Nach dem Abitur: Bundesfreiwilligendienst — mein Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht-Freiwilligendienst

Mein Name ist Katharina, ich bin 20 Jahre alt und habe letztes Jahr Abitur gemacht. Für ein Jahr bin ich bei der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V. in Hörnum auf Sylt und mache einen Bundesfreiwilligendienst.

Wir leben hier in einer großen und bunt gemischten WG mit BFDlern, FÖJlern und Praktikanten. Sechs von uns sind das ganzen Jahr über hier, der Rest hauptsächlich während der Sommersaison.

Unsere Arbeit bei der Schutzstation Wattenmeer gliedert sich in drei Aufgabenbereiche:

Der größte ist die Öffentlichkeitsarbeit, sie macht etwa 80% aus. Unter dem Motto „Was man nicht kennt, kann man nicht schützen!“ bringen wir den Gästen das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer und seine Bewohner näher. Wir machen  viele verschiedene Führungen mit Schulklassen und Urlaubern, und sind als naturkundliche Begleitung auf einem Ausflugsschiff mit dabei. Außerdem betreuen wir unsere Ausstellung, die „Arche Wattenmeer“.

Der zweite Bereich ist die Gebietsbetreuung. Wir sind für verschiedene Naturschutzgebiete in unserem Teil der Insel zuständig und haben als Nationalparkbetreuer natürlich auch ein Auge auf den Nationalpark Wattemeer, zum Beispiel, indem wir Störungen wie Tiefflieger oder Ähnliches melden. Und wenn mal ein Seehund oder eine Kegelrobbe am Strand rastet, richten wir eine mobile Schutzzone ein, damit das Tier nicht gestört wird.

Unsere dritte Aufgabe ist die hilfswissenschaftliche Arbeit. In diesem Rahmen zählen wir zum Beispiel alle zwei Wochen die Vögel und schauen regelmäßig, was für Strandverschmutzungen auftreten.

Sylt ist zwar den meisten nur als Promi-Insel bekannt, hat aber auch ganz andere Seiten: Die Natur der Insel ist besonders schön, weil sie so vielfältig ist. Man kann hier unheimlich viel lernen, und die Zeit hier hat meine Begeisterung für die Natur und meinen Wissensdurst angefeuert.

Mir gefällt die Kombination aus pädagogischer und naturkundlicher Arbeit sehr, denn sie ist abwechslungsreich und wird nie langweilig. Schülern aller Altersstufen und mit der unterschiedlichsten Lernbereitschaft Spaß an der Natur zu vermitteln und auch in Konfliktsituationen und im Umgang mit schwierigen Gästen freundlich und professionell zu reagieren, gehört zu den Dingen, die ich hier gelernt habe.

Außerdem wird uns hier mit der großen Verantwortung, die wir übernehmen dürfen, auch viel Vertrauen entgegengebracht. Wir organisieren viel selbst, was die Arbeit in der Station anbelangt und jeder von uns ist mit den Herausforderungen gewachsen.

Die Zeit hier war für mich auf jeden Fall prägend und auch richtungsweisend für meinen weiteren Weg. Man lernt unheimlich viele interessante Menschen kennen und schätzen. Ich bin sehr froh, mich dafür entschieden zu haben und würde es jederzeit wieder machen.

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