Von Fremden zu Freunden – Flüchtlingshilfe einer 16-jährigen Schülerin aus Villingen

Foto: Guy Simon
Foto: Guy Simon

Lisa, das ist die 16-jährige Schülerin Lisa Schnotz aus Villingen. Sie hilft ehrenamtlich, gibt Deutschunterricht, hilft bei Hausarbeiten, vermittelt Praktikumsplätze, bastelt und malt mit Flüchtlingskindern u.a. aus Syrien, Eritrea, dem Irak und Pakistan.  Auslöser ihrer Aktivitäten war eine  bei ihren Eltern eingegangene E-Mail. Darin enthalten war die Einladung zur Sonntagsgruppe „Tee und Tratsch“ in ihrem Wohngebiet. „Eigentlich war ich zu dem Zeitpunkt gerade krank im Bett. Als mein Vater dann aber erzählte, er würde zu einem Treffen in ein Villinger Flüchtlingsheim gehen, wollte ich unbedingt mit. Es interessierte mich einfach“, erklärt die Schülerin. An jenem Tag lernte sie viele neue Leute kennen. Die seien alle sehr nett gewesen und sie habe Spaß gehabt. Als Lisa dann gefragt wurde, ob sie nicht Lust hätte, samstags an der Kindermalgruppe teilzunehmen, fiel ihr die Antwort nicht schwer. Im Laufe der Zeit erweiterte sich dann schließlich ihr Aufgabengebiet. Dass die meisten Menschen, denen sie hier begegnet, aus einer anderen Welt kommen, ist für Lisa kein Problem. Von ihren Klassenkameraden zeigten sich einige überrascht, andere fanden ihr Engagement gut: „Wenn ich allerdings gefragt habe, ob jemand auch Lust hätte mitzukommen und zu helfen, bekam ich meist sehr viele Ausreden zu hören“, sagt Lisa.

Dankbarkeit für ihre Arbeit erfährt die Schülerin täglich: „Ich kann eigentlich nicht nach Hause gehen, ohne zum Tee oder Essen eingeladen zu werden. Oft muss ich dankend ablehnen, weil ich dann vermutlich gar nicht mehr weg käme“, erklärt sie schmunzelnd. Das Grauen, das die Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Deutschland erleben mussten, komme bei den Kindern nicht so stark zum Vorschein. Vieles können sie sich vermutlich nicht wirklich erklären, meint Lisa. Lediglich die Erwachsenen berichten ab und zu vom erlebten Schrecken. Drei Nachmittage opfert Lisa gerne für die Flüchtlinge, die von Fremden zu Freunden geworden sind.

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