Zahntechnikerin — mein Erfahrungsbericht

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Hallo, mein Name ist May- Britt und ich habe meine Ausbildung zur Zahntechnikerin im September 2008 begonnen und werde diese vorraussichtlich im Feburar 2012 in der Cuspidus Zahntechnik GmbH erfolgreich beenden. Nachdem ich 10 Jahre die Schulbank gedrückt habe und es mir äußerst wichtig war, möglichst schnell etwas praktisches zu tun sowie Geld zu verdienen, kam ich durch einen Fernsehbericht zur Zahntechnik. Im Laufe meiner Schullaufbahn sowie aufgrund persönlicher Vorlieben entdeckte ich schon früh die Liebe zum Detail und legte meinen Fokus schnell auf die Fächer Kunst und Biologie. Ich interessierte mich zunehmend für ästhetisches, präzises Arbeiten sowie für die Bedienung technischer Maschinen und ich dachte mir, somit sei ich für den Beruf des Zahntechnikers quasi wie geboren.  Nach einigen Bewerbungsschreiben erhielt ich die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch mit anschließendem Praktikum von einer Woche Laufzeit. In dieser Woche durfte ich meine erste „Interimsprothese“ herstellen sowie eine Krone in Wachs modellieren. Schnell stellte ich fest, dass die Entscheidung zum Erlernen dieses überaus vielseitigen Berufs goldrichtig war. Schnell lernte ich, dass die Zahntechnische Ausbildung ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung ist. Die dreieinhalbjährige Ausbildung wird im Wesentlichen im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule durchgeführt und entspricht somit dem bewährten dualen Ausbildungssystem der BRD. Das Verkürzen der Ausbildung ist unter Umständen möglich, aufgrund der Vielfalt des Berufes allerdings nicht zu empfehlen. Nach der Hälfte der Ausbildung nimmt jeder Auszubildende an der Zwischenprüfung teil, diese umfasst einen schriftlichen sowie einen praktischen Teil und hat keinerlei Relevanz für den Fortlauf der Ausbildung.

Zum Ausbildungsverlauf ist zu sagen:  Zunächst lernt man die Basics, den Umgang mit Gips und der Herstellung entsprechender Gipsmodelle, welche als spätere Arbeitsgrundlage für den Techniker dienen. Später dann lernt man mit unterschiedlichen Materialien zu arbeiten, unter anderem sind dies: Kunststoffe, Edel,- Nichtedelmetalle, Keramik sowie bestimmte Hightech-Materialien, welche spezielle für die Zahntechnik entwickelt wurden. Nachdem ich nun einige Wochen im Betrieb war, realisierte ich wie vielseitig der Beruf wirklich ist.Schnell lernte ich wie Bissschablonen ( bestimmte Registrierhilfen für den Zahnarzt ) hergestellt werden,  wie Zahnprothesen repariert bzw. ergänzt werden.  Wie Artikulatoren (Apparaturen zur Nachahmung der Kieferbewegungen) funktionieren,  welche Grundregeln zum Aufstellen von Prothesenzähnen es gibt,  wie Klammern, Bügel und „Zahnspangen“ hergestellt werden.  In den folgenden Lehrjahren wurde es keinesfalls entspannter. Ich lernte die Herstellung von Knirscherschienen, die Modellation von Kronen und Brücken, die Produktion von „Totalen Prothesen“ die Konstruktion von „Partiellen Prothesen“, sprich Prothesen, für Gebisse welche über einen Restzahnbestand verfügen. Neben der Ausbildung im Labor besucht man alle drei Wochen die Berufsschule und lernt dort etliche Inhalte zum Thema Anatomie, Werkstoffkunde, Prothesenherstellung und vieles mehr.

Mit Bestehen der Gesellenprüfung steht einem die ganze Welt offen. Primär auch arbeiten Gesellen der Zahntechnik jedoch in gewerblichen Laboratorien oder in Praxislaboren. Aber auch die Arbeit in Zahnklinken sowie in der Forschung/Industrie sind nicht abwegig. Außerdem ist es denkbar seinen Meister oder auch Betriebswirt des Handwerks anzustreben und sich selbstständig zu machen.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich die Ausbildung an keinem Tag bereut habe, die Aussicht für den Fortbestand des Berufes sind sehr rosig; die Tatsache, dass die Menschen immer älter werden, sichert mir auch in den nächsten Jahrzehnten noch meine Arbeit. Die fortlaufende Entwicklung deutscher Techniken macht die deutsche Zahntechnik konkurrenzfähig und sie muss sich hinter niemandem verstecken.

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