“Keep Bali Smiling” – FS-Studierende unterstützen Kinder auf Bali

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„Keep Bali Smiling” – unter diesem Motto gründeten die drei International BWL-Studierenden der Frankfurt School of Finance & Management (www.fs.de) Nicolai Kirstätter, Alexander Küster und Sebastian Sabisch eine Wohltätigkeitsinitiative für Kinder auf Bali. Während ihres Auslandssemesters an der Udayana Universität besuchten sie mit Zahnbürsten, Fußbällen und Schulsachen im Gepäck Grundschulen im Nordwesten der Insel, der ärmsten Region, um die Lebensqualität der Kinder zu verbessern. Im Interview erzählen sie über das Projekt und ihre Erfahrungen vor Ort. Unterstützt wurden sie durch Sebastian Mörler, einen Kommilitonen, der sie aus Tokio besuchte und einem Professor der Udayana University.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen ein wohltätiges Projekt in Bali auf die Beine zu stellen? 

Alex: Nach einem inspirierenden Vortrag über soziales Engagement bei den Miss World Wahlen, die zur Zeit unseres Auslandssemesters auf Bali stattfanden, beschlossen wir uns ebenfalls sozial zu engagieren. Nach einer Rundreise im Norden von Bali wurde uns sehr schnell bewusst, wie wichtig gesunde Zähne für das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität sind. Je weiter man in den Norden von Bali kommt, desto ursprünglicher

wird es. Insbesondere in der Gegend um Singaraja leben die Menschen sehr einfach. Oft fehlt es Ihnen am Nötigsten und gerade die Kinder leiden sehr stark darunter. So entwickelten wir schnell den Plan sogenannte „Dental Kits“ an die Kinder zu verteilen. Nach ausführlichen Gesprächen mit unseren Dozenten, weiteten wir die Idee aus: Wir beschlossen neben Zahnbürsten auch Fußbälle und Schulmaterialien wie Wörterbücher und Grammatikhefte beizusteuern.

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Inwiefern hat der Austausch mit den Professoren und Dozenten euch bestärkt?

Alex: Sehr! Durch die Gespräche haben wir gemerkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ein Dozent, der selbst aus Singaraja kommt, bestätigte, dass die Mundhygiene ein wesentliches Problem auf Bali darstellt. Neben den fehlenden finanziellen Mitteln für Zahnpflegemittel, fehlt auch das Bewusstsein für gesunde Zähne. Deshalb wollten wir mit unserer Initiative direkt bei den Kindern ansetzen und suchten drei Grundschulen für unseren Besuch aus. Als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass es weitere „Baustellen“ gab. Die Schulen hatten zum Beispiel Basketballkörbe, aber es gab keine Bälle zum Spielen. Auch Lehrmaterialien waren ein knappes Gut.

Welche Herausforderungen  musstet ihr meistern?

Nico: Es gab einige. Die größte Schwierigkeit am Anfang war, ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob Balinesen Spenden überhaupt annehmen und wie sie darauf reagieren würden. Auch hier bestätigten die Dozenten, dass besonders Kinder für jede Hilfe dankbar sind. Erstaunlicherweise war die Herausforderung Spenden für unser Projekt zu sammeln nicht so groß, wie angenommen. Unsere Freunde und Bekannte waren sehr engagiert, uns in Form von Sach- und Geldspenden zu unterstützen. Somit war die Finanzierung schnell geregelt. Der nächste Schritt war dann die Beschaffung der Produkte. Die größte Hürde beim Kauf waren sprachliche Probleme. Die Menschen waren jedoch sehr hilfsbereit und die Lieferung kam pünktlich und vollständig. Die letzte Herausforderung war die Auswahl geeigneter Schulen. Zum Glück standen uns auch hier die Dozenten als Begleiter und Übersetzer zur Seite.

Klingt nach viel Organisation- und Planungsaufwand. Da war bestimmt gute Aufgabenteilung gefragt?

