Menschen sprechen zu leise über wichtiges, zu laut über unnötiges, zu viel über andere, zu wenig miteinander, und zu oft ohne nachzudenken.

Soziales Engagement: „Nach dem Abi erstmal nach Brasilien“

10. September 2015

Abi-Und-Jetzt

In der neuen Reihe abi & JETZT?! zeigt wissensschule.de, wie viele Möglichkeiten man nach dem Abi hat. Wir wollen zeigen: Studium an Uni & FH sind zwei Wege, es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten. Hierzu tauschte sich wissensschule.de mit Nicole Hoiboom (Foto) über ihren Entscheidungsprozess sowie ihre schulischen Erfahrungen zu diesem Thema aus.

 

nicole

Schon früh haben Sie sich sozial engagiert. Bereits in der dritten Klasse wurden Sie zur Klassensprecherin gewählt. Was macht Ihnen so viel Freude sich für andere einzusetzen und  zu vermitteln?

Zunächst ist es für mich eine Selbstverständlichkeit zu Helfen wo ich kann, im Rahmen meiner Möglichkeiten natürlich. Dieser „Rahmen“ endet nicht beim „Tragen helfen“ oder „Tür aufhalten“. Ich habe gelernt, dass die Vermittlung zwischen Schülern und Lehrern zu meinen Stärken gehört und versuche auf diesem Weg meinen Teil zur Gemeinschaft beizutragen. Es ist einfach ein schönes Gefühl mit eigener Arbeit Anderen helfen zu können.

Auch in Ihrer Freizeit betreuen Sie ehrenamtlich Kinder und Jugendliche z.B. im Feriencamp am  Edersee. Ist Ihrer Meinung nach das soziale Engagement junger Menschen eher unterrepräsentiert?

Ich denke, dass es schon sehr viele junge Menschen gibt, die sich sozial engagieren. Nur ganz oft, und das gilt auch für alle anderen Menschen, die sich engagieren, werden die Bemühungen nicht wahrgenommen. Ich begegne täglich jungen Menschen die sich für Andere einsetzen.

Trotz dem gibt es und wird es auch in Zukunft immer Aufgaben geben, die ohne sozial engagierte, junge Menschen nicht gemeistert werden können. Um all diese Aufgaben bewältigen zu können, bedarf es noch vieler weiterer freiwilliger Helfer.

Viele Hilfsorganisationen wie beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr, die DLRG sowie das Deutsche Rote Kreuz klagen über Nachwuchsprobleme landauf landab. Worin sehen Sie hier die Gründe, hat das mit dem verkürztem Abitur bzw. verstärktem Schulstress zu tun?

Ein ganz klares Ja von meiner Seite. Ich hatte Glück und konnte mein Abitur in 3 Jahren absolvieren und trotzdem ist mein Kalender ständig voll gewesen. Wir verbringen mehr Zeit in der Schule, müssen mehr Stoff in weniger Zeit lernen und das Leben wird immer teurer. Dass es da für die SchülerInnen zunehmend schwerer wird, zwischen den schulischen Anforderungen, Privatleben und einem Nebenjob, der für viele SchülerInnen essentiell ist, noch Zeit für ein soziales Engagement zu finden, ist doch klar.

Wie wird bzw. wie wurde soziales Engagement an Ihrer ehemaligen Schule gelebt und gefördert und muss hier zukünftig mehr passieren?

An der städt. Gesamtschule Nettetal ist die individuelle Förderung der Schüler und ihrer Stärken ganz groß geschrieben. Erst mit der Unterstützung meiner Lehrer habe ich meine Stärken entdeckt.
Ich schmunzle bei der Frage, ob mehr passieren müsse. Meine Schule ist in ständiger Veränderung. Ohne Aufforderung verbessern Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam, wie z. B. im didaktischen Ausschuss, das System. Mehr kann in diesem Sinne schon fast gar nicht mehr passieren.

Für viele Schülerinnen und Schüler kommt nach dem Abi  die alles entscheidende Frage “Abi – und dann”? Direkt ins Studium oder doch lieber eine Ausbildung? Vielleicht ein freiwilliges soziales Jahr, wozu haben Sie sich entschieden?

Ich werde zunächst ein Jahr lang in Brasilien ehrenamtlich an einer deutschsprachigen Schule arbeiten und dann möchte ich ein Lehramtsstudium in den Fächern Mathe und Religion aufnehmen. Trotz meines Planes bin ich aber auch immer offen, mich für neue Dinge zu begeistern. Ich habe in 13 Jahren Schule neben Mathe, Deutsch und den anderen Fächern auch gelernt, dass man keinen Weg vorhersehen kann.

Veröffentlicht am 10.09.15

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Wie sagte schon Bacon: „Wissen ist Macht!“
*Francis Bacon, 1561 - 1625, Philosoph & Jurist
 

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