Mein FÖJ im Erlebniszentrum Naturgewalten auf Sylt

Moin Moin! Ich bin Caity, ich bin 18 Jahre alt und stecke aktuell mitten in meinem FÖJ auf Sylt. FÖJ, das steht für „Freiwilliges Ökologisches Jahr“. In dieser Zeit beschäftigt man sich intensiv mit der Natur und Umwelt. Das kann man an vielen verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Ökosystemen machen. Mich hat es ans Meer gezogen. Das tut es schon, seit ich klein war und zuvor konnte ich zwar in den Ferien ans Meer fahren, aber der Niederrhein ist doch etwas weit von der nächsten Küste entfernt.

Darum habe ich letztes Jahr im Juli mein Zeug gepackt und bin in die Nördlichste WG Deutschlands, nach List auf Sylt, gezogen. Hier arbeite ich im Erlebniszentrum Naturgewalten, ein großes Haus mit einer Ausstellung zum Klima, zum Wetter und zum Weltnaturerbe Wattenmeer mit seinen Tieren und Pflanzen. Zu meinen Aufgaben gehört, unter Anderem, in der Ausstellung zu sein, zu schauen, ob alles funktioniert und den Gästen für Fragen zur Verfügung zu stehen.

Aber das ist natürlich nicht alles. Das Zentrum bietet eine Vielzahl an Führungen an, die sich rund um das Thema Weltnaturerbe und Nationalpark drehen. Das Wattenmeer ist außerdem UNESCO Weltnaturerbe, das bedeutet, es steht auf einer Stufe mit dem Great Barrier Reef und dem Amazonas Regenwald. Das ist ziemlich beeindruckend.  Umso mehr begeistert es mich, dass ich nun für ein Jahr hier leben und lernen und meine Freude an der Natur an andere Menschen weitergeben darf. Ich mache ganz regelmäßig Wattführungen für Feriengäste und auch für Schulklassen. Dabei zeige ich, wie unglaublich vielfältig und wunderschön der Lebensraum hier ist und hoffe, dass ich viele Leute ebenso dafür begeistern kann, wie es mich begeistert.

Das Watt sieht jeden Tag anders aus, was jede Führung anders als die vorige macht und mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen, macht mir großen Spaß. Als FÖJlerin gehören im Sommer auch Kutterfahrten zu meinem Programm. Dabei begleite ich eine Gruppe, die mit einem Kutter herausfährt und erzähle ihnen während der Fahrt etwas über Garnelen oder Austern.

Als drittes Aufgabenfeld schließt sich noch der, wie ich es nenne, aktive Naturschutz an. In unserem Fall sind das regelmäßige Vogelzählungen. Alle zwei Wochen, je zu Neu- und Vollmond, fahre ich mit meinen beiden Mit-FÖJlerinnen raus zu bestimmten Zählpunkten, von denen aus wir alle Vögel zählen, die wir sehen. Diese Daten tragen wir in eine Tabelle ein. Um die Zähldaten zu vergleichen, finden die Zählungen an der Küste alle zur selben Zeit statt. Das wird schon seit langer Zeit gemacht und damit lässt sich der Vogelbestand erfassen und vergleichen.

Vor diesem Jahr konnte ich gerade so ein Rotkehlchen von einer Amsel unterscheiden, jetzt zähle ich dutzende Arten von Enten, Möwen und Wattvögeln. Draußen unterwegs zu sein, einen Vogel zu sehen und zu wissen, was das für einer ist, macht riesigen Spaß und ist ein tolles Gefühl.

Eine ebenso schöne Erfahrung ist, die wunderschöne Landschaft Sylts im Verlauf der Jahreszeiten zu sehen und die Insel kennenzulernen.  Besonders schön ist das morgens. Wir machen jede Woche Fotos von den beiden Wanderdünen, die wir hier in List haben, also Dünen, die noch in Bewegung sind und nicht fest bewachsen. Wenn man dann früh morgens (wirklich früh morgens im Sommer) auf den Beinen ist, an den Schafen vorbei stapft und im noch nassen Gras steht, während um einen herum die Sonne aufgeht und die Natur aufwacht, ist das einfach atemberaubend.

Der Winter hier, mit seinen rauen Winden und doch sehr niedrigen Temperaturen hat seinen ganz eigenen Charme, aber jetzt fühlt es sich doch schon ein bisschen nach Frühling an. Die Sonne ist schon schön warm und morgens singen die Vögel. Das bedeutet auch: Bald ist wieder Saison und richtig was los! Darauf freue ich mich jetzt schon. Bis zum August bin ich noch hier, dann heißt es weiterziehen. Aber nie zu weit weg vom Meer.

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