Jugendstudie 2018 Bankenverband

Dass von der Jugend Wohl und Wehe eines Landes abhängt, ist vielleicht etwas übertrieben, aber andererseits auch nicht ganz falsch. Wie es um die junge Generation steht, welche Interessen und Präferenzen, aber auch welche Befürchtungen sie hat, sollte die Gesellschaft jedenfalls nicht nur anlässlich des Internationalen Tags der Jugend an diesem Sonntag interessieren. Die aktuelle Jugendstudie des Bankenverbands wirft einige Schlaglichter auf Befindlichkeiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland, ihre ökonomischen Kenntnisse und ihre Einstellungen zu Banken und Finanzen. 

Ein ambivalentes Ergebnis sticht sofort ins Auge: Den jungen Menschen in Deutschland geht es materiell immer besser, aber sie nehmen das keineswegs auch so wahr. Durchschnittlich verfügen die befragten 14- bis 24-Jährigen nach ihren eigenen Angaben über 731 € monatlich – und damit über rund 20 Prozent mehr Geld als vor drei Jahren, als der Mittelwert noch 607 € betrug. Gleichzeitig bezeichnen aber aktuell ihre wirtschaftliche Lage nur noch 47 Prozent der jungen Leute als „gut“, bei der letzten Jugendstudie waren es noch 60 Prozent gewesen.

Verunsicherung trotz finanziell guter Ausstattung

Trotz der finanziell besseren Ausstattung scheint in der jüngeren Generation damit eine gewisse Verunsicherung spürbar, die sich auch bei Lebenszufriedenheit und Zukunftsoptimismus widerspiegelt. So ist der Anteil der jungen Leute, die mit ihrem Leben eher „zufrieden“ sind, im selben Zeitraum von 93 auf aktuell 85 Prozent gesunken. Ein ähnlicher Befund beim Zukunftsoptimismus: Optimistisch in die Zukunft blicken ebenfalls noch 85 Prozent der jungen Leute, nach 90 Prozent vor drei Jahren; der Anteil der pessimistisch Gestimmten hat von 9 auf 15 Prozent zugenommen.

Die Jugend ist digital unterwegs – und wird dabei unvorsichtiger

Was wäre die junge Generation heute ohne Internet? Es wird von ihr intensiv genutzt – zur Unterhaltung, für soziale Kontakte, zur Informationsgewinnung oder zum Shoppen oder Online-Banking. Letzteres verzeichnet sogar den größten Zuwachs: von 35 Prozent auf 70 Prozent ist der Anteil der Online-Banker unter den jungen Leuten in den letzten drei Jahren nach oben geklettert.

Gerade für die Jugend spielen die Sozialen Medien eine herausragende Rolle. Zwei Drittel nutzen sie mehrfach täglich, ein weiteres Viertel mindestens einmal am Tag. Hoch im Kurs stehen vor allem WhatsApp (95 Prozent), Facebook (71 Prozent), Instagram (68 Prozent) und Snapchat (46 Prozent).

Junge Leute wollen mehr zu Wirtschaft wissen 

Erschreckend genug: 71 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sagen, dass sie in der Schule nicht viel bis gar nichts über Wirtschaft lernen bzw. gelernt haben. Dabei wollen sie genau das! 84 Prozent wünschen sich mehr Informationen über wirtschaftliche Zusammenhänge in der Schule. Zwei Drittel fordern sogar die Einführung eines eigenen Schulfachs „Wirtschaft“. Ein klarer Appell an die Politik, auf diesem Feld schneller voranzuschreiten. Denn beim Schulfach Wirtschaft gibt es zwar Fortschritte in einzelnen Bundesländern, ein flächendeckendes, eigenständiges Schulfach gibt es bisher aber noch nicht.

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