Wal- und Delfinforschung auf den Azoren

Bild: Julian Fasselt

Als ich zufällig im Internet auf Informationen über diese Forschungsexpedition mit dem Schwerpunkt Wal- und Delfinforschung gestoßen bin, stand für mich fest, dass ich unbedingt dabei sein wollte! Meine Leistungskurse Biologie und Geografie, mein großes Interesse am Tauchen und Fotografieren und der Wunsch nach dem Abitur Biologie, mit dem Schwerpunkt Meeresbiologie, zu studieren – alles passte! Ich schickte also meine Bewerbung zum Institut für Jugendmanagement IJM nach Heidelberg und wurde glücklicherweise angenommen.

Das IJM eröffnet allen motivierten Schülern bundesweit einen Weg zu außergewöhnlichen Erfahrungen, Bildungsniveaus und eigener Entfaltung. Bevor es los ging, musste ich allerdings noch einiges erledigen. Dazu gehörten das Rettungsschwimmerabzeichen Silber, ein Erste Hilfe Kurs und ein Europäischer Computerführerschein. Außerdem benötigte ich eine Freistellung meiner Schule, dem Werner-Jaeger-Gymnasium in Nettetal, um an der Expedition teilnehmen zu können. Seitens der Schule wurde ich dabei glücklicherweise komplett unterstützt. Mit acht anderen Schülern aus ganz Deutschland flog ich im Juni 2019 von Frankfurt über Lissabon auf die Insel Faial. Diese liegt etwa 1400 km entfernt vom europäischen Festland.

Von dort aus ging es mit einem Speedboot weiter nach Pico, der zweitgrößten Insel der Azoren. Die Insel besteht aus unterschiedlichsten Sorten von Vulkangestein. Insgesamt umfassen die Azoren neun größere und mehrere kleine Inseln. In den azorischen Gewässern kann man viele verschiedene Wal- und Delfinarten beobachten. Einige leben dort, andere ziehen vorbei. Auf Pico forschten wir jeden Tag wechselnd an den Bereichen Menschen, Kultur und Sprache sowie Flora und Klima und Fauna. Der eigentliche Schwerpunkt lag aber auf der Erforschung und Beobachtung der verschiedenen Wal- und Delfinarten.

Bild: Julian Fasselt

Jeden Tag fuhren wir auf das Meer hinaus und erforschten die Tiere. Wir haben Daten, wie z.B. die Arten und die Häufigkeit der Sichtungen, Geräusche und die Schwimmtiefe erhoben und dokumentiert. Besonders imposant ist die Sichtung von Walfluken. Diese sind wie ein Fingerabdruck. Dadurch ließen sich Vergleiche zu den Vorjahren herstellen. Einmal haben wir sogar einen seltenen nördlichen Entenwal gesehen. Darauf hat einer unserer Guides 20 Jahre gewartet- und ich war dabei! Besonders oft haben wir Pottwale, Streifendelfine, Fleckendelfine und  Risso-Delfine gesehen. Auch Wasserschildkröten begegneten uns sehr häufig.

Bild: Julian Fasselt

Oft begleiteten ganze Delfinschulen unser Boot. In kleinen Gruppen konnten wir sogar mit ihnen schwimmen, ohne die Tiere dabei zu stressen. Diese Momente waren einmalig. Auch aktuelle Themen wie Klimawandel und Umweltschutz. Wir entfernten Müll aus dem Meer und fanden sogar ein riesiges Geisternetz . Somit konnten wir einigen Tieren das Leid ersparen darin gefangen zu werden und zu sterben.

Bild: IJM

Es gab die Möglichkeit, dort einen Taucherschein zu erlangen. Da ich aber schon den Advanced Open Water Diver besitze, konnte es direkt mit dem Tauchen losgehen. Dabei habe ich viele Fotos für den Unterwasser-Arten-Katalog machen können. Unter anderem begegnete uns in einer Höhle auch ein ca. 2m langer Rochen.

Mit solch einem großen Vertreter dieser Art durfte ich zuvor noch nie Bekanntschaft machen. Ich wusste jedoch, durch meine zahlreichen Urlauben am Roten Meer in Ägypten, genau wie vorsichtig wir uns verhalten mussten.

Bild: Julian Fasselt

Insgesamt war die Forschungsreise sehr anstrengend. Schlaf war absolute Nebensache. Täglich wurde vom Team bis spät in die Nacht hinein alles erlebte und erforschte dokumentiert und in Powerpoint Vorträgen zusammengefasst.

Schlussendlich haben wir nun eine 100 seitige Dokumentation zusammengestellt. Ich habe auf dieser Reise nicht nur etliche unvergessliche neue Eindrücke gesammelt, sondern auch eine Einblick in das Forscherleben erhalten. Ich war so nah an den Tieren dran, das war wahnsinnig toll und beeindruckend. Momentan halte ich Vorträge über meine Erlebnisse und bereite mich auf mein Abitur im kommenden Jahr vor. Die Forschungsergebnisse dieser Reise möchte ich in Form einer besonderen Lernleistung zusätzlich mit ins Abitur einbringen.

Danach werde ich mich für einen Studienplatz im Bereich Biologie /Meeresbiologie bewerben, um meinem großen Ziel näher zu kommen: Ich möchte Meeresbiologe werden.

Julian Fasselt

 

 

 

Sorry, comments are closed for this post.