Mit dem Abi in die Lehre

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Auch wenn es immer mehr junge Leute an die Universitäten zieht – die berufliche Praxis ist nach wie vor gefragt. Zuletzt absolvierten annähernd 1,5 Millionen Menschen in Deutschland eine duale Berufsausbildung. Fast jeder Dritte von ihnen hatte die Hochschulreife in der Tasche.

Duale Berufsausbildung

Grundsätzlich steht der Weg in die berufliche Bildung allen offen, unabhängig davon, ob er oder sie Abitur hat oder sogar ganz ohne Schulabschluss dasteht. Tatsächlich aber befinden sich die meisten Azubis genau in der Mitte dieser beiden Pole. 46 Prozent aller Auszubildenden des Jahres 2014 haben die mittlere Reife. Weitere 30 Prozent hatten das Abitur oder Fachabitur abgelegt und immerhin knapp jeder vierte startete nach neun Jahren Hauptschule in die berufliche Zukunft.

Große Unterschiede gibt es auch bei der Wahl der Ausbildungsberufe: Abiturienten entscheiden sich in der Regel für andere Berufsbilder als Hauptschüler. So sind die meisten Abiturienten in Ausbildungsberufen der Unternehmensorganisation und der Verwaltung anzutreffen – fast 134.000 tummeln sich unter anderem in Banken, Steuerkanzleien und Versicherungen. Der Abiturientenanteil in diesen Ausbildungsberufen liegt derzeit bei 56 Prozent.

Auch in den Bereichen Naturwissenschaften/Technik und Gesundheit bringen viele Berufsanfänger ein Abitur mit. Das gilt etwa für jeden zweiten angehenden Fachinformatiker und für rund ein Drittel aller Azubis in den Pflegeberufen.

In anderen Ausbildungsberufen sind Abiturienten noch selten anzutreffen. In der Bau- und Gebäudetechnik beispielsweise haben 8 Prozent das (Fach-)Abi, in Metallberufen 9 Prozent. Dabei bieten gerade diese Berufe jungen Absolventen gute Perspektiven, sind doch Fachkräfte mit Ausbildungs- oder Meisterabschluss in diesen Branchen Mangelware.
Generell stehen leistungsorientierten Auszubildenden je nach Ausbildungsberuf diverse Zusatzqualifikationen offen. Aktuell gibt es mehr als 2.000 Möglichkeiten, auf die Ausbildung draufzusatteln – ob in vertiefenden Rhetorik- und Präsentationskursen oder betriebswirtschaftlichen Seminaren. Abiturienten haben zudem die Möglichkeit, ihre Ausbildungszeit zu verkürzen. Sie können die Lehrzeit oftmals bereits nach zweieinhalb statt nach dreieinhalb Jahren abschließen. Manche Ausbildungsberufe sind sogar speziell auf Abiturienten ausgerichtet. Im Rahmen einer Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel beispielsweise haben sie die Möglichkeit, innerhalb von drei Jahren parallel den IHK-Fortbildungsabschluss Handelsassistent zu machen und danach erste Führungsaufgaben zu übernehmen.

Und der Weg an die Uni steht den Abiturienten ohnehin immer noch offen – etwa in Form eines Vollstudiums nach der Ausbildung. Doch oft gibt es gute Gründe, im Unternehmen zu bleiben und ein berufsbegleitendes Studium zu beginnen. Viele Betriebe bieten darüber hinaus auch ein duales Studium an, das die praktische Ausbildung im Betrieb mit einem Studium verknüpft.

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