Software Engineering – Mein Erfahrungsbericht

Zur Schulzeit und auch zu Beginn meines Studiums der Angewandten Mathematik habe ich viel Zeit, wahrscheinlich etwas zu viel Zeit, am Computer und vorrangig mit Computerspielen verbracht. Nach einiger Zeit im Studium wurde mir der mathematische Teil etwas zu trocken. Allerdings hat mir die Informatik und das Programmieren, in dem Fall das Lernen von C++ und Java, immer mehr Spaß gemacht. Es wurde also Zeit mir ein neues Studium zu suchen. Da Computerspiele schon lange ein Teil meines Alltags waren und die Informatik für mich auch an Reiz gewonnen hatte, gingen meine ersten Gedanken in Richtung eines Studiums der Spieleentwicklung.

Bei der Spieleentwicklung gibt es nun zwei Wege. Wer kreativ veranlagt ist, der geht in Richtung Games Design. Da ich persönlich keine große kreative Ader besitze, orientierte ich mich in Richtung des Games Engineerings. In Deutschland werden die meisten Ausbildungen oder Studiengänge in der Spielindustrie von privaten Hochschulen und Akademien angeboten, die dafür eine ordentliche Summe verlangen. Diese Kosten wollte ich nicht auf mich nehmen. Bei meiner Suche nach einem Studienplatz im IT- und Games-Bereich bin ich dann auf den Studiengang “Software Engineering” an der Hochschule Heilbronn mit der möglichen Vertiefung “Games Engineering” gestoßen. Dieses Fach studiere ich mittlerweile im vierten Semester.

Mit  der Zusage im Briefkasten ging der Umzug also los. Von meiner Heimatstadt Leipzig nach Heilbronn ist es ein weiter Weg. Durch das Studentenwohnheim war es allerdings noch vor Studienbeginn sehr einfach ein gutes Zimmer zu finden und nette Leute kennen zu lernen. Wenn man nicht wie ich gerade vorher Mathe studiert und Bedenken hat, gerade vor dem Start damit überfordert zu sein, den kann ich beruhigen. Es gibt an der Hochschule Heilbronn sowohl einen Mathematik- als auch einen Java-Vorkurs. Dort lernt man nicht nur ein paar Grundlagen kennen, die einem den Einstieg ins Studium erleichtern, sondern man trifft auch gleich weitere Erstsemester aller Informatik-Studiengänge.

Wenn es dann mit dem Studium los geht, startet erst einmal die “Erstiwoche”. Während dieser Woche finden noch keine Vorlesungen statt, sondern man kann an unterschiedlichen Veranstaltungen teilnehmen, bei denen man die Hochschule, die Stadt Heilbronn und natürlich auch andere Leute kennenlernt. So gibt es beispielsweise eine QR-Code Rallye durch die Hochschule, Gruppenarbeiten und eine Stadtführung. In den folgenden Wochen finden weitere Events statt, wie eine Kneipentour, die Erstiparty und generell Partys in den Heilbronner Clubs.

Zurück zum Studium. Am Anfang lernt man viele Grundlagen rund um das Programmieren. Hier an der Hochschule wird dabei vorrangig Java gelehrt. Dies hat den Vorteil, dass man dadurch im Verlauf des Studiums diese Sprache sehr ausführlich behandelt. Hat man also einmal Java verstanden und kann die Sprache anwenden, ist es nicht sehr schwer eine andere Programmiersprache zu lernen. Neben den Informatikvorlesungen, die es in jedem beliebigen Informatikstudiengang gibt, kommen im Studiengang Software Engineering spezifischeVorlesungen, wie beispielsweise “Grundlagen des Software Engineerings”, hinzu. Hier lernt man wie die Entwicklungsprozesse bei Softwareprojekten ablaufen. In den folgenden Semestern erweitert sich das Themenspektrum der Informatikvorlesungen und als Studierender beschäftigt man sich unter anderem mit der Usability von Software, mit Datensicherheit und Kryptographie oder auch mit eher theoretischen Modulen wie”Algorithmen und Datenstrukturen” oder der “Theoretischen Informatik”. Unsere Professorinnen und Professoren legen großen Wert darauf, in der Lehre immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen zu sein – das ist gerade bei einem sich so schnell verändernden Feld wie der Informatik sehr wichtig.

Alles in allem war  für  mich der Umstieg von einem Mathematikstudium zum Software Engineering die richtige Entscheidung. Positiver Nebeneffekt: ich habe seit dem Fachwechsel neben dem Studienalltag etwas mehr Freizeit. Ohne Fleiß schafft man aber auch die anfallenden Übungsaufgaben oder Prüfungen nicht. Mir persönlich fallen die Programmieraufgaben imVergleich zu den Mathematikaufgaben jedoch deutlich leichter. Somit verläuft das Studium, besonders wenn man Spaß am Programmieren hat, sehr entspannt und auch die Anzahl der Prüfungen steht in einem angenehmen Verhältnis. Bedeutet im Gegenzug, dass wir während des Semesters mehr Projekte als andere Studiengänge bearbeiten müssen. Aber das ist meiner Meinung nach eine sehr angenehme Lösung.

Im fünften Semester, für mich also im kommenden Wintersemester, steht im Studiengang Software Engineering immer ein Praxissemester an. Somit kann man das Gelernte in einem Unternehmen anwenden. Die Suche nach einem Praktikumsplatz war dabei einfacher als ich es mir anfangs vorgestellt hatte und man kann auch jederzeit unsere Professoren um Unterstützung bitten. So habe ich mich einfach auf die für mich beste Stelle beworben und hatte schon ca. 3 Wochen später meinen Wunschplatz sicher. Zu sehen, wie gefragt man in der IT ist und was für einen guten Ruf die Informatikstudierenden der Hochschule Heilbronn bei den Unternehmen in der Region haben, war ein sehr gutes Gefühl und hat mich nochmals darin bestätigt, die richtige Wahl getroffen zu haben. Abschließend kann ich sagen, waren die letzten zwei Jahre in Heilbronn für mich eine sehr gute Zeit und ich bin schon gespannt, wie es im Wintersemester sein wird, wenn ich zum ersten Mal mein Informatikwissen in der Praxis anwenden kann.

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