Mit gutem Hauptschulabschluss Karriere im Gastgewerbe machen

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Frank Schwarz

Der demografische Wandel hängt wie ein Damoklesschwert über der gastgewerblichen Branche. Frank Schwarz möchte sich als erfolgreicher Cateringunternehmer diesem Negativtrend entgegensetzen und engagiert sich seit drei Jahren als Ausbildungsbotschafter des DEHOGA NRW. Der Geschäftsführer der Frank Schwarz Gastro Group GmbH (FSGG) in Duisburg sieht die Ausbildung junger Menschen als gesellschaftspolitische Verantwortung an: „In meiner Zeit der Selbstständigkeit seit 1989 habe ich bereits über 120 junge Menschen qualifiziert ausgebildet. Und das werden wir auch in Zukunft so weitermachen.“ Die FSGG gibt auch Jugendlichen mit nicht so guten Noten eine Chance zur Berufsausbildung. „Abitur ist schön und gut, aber auch ein guter Hauptschulabschluss reicht aus, um Karriere im Gastgewerbe zu machen.“ Für viele junge Menschen führe ein Studium nicht zu erhofften Erfolg, ist sich Schwarz sicher. „Es gibt immer mehr Studienabbrecher, die sich als Versager fühlen. Hätten sie gleich eine Ausbildung in unserem bewährten Dualen Ausbildungssystem – um das uns übrigens die ganze Welt beneidet – hätten sie nicht so viel Zeit verloren. Dann würden sie sich auch nicht als Versager fühlen und wären altersgerecht mit ihrer Ausbildung fertig. Wie unsere erfolgreichen, ehemaligen Auszubildenden könnten sie als gern gesehene Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt ihr Geld verdienen. Die meisten Studienabbrecher fangen dann erst mit Ihrer Ausbildung an, wenn der Hauptschüler schon ihr Vorarbeiter oder Meister ist.“ Als Ausbildungsbotschafter ist Frank Schwarz auch Ansprechpartner für andere Ausbildungsbetriebe in Duisburg. Der Vizepräsident der IHK Niederrhein sieht sich als Mittler zwischen Schülerinnen und Schüler, die eine Berufsausbildung in Hotellerie und Gastronomie anstreben, und allen an der Ausbildung beteiligten Unternehmen und Institutionen. Allerdings räumt er auch ein, dass die Abbrecherquote mit knapp zwanzig Prozent in seinem Betrieb weit unter dem Branchendurchschnitt liege. Trotzdem sind diese Zahlen ärgerlich. „Die meisten Ausbildungsabbrüche finden in den ersten Wochen statt“, meint Frank Schwarz. „Als Hauptgründe werden falsche Vorstellungen vom Beruf angegeben.“ Nach Angaben des engagierten Ausbilders und Fleischermeisters müssen jetzt alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern die Ausbildung im Gastgewerbe schmackhaft zu machen. Ein wichtiger Schritt sei der Arbeitskreis Bildung für Duisburg und den Kreis Wesel, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus Gastronomie, Hotellerie, Berufsschule und IHK Wege zur Qualitätsverbesserung suchen. Dabei gilt es nicht nur, Jugendliche anzusprechen und zu motivieren. „Wir machen auch unsere Kolleginnen und Kollegen fit für die Ausbildung.“ Neben Frank Schwarz sind mit Peter Röttinger und Angelo Vocale zwei Küchenmeister für die Ausbildung bei der FSGG zuständig. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die jungen Menschen fachlich auf höchstem Niveau auszubilden und sie auf das Berufsleben vorzubereiten.“

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Norman von der Weydt

Die Schaffung von integrativen Arbeitsplätzen hat sich die Frank Schwarz Gastro Group GmbH (FSGG) auf die Fahnen geschrieben. Mittlerweile beschäftigt das Cateringunternehmen auf dem Duisburger Großmarkt fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicap. Norman von der Weydt hat bei der FSGG eine Ausbildungsstelle als Koch gefunden und befindet sich mittlerweile im dritten Ausbildungsjahr. „Ich habe mich vor allem über Betriebe geärgert, die überhaupt nicht geantwortet haben“, erinnert sich der 22-jährige Duisburger. „Andere haben nett umschrieben, dass sie einen Auszubildenden mit Handicap nicht akzeptieren. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich bei der FSGG anfangen durfte.“ Als Sprössling einer kochaffinen Familie hat Norman beste Voraussetzungen, in seinem Traumberuf Fuß zu fassen. „Mein Vater ist Küchenchef. Ich durfte schon ein Praktikum bei ihm absolvieren. Kochen ist mein Ding.“ „Bei sehbehinderten oder gehörlösen Menschen ist die Kommunikation innerhalb der Küche sehr wichtig“, weiß Küchenmeister Angelo Vocale, der gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Röttinger für die Berufsausbildung bei der FSGG verantwortlich ist. „Aber als angehender Koch hat Norman klare Vorteile, denn sein Geschmacks- und Geruchssinn ist bei ihm viel ausgeprägter als bei anderen.“ Damit alles reibungslos klappt, arbeitet das Unternehmen sehr eng mit dem Jobcenter Duisburg und dem Integrationsdienst des Landschaftsverbandes Rheinland zusammen. „Für mich ist es eine gesellschaftspolitische Notwendigkeit, Menschen mit Handicap eine berufliche Zukunft zu bieten“, meint FSGG-Geschäftsführer Frank Schwarz. „Auch in einem Cateringunternehmen sind Menschen mit Handicap vollwertige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Vocale weiter. „Sie werden ganz normal in unseren Tagesablauf integriert. Und Norman hat das Zeug dazu, ein guter Koch zu werden.”

 

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