Menschen sprechen zu leise über wichtiges, zu laut über unnötiges, zu viel über andere, zu wenig miteinander, und zu oft ohne nachzudenken.

Geomatikerin – mein Erfahrungsbericht

28. November 2017
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Die beiden ehemaligen Auszubildenden zum/zur Geomatiker/in Frau Kleefisch und Herr Güllenstern. Foto: Bezirksregierung Köln

Ich habe meine Ausbildung zur Geomatikerin bei der Bezirksregierung [Köln] absolviert.

Viele kennen diesen Beruf überhaupt nicht, so ging es mir zunächst auch. Ich hatte in der Schule immer großen Spaß an Erdkunde und Mathe und bin dann über Umwege auf die Ausbildung aufmerksam geworden.

Die Beschreibung sagte mir sofort zu: Daten verarbeiten, analysieren und daraus dann Karten gestalten, das hat mich angesprochen.

Zu Beginn der Ausbildung lernt man zunächst viel über die Vermessung, in der Berufsschule sitzt man im ersten Lehrjahr auch mit Vermessungstechnikern in einer Klasse. Dabei versteht man, warum Daten so genau erfasst werden müssen und mit welchen Geräten man sie misst. Wenn ein Vermesser es z.B. bei der Grenzeinmessung nicht ganz so genau nehmen würde, gäbe es oft Streit unter Nachbarn, weil keiner wüsste, wo das eigene Grundstück endet.

Draußen im Außendienst messen, das macht ein Geomatiker aber in der Regel nicht. Daher trennen sich die Ausbildungen auch nach dem ersten Lehrjahr und bei uns kommt ein Großteil an Informatikgrundlagen dazu. Unser Job ist es, die gemessenen Koordinaten am PC zu verarbeiten. Das kann zum Beispiel nur die grafische Darstellung in Form einer Karte sein, oft ist es aber auch die Einarbeitung in große Datenbanken, in denen man die Daten verschneidet, zusammenfügt oder mit Merkmalen befüllt.

Was mir besonders Spaß macht an der Arbeit ist, dass jedes Projekt ein völlig neues Thema beinhaltet, in das man sich im Laufe der Zeit einarbeiten kann. Während meiner Ausbildung habe ich unter anderem bei Projekten im Bereich Hochwasserschutz, Baumkataster, Bevölkerungsstatistiken, Verkehr, etc. mitgearbeitet. Immer wieder erhält man Einblick in einen neuen Fachbereich.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, der Unterricht findet blockweise für jeweils ca. einen Monat in der Berufsschule statt. Bei der Abschlussprüfung ist die Besonderheit, dass wir neben den „normalen“ schriftlichen und mündlichen Prüfungen auch noch einen praktischen Teil haben, in denen wir unseren Umgang mit den Fachprogrammen anhand einer umfangreichen Aufgabenstellung beweisen müssen. Ergebnis ist dabei fast immer eine Karte.

Spaß an der Arbeit mit dem PC sollte man unbedingt mitbringen, und auch ein gutes räumliches und mathematisches Verständnis ist wichtig. Zudem braucht es für die Präsentation der ausgewerteten Daten oft auch Kreativität und einen Blick für Ästhetik, damit die Karte das Richtige vermittelt und dabei auch gut aussieht.

Arbeitgeber können z.B. Behörden sein, sie kümmern sich um die Standarddaten im Bereich der Geoinformation, mit denen dann alle Beteiligten arbeiten können. Ansonsten kommen Ingenieurbüros, Versorger, Marketingfirmen oder auch Versicherer in Frage, die diese Daten dann zu ihrem Nutzen weiterverarbeiten. Eine Aufgabe für Geomatiker wäre hierbei zum Beispiel, den optimalen neuen Firmenstandort anhand verschiedener Faktoren wie Verkehrsanbindung, Innenstadtnähe, Gewerbegebiet oder Bevölkerung durch eine räumliche Analyse zu ermitteln.

Der Erfahrungsbericht zur Geomatikerin wurde erstellt von Frau Kleefisch

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Veröffentlicht am 28.11.17

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Wie sagte schon Bacon: „Wissen ist Macht!“
*Francis Bacon, 1561 - 1625, Philosoph & Jurist
 

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