BWL Food Management – mein Erfahrungsbericht

Mein Leben als dualer BWL Food Management Student – oder wie ich als Händler plötzlich neben einem „Öko“ und einem Metzger saß… 

Julia Müller, Kurs FM16B1 studiert im 5. Semester BWL Food Management an der DHBW Heilbronn

Wie passt so eine Kombi zusammen?

Schon beim ersten Zusammentreffen unseres Kurses merkten wir, dass unser Kurs aus einem Potpourri verschiedenster Typen besteht. Wir haben hier z.B. gelernte Köche, Metzger, frischgebackene Abiturienten, bereits Berufserfahrene oder Studierende, wie mich, diebereits zuvor eine Ausbildung abgeschlossen haben. Es treffen also die unterschiedlichsten Studierenden mit unterschiedlichsten Firmen aufeinander. Zunächst habe ich mich gefragt, wie das wohl zusammenpassen wird? In meinem mittlerweile 5. Semester kann ich sagen „sehr gut“. Jede/-r bringt seine Denkweise ein und alle lernen voneinander. Wie bei einem guten Rezept, bei welchem die Zutaten vereint auch besser schmecken, als jede einzelne für sich alleine.

Was hat BWL mit Food Management zu tun?

Das Studium besteht aus ca. 30% FOOD-spezifischen Vorlesungen und 70% BWL-Vorlesungen. Die betriebswirtschaftlichen Fächer wie z.B. Kosten- und Leistungsrechnung, Volkswirtschaftslehre und Statistik sind für die Food-Branche genauso essenziell, wie die Vorlesungen, die speziell auf den Food Bereich abgestimmt sind. Jede Vorlesung, ganz gleich ob im Bereich BWL oder Food, ist wie ein kleines Zahnrad, dass in ein anderes Zahnrad greift. Nur wenn alle Zahnräder rund laufen, kommt man zum gewünschten Erfolg. So habe ich schnell gelernt, dass ein Produkt noch so gut schmecken kann – wenn es keinen Gewinn erzielt, verschwindet es sehr schnell wieder vom Markt.

Was steckt eigentlich hinter „Farm to Fork?

Unter dem Begriff „Farm to Fork“ versteht man den kompletten Weg eines Produktes vom Acker, bis es schlussendlich auf dem eigenen Teller landet. So lernte ich während des Studiums die gesamte Wertschöpfungskette kennen. Vorlesungen, die im Ursprung eher BWL-lastig sind, wie z.B. Frischelogistik werden von den Dozenten mit Beispielen aus der Lebensmittelbranche begleitet und lassen das Thema auf diese Weise viel lebendiger werden. Diese Vielfalt spürt man auch während der Exkursionen im Studium. Diese beginnen auch auf der„Farm“ und enden beim Essen, also mit der „Fork“. So erlebte ich bei meinen bisherigen Exkursionen beispielsweise folgende Stationen: einen Schlachthof, einen bäuerlichen Betrieb, den Großmarkt in Stuttgart, das Aromenhaus, einen Winzer, eine Brauerei, einen Backbetrieb (hier durften wir sogar selbst Brezeln werfen), ein Betrieb, welcher Haselnüsse produziert, wir waren auf Trüffelsuche in Italien und zu guter Letzt mehrfach zu Gast bei ausgewählten Gastronomiebetrieben. Wie man sehen kann, auch hier wieder ein vielfältiges Potpourri an Möglichkeiten, die der Studiengang bietet.

Wie passen eigentlich Mango und Petersilie zusammen?

Vor meinem Studium hätte ich gesagt „gar nicht“. Nun habe ich gelernt – „sehr gut“. Ursache für diese Meinungsänderung war die Vorlesung „Aromenkunde“– hier haben wir gelernt, die aktuellen Foodtrends  besser zu verstehen. Im hochschuleigenen Laborzentrum „DHBW Sensoricum“ haben wir solche scheinbar verrückten Kombinationen (man nennt dies auch „Food Paring“) selbst ausprobiert. Wir haben Ideen entwickelt und diese im Laufe der Vorlesung auch direkt umgesetzt. Und wir haben zusätzlich überlegt, wie das Produkt vermarktet werden kann oder wie ein Business Plan aussehen muss. Um ehrlich zu sein,  war dies eines meiner persönlichen Highlights im Studium. Ich wurde selbst viel sensibler im Bereich Schmecken, Riechen und konnte im Anschluss selbst etwas Neues ausprobieren. Meine Gruppe hatte sich das Ziel gesetzt herzhafte Pralinen herzustellen. Wenn ihr jetzt denkt„Schokolade und Fisch- die spinnen doch die Foodies“, dann habt ihr es noch nie probiert. Ich kann euch nur ermutigen – traut euch!

Wie kann ich dualer BWL Food Student werden?

Der erste Schritt auf dem Weg zum dualen BWL Food Studierenden ist die Bewerbung bei einem Praxisunternehmen der Lebensmittelbranche. Dieser steht entweder schon in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (oder: DHBW Heilbronn) oder kann auch neu als Partnerbetrieb zugelassen werden. Mit Beginn des Studiums wird von einem Studierenden eine gewisse Mobilität erwartet. Dies bedeutet konkret alle drei Monate den Standort zu wechseln. Nach drei Monaten Hochschule folgen drei Monate im Unternehmen. Dies geht über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren und dann ist das Studium auch schon vorbei. Ich war mir anfangs nicht sicher, wie das werden würde, aber man gewöhnt sich ziemlich schnell an den Wechsel und hat so auch immer Abwechslung im Alltag.

An der DHBW Heilbronn gibt es zwei Zyklen (A und B). Je nachdem, in welchem man eingeschrieben ist, beginnt man entweder an der DHBW mit der Theoriephase (A-Zyklus) oder im Betrieb mit dem praktischen Teil (B-Zyklus). Da beide Zyklen sich nicht überschneiden, können Zimmer z.B. in WG´s geteilt werden und somit auch die Kosten.

Was ich abschließend noch sagen möchte:

Der Studiengang BWL Food Management war für mich die richtige Entscheidung. Manspricht nicht nur den ganzen Tag von Essen, sondern man lernt zum einen den gesamten Wertschöpfungsprozess verstehen, und zum anderen kann man das Gelernte in der folgenden Praxisphase direkt im Partnerunternehmen anwenden.

Zum Studiengang

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