Mein Erfahrungsbericht: Studieren in den Niederlanden

Antonia Purrmann, Bachelorstudentin Waldnutzung und Naturschutz, 21 Jahre alt

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Warum die Niederlande?

In den letzten Jahren meiner Schulzeit wurde mir klar, dass ich gerne aus Deutschland raus möchte, etwas ganz Neues erleben, irgendwo, wo mich noch niemand kennt, aber wo ich trotzdem nicht so weit weg von zu Hause wohne. Da ich als Kind oft Urlaub in den Niederlanden gemacht habe und ich Niederländisch schon in der Schule gelernt habe, kam dieses Land schnell in die engere Auswahl.

Ich habe mich schon immer für Umwelt und Naturschutz interessiert und wenn man „Umwelt + Studium + Niederlande“ im Internet sucht, stößt man schnell auf die „Wageningen University and Research“ (WUR). Ich war sofort begeistert von dem Studiengang und schrieb mich für den Tag der offenen Tür der Universität ein. Zusammen mit meinen Eltern besichtigte ich die Uni und traf dort auf andere deutsche Studenten, die mir von ihren Erfahrungen berichteten. In den Niederlanden zahlt man zwar Studiengebühren, aber man bekommt davon vieles im Studium zurück: eine hochmoderne, top-ausgestattete Uni, kleine Lerngruppen sowie viel Unterstützung und persönlichen Kontakt mit Dozenten und Mentor-Studenten. Außerdem haben die Niederlande ein anderes Lernsystem. Zuerst einmal werden die Fächer und Klausuren auf vier bis sechs Perioden im Jahr aufgeteilt, was bedeutet, dass wenige Fächer in einer kurzen Zeit (einige Wochen) intensiv behandelt und mit einer Klausur abgeschlossen werden. Zudem beinhaltet das Studium mehr praktisches Lernen und Gruppenprojekte als es in Deutschland üblich ist. Das alles überzeugte mich, um mich für ein Studium in den Niederlanden zu entschließen.

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Das Studium

Ich muss zugeben, dass das erste Jahr schwieriger für mich war, als ich es erwartet hatte: Lernen auf einer Fremdsprache ist schon eine Herausforderung und der Leistungsdruck im ersten Jahr war hoch. Ich musste mich erst einmal an die zahlreichen Gruppenarbeiten und Exkursionen gewöhnen, vieles war allein schon anstrengend, weil man die ganze Zeit eine Fremdsprache hört und spricht. Aber ich habe das erste Jahr erfolgreich abgeschlossen! Ich habe eine tolle Studienberaterin (eine Dozentin, die für die individuelle Beratung der Studenten ihres Studiengangs zuständig ist), die mir jederzeit mit Rat und Tat zu Seite steht und mir dadurch im ersten Jahr sehr geholfen hat. Auch meine Mitstudenten haben mich unterstützt, denn in den Niederlanden ist der Erfolg einer Gruppe wichtiger als ein Einzelkämpfer zu sein.

Mittlerweile bin ich fast am Ende meines Studium angelangt und ich bin immer noch froh, die Entscheidung in den Niederlanden zu studieren, getroffen zu haben. Nach dem ersten Jahr wurde der Leistungsdruck geringer, Niederländisch gehört zum Alltag und mein Studium konnte ich immer individueller gestalten. Nach den allgemeinen Fächern im ersten Jahr kann man sich zwischen zwei Spezialisierungen in meinem Studium entscheiden und im dritten Jahr haben wir ein halbes Jahr zur Verfügung, um frei Fächer zu wählen. Dafür kann man auch ins Ausland oder an eine andere niederländische Universität gehen. Ich habe mich hierbei für ein Semester an der Uni in Utrecht (NL) entschieden.

Das Leben neben dem Studium

Die Niederländer sind sehr „gezellig“, offen und aufgeschlossen. Es werden außerdem viele gemeinsame Aktivitäten vom Studiengang organisiert, wodurch man leicht neue Leute kennenlernt. Studentenverbindungen sind in den Niederlanden fester Bestandteil des Studentenlebens. Sie organisieren Events und Partys, wo oft auch Nicht-Mitglieder willkommen sind. Ich selbst bin nicht so der Vereinstyp, trotzdem besuche ich gerne ab und zu die Partys meiner Lieblingsverbindung. Zufälligerweise sind einige meiner Freunde Mitglied in dieser Verbindung. Ich glaube, Leute, die sich ähnlich sind, finden in den Studentenverbindungen zusammen.

Das Highlight des Jahres ist in Wageningen das „Bevrijdingsfestival“. Am 5. Mai feiern die Niederländer ihre Unabhängigkeit von den Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg und der Vertrag dazu wurde in Wageningen unterschrieben. An diesem Tag verwandelt sich die Innenstadt in ein Festivalgelände: In der ganzen Stadt verteilt befinden sich Bühnen, auf denen Musiker der verschiedensten Musikrichtungen von morgens früh bis Mitternacht auftreten. Wageningen ist dann nicht mehr wieder zu erkennen: Es drängen sich Menschenmassen durch die sonst ruhigen Gassen der Kleinstadt und überall hört man laute Musik. Egal bei welchem Wetter – die Stimmung ist den ganzen Tag super.

Ich habe hier in den Niederlanden tolle Erfahrungen gemacht und viele interessante Menschen kennen gelernt – nicht nur Niederländer, sondern auch einige internationale Studenten, da es hier viele englischsprachige Studiengänge gibt. Auf diese Weise kommt man in Kontakt mit verschiedensten Kulturen.

So hat das Leben in den Niederlanden meinen Horizont, nicht nur auf intellektueller, sondern auch auf kultureller Ebene erweitert.

Für Fragen zum Thema „Studieren in den Niederlanden“ könnt ihr mich gerne kontaktieren unter: antoniapauline@web.de

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