Ein Projekt fürs Seelenleben „Der Tod – mein Kollege im Leben“

Ein Satz der vielleicht viele Menschen zurückschrecken lässt. Doch durch das Engagement einer Schüler-Mutter wird dieses Thema lebendig in den Schulalltag der Sekundarschule Straelen/Wachtendonk einbezogen und alle Beteiligten gehen gestärkt aus diesem Projekt hervor.

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„Der Tod – mein Kollege im Leben“

Dieser Satz entspricht der Wahrheit, denn wenn eines sicher ist im Leben, dann ist es der Tod und wer den Mut hat, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, der setzt sich auch mit dem Leben auseinander.

Mit dieser Projektidee tritt Frau Füngerlings, eine Mutter, ausgebildete Erzieherin/Heilpädagogin und Sterbeamme, an die Schule heran. Während der AG-Zeit am Donnerstagnachmittag soll dieses Projekt für Schüler*innen der Klasse 7 und 8 in sieben aufeinanderfolgenden Wochen stattfinden. Die Inhalte werden praxisnah und lebendig gestaltet: von der Diagnosestellung, Leben mit der Diagnose, das Sterben, der Abschied, die Trauer und wieder ins Leben zurück.

In den Klassen 7 und 8 stellt Frau Füngerlings  sich und ihr Projekt vor. 13 Jugendliche wollen sich einmal wöchentlich für 1,5 Stunden in ihrer Freizeit mit diesem Thema auseinandersetzen.

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Ein Klassenraum ist schnell umgestaltet und im Kreis sitzen sie um ein Arrangement, das sich wöchentlich ändert. Hier besprechen sie zu Beginn des Projekts, was sich die Schüler*innen wünschen, mit welchen Erwartungen sie gekommen sind und über ihre Ängste, die dieses Thema hervorruft.
Dann machen sich die 13 zusammen mit Frau Füngerlings und Frau Mevissen (eine Kollegin von Frau Füngerlings) auf die Reise in ein von unserer Gesellschaft tabuisiertes Thema.

Viele konkrete Fragen stellen die Jugendlichen, gemeinsam werden Antworten gesucht. Es gibt passende Filme und intensive Diskussionen. Es darf gelacht und gestaunt werden.

Zum Thema „Leben mit der Diagnose“ laden die Schüler*innen einen Experten ein. Dieser 21- jährige junge Mann erzählt vom Leben mit seiner Krankheit Mukoviszidose, wie er mit Ängsten, Sorgen und Zukunftsgedanken umgeht. Alles dürfen die Schüler*innen fragen, von „Bist du Fußballfan? bis „Würdest du aktive Sterbehilfe in der Schweiz in Anspruch nehmen?“. Alles wird beantwortet und bringt alle ins Nachdenken und zum Überdenken des eigenen Lebens.

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Beim Besuch bei einer Bestatterin wird u.a. festgestellt, dass ein Sarg ganz gemütlich ist und nach Holz duftet. Das vertreibt alle Schreckensbilder von „Horror- und Dracula-Särgen“ und gibt dem Sarg etwas von einer „Schatzkiste“ für die Verstorbenen.
In der letzten Projektstunde – ein Interview von Passanten auf der Straße: „Sagen Sie uns bitte Ihre Gründe zum Leben. Wofür stehen Sie jeden Tag auf, wofür lohnt es sich zu leben?“, bringt alle wieder zurück ins Leben.

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Am Ende das Resümee: Wir wünschen uns alle eine Verlängerung, denn hier geht es um das Leben und die Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens.
Eine Teilnehmerin schlägt vor, sich während der gesamten Schulzeit für eine Schulstunde dafür Zeit zu nehmen, denn: „Sterben müssen wir alle mal und je früher ich mich damit auseinandersetze, desto mehr weiß ich das Leben zu schätzen!“

Mit diesen Abschlussgedanken endet das Projekt und alle gehen gestärkt und dem Leben zugewandt aus diesen sieben Wochen heraus.

Es laufen z.Zt. Gespräche, damit dieses Projekt auch im nächsten Jahr an der Sekundarschule Straelen/Wachtendonk stattfinden kann.

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Möchten auch Sie Informationen zu diesem Projekt erhalten, schauen Sie unter www.sterbeamme-geldern.de  nach oder wenden sich an christiane.culp@sks-strawa.de.  Informationen zur Schule unter http://www.sekundarschule-strawa.de/

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