Studieren in s‘Hertogenbosch

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Ich habe 2009 mein Abitur gemacht und habe mich danach, wie jeder andere fragen müssen, was mach ich jetzt?
Ich wollte jedenfalls meine gestalterischen Fähigkeiten erweitern und hab mich letztendlich für ein Studium in Holland an der AKV st. Joost in s‘Hertogenbosch entschieden.

Mich hat es sehr gereizt, dass man in seinem ersten Studienjahr ( die Propedeuse ) jedes angebotene Fach der Kunstakademie belegen kann, um sich dann später festzulegen.
Das hat sehr geholfen, weil man oft eine völlig andere Vorstellung von dem hat, was einen in der Realität erwartet.
So war mein Schwerpunkt (neben den anderen Fächern) zuerst Illustration und dann habe ich mich noch für bildende Kunst entschieden.

Da schon im Voraus klar war, dass ein Kunststudium ein sehr zeitintensives Studium ist, musste natürlich noch eine Wohnung her.
Eine Wohnung zu finden war nicht schwer, da es wirklich von jeder Seite Hilfestellungen in diesem Bereich gibt. In der Akademie hingen regelmäßig Wohnungsanzeigen aus, es gab von der Akademie Adressen an die man sich wenden konnte, um einen Makler zu finden und es gab auch eine Internetseite speziell für deutsche Studenten in den Niederlanden, auf der man jeden Tag neue Wohnungen oder WGs finden konnte.
Man hat sich in jedem Fall gut aufgehoben gefühlt und ist schnell fündig geworden.
Der einzige Haken war, dass Holland zum wohnen unheimlich teuer ist.
Aber auch im Punkto Studienfinanzierung gab es verschiedene Angebote, die auch für deutsche Studenten hilfreich sein konnten.

Einmal mit dem Studium begonnen, war man eigentlich auch schon mittendrin.
Ich habe mich jederzeit willkommen und angenommen gefühlt.
Die Sprache hat kein wesentliches Problem dargestellt, da die deutschen Studenten einen Holländisch Grundkurs belegen konnten, bevor das eigentliche Studium losging.
Zudem war das komplette Studium auf holländisch, sodass man automatisch in den Sprachfluss kam. Und wenn gar nichts mehr ging, konnte man jederzeit auf englisch zurück greifen und manchmal auch auf deutsch.

Das Angebot an Kursen und Workshops war sehr vielseitig und immer wieder verschieden.
Von Pinhole Fotografie bis zur Kunststoffverarbeitung wurde einem wirklich ein breites Band an Möglichkeiten geboten.
Die Stundenpläne waren zwar strukturiert, aber sehr individuell zusammenstellbar.
In jedem Jahr werden große und kleine Exkursionen wie z.B. nach Berlin, Paris oder Amsterdam angeboten und man bekommt bereits im ersten Jahr Möglichkeiten aufgezählt für Auslands Semester wie z.B. in den U.S.A, Spanien, Frankreich, Deutschland oder Australien, um ein paar zu nennen.

Alles in allem, war es eine wirklich schöne und erlebnisreiche Erfahrung.
Dennoch muss man sich bewusst machen, auch wenn man der Meinung ist nicht so weit von zu Hause weg zu sein, da Holland ja quasi „direkt neben an“ ist, sich trotzdem in einem anderen Land mit einer anderen Mentalität zu befinden, was eventuell nicht so einfach ist, wie man es sich vielleicht vorstellt.

Ich würde es jederzeit wiederholen und auch jedem empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, ein Studium in den Niederlanden anzufangen.

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