Alex: Definitiv! Ohne eine Aufgabenteilung hätten wir es mit unserem engen Zeitrahmen sicher nicht geschafft. Sebastian, unser Verhandlungstalent, hat sich um die Absprachen und Lieferungen gekümmert. Nicolai und ich haben Freunde, Familie und Verwandte zu Hause angeschrieben, nach Spenden gefragt und das Budget geplant. Den Newsletter und die Facebook-Seite zum Projekt haben wir zusammen gestaltet.

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Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt! Was sind eure schönsten Erinnerungen an die Zeit auf Bali? 

Nico: Die Dankbarkeit in den Gesichtern der Schülerinnen und Schüler zu sehen war unbeschreiblich. Es war eine unglaubliche Erfahrung die Freude und das Lachen der Kinder zu erleben. Insgesamt war der Besuch an den Grundschulen eine großartige Erfahrung, die wir auf jeden Fall wiederholen möchten. Mit einem Betrag von 1,50 pro Schüler waren wir in der Lage 1000 Schülern je zwei Zahnbürsten, eine Zahnpasta, einen Block, einen Bleistift und einen Anteil an Fußbällen, Wörter- und Grammatikbüchern und Weltkarten zu geben.

Wie seid ihr auf den Namen der Initiative gekommen? Welche Bedeutung steckt hinter „Keep Bali Smiling“?

Basti: Noch bevor wir überhaupt an ein soziales Engagement auf Bali gedacht haben, ist uns das ansteckende, von Herzen kommende Lachen der balinesischen Kinder aufgefallen. Als es darum ging einen Namen für unser Projekt zu finden, dachten wir sofort an diese Tatsache. Außerdem passt der Titel gut inhaltlich zu unserem Projekt: Durch die Spende von Zahnpflegeartikeln war es unser ursprüngliches Ziel, die Zahngesundheit der Kinder zu verbessern und deren Bewusstsein für die Thematik zu schärfen. Die zusätzlich besorgten Schulmaterialien sollten einen kleinen Teil dazu beitragen, die Bildung, insbesondere die Englischkenntnisse der Kinder, zu verbessern. Auf einer von Tourismus geprägten Insel ist es unabdingbar für die lokale Bevölkerung Grundlagen der englischen Sprache zu beherrschen, um einen langfristigen und sicheren Job zu erlangen. Ein Job der genug Einkommen bringt um die Familie zu ernähren ist genauso ein Grund zu Lachen wie das unbeschwerte Fussballspielen mit Klassenkameraden. „Keep“ bezieht sich insbesondere auf den langfristigen Horizont den wir mit unserer Initiative anstreben.

Sie planen also das Projekt auch nach ihrem Auslandssemester fortzuführen?

Nico: Der Grundgedanke ist, das Projekt im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterzuführen. Wir haben einen guten Kontakt zu Einheimischen, sowohl den Schulleitern der einzlnen Schulen als auch Dozenten der Udayana Uni, aufgebaut, mit denen wir auch gern in der Zukunft arbeiten möchten. Der aktuelle Plan ist, durch die Unterstützung von FS Charity, Geld zu sammeln, um Ende diesen Jahres das Projekt weiterauszubauen und noch mehr Schulen zu besuchen.

Zum Abschluss: Was ist das Besondere an der Initiative „Keep Bali Smiling“?

Basti: Unserer Meinung nach ist das Besondere an „Keep Bali Smiling“ die unkomplizierte Struktur. Bei vielen Spendenorganisationen hat man das Gefühl, dass das Geld nie ankommt. Das war auch ein Grund, warum wir beschlossen ein eigenes Projekt zu realisieren satt zu spenden. Jeder der uns Geld gab, konnte sicher sein, dass es zu 100 Prozent für Spenden genutzt wird und wusste vor allem im Voraus genau, was gekauft wird. Außerdem war es uns wichtig, selbst mit den Leuten vor Ort in Kontakt zu treten und uns von den Zuständen selbst ein Bild zu machen. Bei einer Rundreise und in den Nachrichten sieht man viel. Doch, dass Kinder zu dritt auf einer viel zu kleinen Bank mit einem viel zu kleinen Tisch sitzen, in Klassenzimmern in denen teilweise keine oder nur kaputte Fester sind und keine Klimaanlage, sieht man erst wenn man vor Ort ist.

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