Erfahrungsbericht FÖJ an der Biologischen Station Krickenbecker Seen

Biologische Station Krickenbecker Seen

Ich bin Tristan, 19 Jahre alt und mache seit dem 01.08.2019 ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) an der Biologischen Station Krickenbecker Seen (BSKS bzw. Biol. Station). Die Arbeitsstelle zeichnet sich allgemein durch ein sehr angenehmes Arbeitsklima aus. In der Biol. Station lebe ich den Großteil der Zeit mit zwei der drei weiteren  hier angestellten Freiwilligen zusammen. Das ist natürlich sehr praktisch und ein guter Weg für mich, das Zusammenleben in einer WG und das Führen eines Haushalts zu üben. Das funktioniert auch ziemlich gut. Wir bekommen unsere Arbeiten im Haushalt weitestgehend problemlos aufgeteilt und unser persönlicher Zusammenhalt ist exzellent. Insgesamt habe ich auch sonst, zum Beispiel auf den Seminaren, keine Freiwilligen kennengelernt, die mir unsympathisch gewesen wären.

Die Mitarbeiter sind sehr nett und man kann sich eine Aufgabe immer problemlos nochmal erklären lassen, wenn man sie nicht ganz verstanden hat. Auch Fragen über die Hintergründe der Aufgaben und Generelles über die Natur werden praktisch immer gerne beantwortet. Meine persönlichen Hauptinteressen liegen dabei im ornithologischen und botanischen Bereich. Da in der Biol. Station Ornithologen und Botaniker arbeiten, habe ich exzellente Möglichkeiten, mich hier weiterzubilden. Aber auch über zahlreiche andere Felder der Biologie kann man hier immer was dazu lernen, sofern das nötige Interesse besteht.

Die Mitarbeiter betreuen Naturschutzgebiete im ganzen Kreis Viersen. Diese sind insgesamt  sehr vielfältig und meiner Meinung nach wunderschön. Die zahlreichen Wälder, Moore, Heidelandschaften und natürlich die Seen selbst bestechen durch eine ausgeprägte Artenvielfalt und Landschaften, die mich selbst nach Monaten noch regelmäßig durch ihre atemberaubende Schönheit überwältigen. Innerhalb meiner vielseitigen Tätigkeiten bekomme ich auch regelmäßig Einblicke in Abschnitte der Naturschutzgebiete, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, was einen besonderen Reiz an der Arbeit ausmacht. Regelmäßig führen Aufgaben wie das Messen der Grundwasserstände, diverse Pflegemaßnahmen oder die Unterstützung der Biologen bei der Arbeit im Gelände uns in die Natur. Deshalb erfordern sie eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen Brennnesseln, Brombeeren etc., sowie verschiedenste Witterungsbedingungen. Das macht das Ganze meiner Meinung nach aber nur noch abenteuerlicher und interessanter.

Im Herbst findet die Elektrobefischung der Niers statt, bei welcher wir Freiwilligen sehr aktiv in die Arbeit eingebunden werden. Das ist zwar bisweilen sehr anstrengend, gibt uns aber die einmalige Möglichkeit, direkt mit den erstaunlich vielseitigen und artenreichen Fischbeständen der Niers und ihrer Nebenflüsse in Kontakt zu kommen. Mit der Zeit haben wir dabei die meisten Arten kennengelernt und durften irgendwann selbst die Fische, Krebse und Neunaugen bestimmen und messen.

Bei all der Aufregung machen mir auch eher unspektakuläre Aufgaben wie Kaffeekochen, Putzen oder die Eingabe von Daten die generelle Freude an der Tätigkeit für die Biol. Station nicht kaputt.

Neben den Kompetenzen, die sich direkt auf die Natur beziehen, ist das FÖJ an der BSKS auch ein guter Weg, soziale Kompetenzen wie das direkte, offene Zugehen auf Menschen sowie das Sprechen vor größeren Gruppen zu erwerben. Dies geschieht über die aktive Vermittlung von Naturwissen, wenn ich zum Beispiel Besucher im Infozentrum der Biol. Station betreue. Aber auch wenn ich eigenständig saisonale Wanderungen für Gruppen durchführe, vor allem die abendlichen Fledermauswanderungen. Auch hier wird man nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern erhält zahlreiche Möglichkeiten, sich die Grundlagen über Informationsmaterial und Gespräche mit erfahrenen Mitarbeitern anzueignen, bevor man tatsächlich auf sich allein gestellt ist.

Insgesamt empfinde ich mein FÖJ bei der BSKS als eine große Bereicherung meines Lebens und meiner Person. Ich kann es jedem jungen Menschen, der sich von der Beschreibung der Stelle angesprochen fühlt, wärmstens ans Herz legen.

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