Jugendliche aus 14 Städten entdeckten im TalentCamp Ruhr ihre Stärken

  • Kostenloses Ferienprojekt für 40 Schülerinnen und Schüler aus dem Ruhrgebiet
  • Treffen mit Paralympics-Athlet David Behre
  • Große Abschlussveranstaltung in der Arena auf Schalke
Foto: Amin (16), Nele (14) und Majda (16) lernten im Workshop „Grüner Pott“, wie sie die Natur in die Stadt holen können.
Quelle: Initiativkreis Ruhr

So schön kann kreatives Lernen sein: 40 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Ruhrgebiet haben in den Sommerferien ihre individuellen Fähigkeiten entfalten können. Im TalentCamp Ruhr probierten sie vom 18. bis 27. Juli in praxisorientierten Workshops ganz neue Dinge aus. So haben sie ihr handwerkliches Geschick beim „Upcycling“ ausrangierterGegenstände unter Beweis gestellt oder ein Hörspiel komplett selbst produziert. Die Ergebnisse präsentierten die Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren heute vor Eltern, Freunden und interessierten Besuchern in der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen. Möglich machten das kostenlose Ferienprojekt die TalentMetropole Ruhr und der Bochumer Verein Durchstarten sowie die Partner und Förderer vom Akademischen Förderungswerk (AKAFÖ), der Deutschen BP Stiftung, der Stiftung Schalke hilft! und der Westfälischen Hochschule.

„Im TalentCamp Ruhr kommen Jugendliche unterschiedlichster Schulformen zusammen. Im Team stärken sie ihre sozialen Kompetenzen, probieren sich aus und lernen unterschiedlicheBerufsbilder kennen“, lobt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr, das Projekt. „Das TalentCamp ist ein wichtiger Baustein der TalentMetropole Ruhr. Hier werden Talente junger Leute sichtbar, die sonst verborgen geblieben wären und von denen die Jugendlichen manchmal selbst überrascht sind. Es ist schön zu sehen, wie ihr Selbstbewusstsein im TalentCamp gestärkt wird.“ Die TalentMetropole Ruhr ist das Leitprojekt Bildung des Initiativkreises Ruhr.

In der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und imbenachbarten „Haus Heege“ hatten die Jugendlichen aus 14 Ruhrgebietsstädten zehn Tage volles Programm. Zwischen vier Talent-Workshops durften die Jugendlichen wählen: Beim„Pottcycling“ ging es darum, Designs zu entwickeln und ausrangierte Materialien und Gegenstände aufzuwerten und umzufunktionieren. Im Workshop „Schreibkultur“ lernten dieTeilnehmer verschiedene Techniken des kreativen Schreibens kennen und schlüpften unter dem Motto „In zehn Tagen um die Welt“ in die Rolle eines Weltreisenden. Im Workshop „Grüner Pott“ging es um Stadtbegrünung durch „Urban Gardening“ und „Vertical farming“. Soundliebhaber produzierten im „Ohrenkino“ ein eigenes Hörspiel, mit Einsatz von Musik, Geräuschen und natürlich ihren eigenen Stimmen.

Paralympics-Sieger gab Motivationstipps

Am ersten Camp-Wochenende kamen die Jugendlichen ins Schwitzen: Leichtathlet und Paralympics-Sieger David Behre gab ihnen im Leistungszentrum Leverkusen eine private Trainingsstunde auf der Tartanbahn. Sie waren sichtlich beeindruckt, wie schnell der 31-Jährige mit seinen High-Tech- Prothesen laufen kann. Behre verlor bei einem Unfall 2007 beide Unterschenkel und musste das Laufen neu lernen. Heute liegt seine persönliche Sprint-Bestzeit auf der 100-Meter-Strecke bei 11,23 Sekunden. Bei den Paralympischen Spielen 2016 gewann er Gold, Silber und Bronze. Die BP Europa SE unterstützt den Ausnahmesportler als ein Vorbild für andere. Behres Botschaft an die TalentCamp-Teilnehmer: „Egal, wie ausweglos eine Situationerscheint, es gibt immer einen Weg. Und auch mit einerBehinderung kann man etwas reißen.“ Ein großes Ziel hat DavidBehre in seiner Karriere noch: Gold bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokyo.

Für die Projektmanagerin Mira Stepec von Durchstarten e.V. ist es jedes Jahr aufs Neue beeindruckend zu sehen, wie motiviert die Jugendlichen sind: „Wir glauben fest daran, dass jeder Menscheine besondere Fähigkeit hat. Und wir freuen uns sehr, dass die Jugendlichen im TalentCamp Ruhr die Möglichkeit haben, genau dies zeigen zu können und dabei auch noch ihre sozialen Kompetenzen zu stärken.“

Jugendliche aus folgenden Städten nahmen am TalentCamp Ruhr teil: Bochum, Bottrop, Datteln, Duisburg, Essen, Ennepetal, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Kamen, Lünen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Recklinghausen.

Das sagen die Teilnehmer selbst:

„Mir ist jetzt klar, dass ich beim Schreiben von Geschichten mehr auf Details eingehen muss und nicht nur die Personen beschreibe. Außerdem war dieTeamarbeit in meinem Workshop super.“
Kimberly-Chantal (15) aus Bochum (Workshop Schreibkultur)

„Ich habe mir das hier ganz anders vorgestellt. Mehr so wie Schule. Hier imTalentCamp Ruhr lernt man auch was, aber irgendwie spaßiger.“
Lukas (15) aus Bottrop (Grüner Pott)

„Auf unseren Namensbändern steht ‚Dieser Sommer wird Dein Sommer‘ – jetzt sehe ich das genauso.“
Salem (17) aus Duisburg (Ohrenkino)

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