Was uns bewegt – Heute mit Leona Gemmel

In unserer Themenreihe “Was uns bewegt” wollen wir Schülerinnen und Schüler  zu Wort kommen lassen und sie um ihre Meinung bitten bzw. im Interviewstil dazu befragen. Die Themen dazu sind von ihnen frei wählbar. Es sollen Themen sein, die sie bewegen, am Herzen liegen oder einfach nur nerven. Heute tauscht sich wissensschule mit Leona Gemmel (12 Jahre) aus, sie besucht ein Gymnasium in Bonn.

Mit einer Mitschülerin aus Deiner Klasse hast Du im letzten Jahr eine Latein-App programmiert. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Vanessa (Mitschülerin) und ich waren auf die Idee gekommen, weil uns das mit dem andauernden Bücherschleppen einfach zu viel war. Und dann haben wir uns gedacht: Das Handy hat doch jeder immer dabei. Und dann haben wir diese App programmiert. Außerdem kann die App auch Vokabeln abfragen – dem Zufallsgenerator sei Dank.

Digitales Lernen ist ein Thema, das viele derzeit interessiert. Wie sieht das an eurer Schule aus, noch Kreidetafel und Overhead-Projektor oder schon Einsatz digitaler Unterrichtsmedien?

An unserer Schule gibt es noch Kreidetafel und Overhead-Projektor. Aber wir Schülerinnen haben alle eine E-Mail Adresse, wie unsere Lehrer auch, und so können wir unseren Lehrern immer schreiben, wenn wir z. B. Aufgaben für eine Klassenarbeit benötigen. Medienscouts klären über Risiken im Netz wie digitalen Stress oder Cybermobbing auf.

Jeden Freitag demonstrieren Tausende von Schülerinnen und Schülern mit ihrer Protestaktion “Fridays for Future” für mehr Klimaschutz. Wie ist Deine Meinung zu diesem Thema, darf und soll man der Schule fernbleiben und stattdessen demonstrieren?

Ich finde es sehr gut, dass Schülerinnen uns Schüler sich für ihre Zukunft einsetzen, weil sich manche Politiker sogar schon an Naturkatastrophen gewöhnt haben. Ich selbst habe bisher noch nicht mit demonstriert, aber werde es sicher demnächst noch tun. Einige Mitschülerinnen waren schon dabei – und eine Entschuldigung wurde von der Schule für diesen Anlass akzeptiert.

Stell Dir vor, Du wärst die neue Bildungsministerin für unsere Schulen. Welche Dinge würdest Du verändern wollen?

Ich würde die Schule erst um neun Uhr starten lassen, weil man dann viel konzentrierter arbeiten kann. Und dann würde ich noch das Handy-Verbot verändern, also, dass man nur eine bestimmte Zeit in der Schule ans Handy darf. Dann kann man nämlich z. B. auch mit den Handys Vokabeln lernen oder so.

Viele Erwachsene und besonders ältere Menschen werfen euch vor, dass ihr ohne Smartphones nicht mehr leben könnt und jegliche Kommunikation nur noch online abläuft. Was haltet ihr dem entgegen? 

Ich denke, dass man auch ganz gut ohne Handy zurechtkommen würde. Das haben all unsere Vorfahren schließlich auch geschafft. Ich versuche, ein gutes Gleichgewicht zwischen Online- und Offline-Welt zu finden.

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