Was machen Kinder in der Pause? Studierende stellen Studie vor

Foto: Die Studierenden des Projekts mit Studienleiter Hermann-Josef Stefes (ganz rechts).

Fangenspielen, Fußball, Verstecken und Quatschen: Das sind die Lieblingsbeschäftigungen Mönchengladbacher Grundschülerinnen und -schülern. Und: Sie wünschen sich Klettergerüste, Schaukeln, Rutschen und Trampolins für ihren Schulhof, mit dem sie nur zum Teil zufrieden sind. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer Studie von Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen im Studiengang Kindheitspädagogik der Hochschule Niederrhein. Die Ergebnisse stellten sie gestern Nachmittag der Öffentlichkeit vor.

Die 22 Studierenden befragten 193 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Klassen an den fünf Gemeinschaftsgrundschulen Eicken, Erich Kästner, Mülfort-Dohr, Untereicken sowie Waisenhausstraße. Die Schulen gelten als so genannte Brennpunktschulen mit einem Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund, der oft über 70 Prozent liegt. Ihre Ergebnisse präsentierten sie heute vor den Leiterinnen und Leitern der teilnehmenden Grundschulen sowie weiteren Akteuren der Mönchengladbacher Schulpolitik.

„Die Ergebnisse sind ein Abbild unserer Gesellschaft“, sagte Prof. Dr. Astrid Krus, die den Studiengang Kindheitspädagogik an der Hochschule Niederrhein leitet. „Wenn immer mehr Kinder den Nachmittag in der Ganztagsbetreuung verbringen, bekommt die Frage, was sie dort tun und tun können, eine neue Relevanz. Wenn elementare Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten fehlen, können die Kinder wichtige Kompetenzen nicht ausbilden, die sie für die Schule benötigen.“

„Wichtig ist, den Kindern die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, damit sie ihren Lieblingsbeschäftigungen in der Pause nachkommen können“, sagt Hermann-Josef Stefes, der als Lehrbeauftragter am Fachbereich Sozialwesen die Studie leitete. Dies müssten die Schulen sicherstellen.

So zeigte die Studie, dass sich die Kinder vor allem Geräte wünschen, die sie den eigenen Körper spüren lassen wie ein Klettergerüst, Schaukeln, Trampoline oder Rutschen. Leider seien hier nicht alle Schulen optimal ausgestattet. „Dabei sollte die Pause aus lern-pädagogischen Gründen optimal genutzt werden“, betonte Stefes.

„Pausenhofgestaltung ist auch Ganztagsgestaltung“, sagte Christoph Eich vom Schulamt für die Stadt Mönchengladbach. Als Gast hörte er zusammen mit Annika Ahrens, Svetlana Harvey und Alma Scheige vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Mönchengladbach sowie den Schulleitern Beate Schweitzer und Erdal Akbas von den teilnehmenden Gemeinschaftsgrundschulen Eicken und Erich Kästner den Vorträgen der Studierenden aufmerksam zu. Es sei eine wichtige Erkenntnis der Studie, den Kindern bei der Gestaltung der Pausenhöfe eine Stimme zu geben.

Angestrebt wird nun eine Kooperation zwischen der Stadt Mönchengladbach und dem Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein, um eine dauerhafte Begleitung der Grundschulen sicherzustellen.

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