Mittelhochdeutsche Texte im Deutschunterricht

 


Universität Duisburg-Essen (Campus Essen)

Kinder und Jugendliche fasziniert das Mittelalter: Obwohl es in Büchern, Filmen, Computerspielen und Ausstellungen allgegenwärtig ist, spielt es als Thema im Deutschunterricht häufig eine untergeordnete Rolle. Das soll sich künftig ändern: An der Universität Duisburg-Essen erarbeitet die Nachwuchsforschergruppe “mittelneu” für ein Internetportal Ideen, wie sich mittelhochdeutsche Gedichte und Erzählungen auf neue Weise in den Deutschunterricht integrieren lassen.

Ziel des Projektes “mittelneu” ist es, das Faszinationspotenzial mittelalterlicher Texte und Themen für den kompetenzorientierten Deutschunterricht neu auszuloten. Mittelalterliche Werke zeigen, wie sich Kultur und Sprache verändert haben. Ihre Verfasser beschäftigen sich mit brisanten Themen, wie Liebe, Gewalt und Treue. Beim Lesen der Texte setzen sich Schüler nicht nur mit dem literarischen Erbe, sondern auch mit menschlichen Grundfragen auseinander. Auf diese Weise sollen verschiedene Kompetenzen wie das Verstehen ‘fremder’ Texte unterstützt und zugleich Klischeevorstellungen über das Mittelalter kritisch hinterfragt werden.

Das Internetportal bietet praxisnahe Informationen und Unterrichtsmaterialien. Erste Ergebnisse zum ‘Nibelungenlied’ im Deutschunterricht sind auf der Seite http://www.uni-due.de/mittelneu freigeschaltet. Weitere Materialien und Informationen zu mittelalterlichen Fabeln und Schwänken sowie zur mittelalterlichen Lyrik folgen. Das vierköpfige Forscherteam (Prof. Dr. Nine Miedema, Dr. Andrea Sieber, Jane Brückner, Björn Bulizek) unterstützt den Austausch zwischen Schule und Fachwissenschaft. Es unterbreitet Lehrern Vorschläge, wie bereits vorhandene Lern- und Lehrmaterialien ergänzt und verbessert werden können und bietet ihnen auf Wunsch Unterstützung in der Unterrichtspraxis oder Fortbildungen an. Das kostenlose Angebot richtet sich an interessierte Lehrer, Referendare, Studierende und Wissenschaftler, die gleichzeitig als Autoren mitarbeiten können.

Das Projekt wird von der Universität Duisburg-Essen und vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Weitere Informationen unter:

Fragen oder Anregungen per Mail an:

mittelneu (at) uni-due.de

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