Youtube-Kanal „Finanzchecker“: Finanzwissen für Jugendliche

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Was ist die „Schufa“? Wie funktioniert ein Ratenkredit und was bedeutet „IBAN“? Und wann braucht man eine Auslandskrankenversicherung? All dies erklären Bank- und Versicherungs-Azubis von einer Nürnberger Berufsschule in ihren Videoclips. 

Alle Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass die meisten Jugendlichen in unserem Land nur wenig Ahnung von Wirtschaft und Finanzen haben, obwohl dies für ihr eigenes Leben so entscheidend wäre, wie die zunehmende Verschuldungsrate junger Haushalte beweist.

Neuere Umfragen zeigen allerdings auch, dass die meisten Jugendlichen dieses Defizit selbst verspüren und gerne mehr über Finanzen wissen möchten – ja, sie sprechen sich sogar für mehr wirtschaftliche Inhalte im Schulunterricht aus.

Wie aber erreicht man Jugendliche im digitalen Zeitalter? Alles deutet darauf hin, dass nicht etwa Informationen von Unternehmen, sondern Tipps und Erklärungen von scheinbar neutralen Privatpersonen für Jugendliche derzeit die höchste Glaubwürdigkeit und Akzeptanz genießen. Nur Erklärvideos im Stile von Explainity und Kaufberatungen von Jugendlichen, sog. Shopping Hauls, wirken unverfälscht, authentisch und wahr. Nur sie wirken auf Jugendliche überzeugend und glaubwürdig.

Genau aus diesem Grunde haben die Macher von „Finanzchecker“ ihre Finanz-Infos für andere Jugendliche als Videoclips konzipiert. Im Mittelpunkt des Webangebotes steht ein YouTube-Kanal mit Videos über Versicherungen, Kredite, Geldanlagen und allgemeinen Themen wie Schufa, Kontoführung, IBAN usw. Alle Filme wurden von unseren Azubis selbst geplant, gedreht und bearbeitet.

Dazu kommt eine Website mit Wissenstests, Untersuchungen zum Finanzwissen von Jugendlichen und Empfehlungen zur Durchführung eigener Schulprojekte zum Thema Finanzen. Flankierend hierzu informiert eine Facebookseite über Neuigkeiten rund um das Projekt und das Finanzwissen von Jugendlichen in Deutschland.

Das Projekt „Finanzchecker“ hat damit ein Informationsangebot für finanzunkundige aber internetaffine Jugendliche in Deutschland geschaffen. Es ist aber zugleich ein praktisches Experimentierfeld, wie Finanzinstitute heute ihre Kunden von morgen erreichen können. Die Azubis haben unterschiedlichste Videoformate produziert und Jugendliche im Anschluss befragt, welche Filme sie am besten finden. Auch diese Evaluationsergebnisse findet man auf der Website.

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Von daher ist es vielleicht dann doch nicht ganz so überraschend, dass die Nürnberger Azubis mit ihren Angeboten unter „Finanzchecker“ jetzt schon seit Monaten bei Google auf Seite 1 und bei YouTube sogar auf Platz 1 liegen, und das trotz stark professioneller Konkurrenz von Banken und Versicherungen. Die gleichnamigen Werbefilme von Heiner Lauterbach für eine Versicherungsagentur und Jürgen Vogel für eine App der Sparkassen liefen sogar wochenlang im Fernsehen. Dennoch haben es die jugendlichen „Finanzchecker“ geschafft haben, diese bekannten Namen mit unseren low- budget-Videos im YouTube-Ranking hinter uns zu lassen.

Internetseiten und Videoclips sind selbstverständlich kostenlos und werbefrei.

An dem Webangebot haben insgesamt sechs Projektgruppen aus vier Bank- und Versicherungsklassen mitgearbeitet. Weitere Erklärfilme von neuen Schulklassen sind an der Kaufmännischen Berufsschule 4 Nürnberg bereits in Arbeit.

Wie kann man Website und Videoclips im Unterricht nutzen?

  • Als kurzer interesseweckenden Impuls zum Einstieg in den Unterricht (z.B. Riesterrente)
  • Als Erklärfilm zum Thema (z.B. Ratenkredit, Schufa oder Dispositionskredit)
  • Als Erfolgskontrolle (z.B. Online-Test zum Ratenkredit unter „Finanzführerschein“)
  • Als Motivation für eigene Filme und Projekte (z.B. mit den Tipps zum Anfertigen eigener Erklärfilme unter „Über uns/Filmaufnahmen“ oder Durchführung von Infoveranstaltungen zu Finanzthemen in Nachbarklassen unter „Finance Lessons“)
  • Als Theorie-Input für eigene Projekte (z.B. Tipps für Schüler zur Durchführung eigener Projekte unter „Über uns/Projektmanagement“).

Das Webangebot von „Finanzchecker“ wurde am 15.09.2016  von den über 300 Teilnehmer/innen des Bildungskongresses der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin mit überwältigender Mehrheit zum besten Bildungsprojekt des Jahres im Bereich beruflicher Erstausbildung gewählt und mit dem „Innoward 2016“ ausgezeichnet. Der Innoward-Bildungspreis ist der renommierteste Preis des deutschen Versicherungsgewerbes und wird i.d.R. nur an Projekte von Unternehmen vergeben.

Ungewöhnlich ist auch, dass eine Raiffeisenbank aus Baden-Württemberg an dem Vorhaben so viel Gefallen fand, dass sie der Nürnberger Projektgruppe ihre Domain „finanzchecker.de“ für zwei Jahre lang kostenlos überlassen hat.

Der Innoward-Bildungspreis ist der renommierteste Preis des deutschen Versicherungsgewerbes und wird i.d.R. nur an Projekte von Unternehmen vergeben.

Die Videos können zum Unterrichtseinstieg oder zur Recherche verwendet werden. Natürlich könnte es auch ein Impuls sein, eigene Videoclips oder Erklärfilme zu erstellen. Zu den Videoclips gibt es auch die passenden Online-Tests. Weitere Videos zu Versicherungen, Geldanlage und Einkommensteuer sind in Vorbereitung.

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