schülerin Naina. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ich glaube, dass ein Fach in diese Richtung sehr viel Sinn macht. Wir werden in der Schule  viel zu wenig auf das eigentliche Leben vorbereitet. Dinge wie Selbstbewusstsein, klarer Geist, Entschlussfähigkeit, Geduld, Zielstrebigkeit, Scheitern und Erfolg werden in der Schule kaum diskutiert.

Im Alter von 5 Jahren haben Sie mit dem Golfspielen begonnen. Wie haben Sie diese Zeit noch in Erinnerung, eher als Bürde oder als Segen und richtige Entscheidung Ihrer Eltern für Ihre spätere Profikarriere?

Es ist ein Segen, dass mir mein Papa Golfschläger zum 5.Geburtstag geschenkt hat. Diese kleinen ´´Zufälle´´ sind es, die oft über unsere Karriere und unseren Lebensweg entscheiden. Damals hat es mir mehr Spaß gemacht das Golfbuggy zu fahren als Golf zu spielen, doch die Leidenschaft an meinem Sport ist ständig gewachsen. Die Beständigkeit nicht aufzugeben, wenn manchmal auch Steine im Weg sind, ist eine der Grundlagen meines Erfolgs.

Der deutsche Golfsport hat seit einiger Zeit ein deutliches Image- und Nachwuchsproblem. Drei gute Gründe von der erfolgreichsten deutschen Profigolferin, warum Golf auch für junge Menschen eine ganz besondere Sportart ist?

1. Man hat keinen Chef

2. Man lernt Unmengen an interessanten Menschen auf dem Golfplatz kennen

3. Golf ist cool und man kann alleine, aber auch im Team spielen.

Gleichzeitig lernt man viele wichtige Werte und Eigenschaften fürs Leben: Ehrlichkeit, Geduld, Zielstrebigkeit, Konzentration, Ausgewogenheit und das Können im Moment zu bleiben und last but not least, man ist den ganzen Tag an der frischen Luft– somit habe ich mein „Büro“ auf dem Golfplatz 🙂


Foto: Gabriel Roux

Veröffentlicht am 06.10.15

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Wie sagte schon Bacon: „Wissen ist Macht!“
*Francis Bacon, 1561 - 1625, Philosoph & Jurist
 

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