Menschen sprechen zu leise über wichtiges, zu laut über unnötiges, zu viel über andere, zu wenig miteinander, und zu oft ohne nachzudenken.

Masterstudierende entwickeln Geschäftsmodelle für selbstfahrende Autos

31. Juli 2015
Selbstfahrendes Auto

Foto: Prof. Doris Kortus-Schultes im Kreis ihrer Studierenden.

Während in Kalifornien ab diesem Sommer die ersten selbstfahrenden Google-Autos im Großversuch auf öffentlichen Straßen unterwegs sein sollen, haben sich Studierende der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach Gedanken zu ihrem potentiellen Nutzen gemacht. Im Rahmen des Studiengangs Master Business Management entwickelten sie Geschäftsmodelle, befragten Autofahrer und untersuchten mögliche Nutzungsmöglichkeiten.

„Das selbstfahrende Auto ist ,das nächste große Ding‘ in der Automobilindustrie“, erklärte Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes, die den Kurs leitete. „Dabei geht es Google weniger darum, die Fahrzeugtechnik zu verbessern – für die Kalifornier steht im Fokus, die eigene Produktpalette ins Auto zu bringen und damit noch mehr Daten von seinen Kunden zu generieren.“

Für die Studierenden eine herausfordernde Ausgangsposition: Sie sollten sich in die Position von Google versetzen und Potenziale durchspielen für ein Auto, was noch nicht serienreif ist. „Wir haben uns gefragt: Welche Vorteile bietet das selbstfahrende Auto und wie kann Google daraus Profit schlagen“, so die Studentin Camilla Piekarski.

Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Stefanie Lehrenfeld und Oliver Schlemmer nahm sie dafür die Zielgruppe der 25- bis 40-Jährigen ins Visier – und befragte diese zum potenziellen Nutzen selbstfahrender Autos für sie. Dabei stellte sich heraus, dass die befragten Männer und Frauen, ohnehin in der Rushhour des Lebens stehend, die Zeit beim Autofahren gerne anders nutzen würden. Zum Beispiel für Büroarbeiten, Einkaufen, Sport.

Daraus leiteten die Studierenden ihre Geschäftsmodelle ab. Zum Beispiel einen „Google Life Organizer“, der als persönlicher Assistent Termine verwaltet, Einkaufslisten erstellt und dafür sorgt, dass das Auto dann auch zu den gewünschten Adressen fährt. Bedienbar ist der Organizer über einen in die Windschutzscheibe integrierten Bildschirm – beim Fahren kann der Nutzer also seine Termine koordinieren oder das Einkaufen vorbereiten.

Den Organizer gibt es übrigens nicht umsonst, eine einmalige Gebühr wird fällig. Vorstellbar ist für die Studierenden auch, dass Google zusätzlich Werbeeinnahmen akquirieren kann. Warum nicht dem Fahrer anzeigen, in welchem Supermarkt es gerade den günstigsten Käse gibt – und ihn dann nach Wunsch dorthin fahren? Weitere Ideen der Studierenden: ein Google Tour Guide und ein Circle-Training im Auto für die Fitnessbegeisterten.

Noch ist das Zukunftsmusik, aber Doris Kortus-Schultes ist überzeugt davon, dass die Studierenden mit ihrer Arbeit in Bereiche vorgedrungen sind, die für die Automobilindustrie immer interessanter werden. „Sie haben den Mainstream-Lebensstil aufgegriffen, immer online zu sein und dabei seinen Alltag möglichst zu optimieren. Mit dem selbstfahrenden Auto geht Google einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Die deutschen Automobilhersteller werden da nicht lange untätig zuschauen.“

Veröffentlicht am 31.07.15

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Wie sagte schon Bacon: „Wissen ist Macht!“
*Francis Bacon, 1561 - 1625, Philosoph & Jurist
 

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