SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht. Der Medienratgeber für Familien

Foto: SCHAU HIN!
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Medien spielen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle. Viele Eltern sehen sich aber angesichts der rasanten Entwicklungen und des stetig wachsenden Angebots vor neuen Herausforderungen bei der Medienerziehung ihrer Kinder. Sie fragen sich: Wie kann ich mein Kind dabei unterstützen, dass es Smartphone, Konsole & Co. altersgerecht und sicher nutzt?

Aus diesem Grund engagieren sich seit 2003 vier Partner bei „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, dem Medienratgeber für Familien: das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie die Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Das gemeinsame Ziel der Partner von SCHAU HIN! ist es, Eltern mit Kindern zwischen drei und 13 Jahren dabei zu unterstützen, ihren Nachwuchs im Umgang mit Medien stark zu machen. Denn Eltern können viel dazu beitragen, dass ihre Kinder lernen, Medien mit Freude, aber auch gefahrlos zu nutzen.

Cybermobbing – Terror im Netz

Beleidigungen und Ausgrenzungen unter Kindern und Jugendlichen im Netz stellen ein großes Problem dar. Cybermobbing ist weder räumlich noch zeitlich begrenzt, Inhalte verbreiten sich extrem schnell und sind nicht kontrollierbar, da sie von Nutzern gespeichert, verändert und an anderer Stelle erneut hochgeladen oder weiterversendet werden können. Die Hemmschwelle beim Cybermobbing ist niedrig, weil die Täter nicht mit der unmittelbaren Reaktion des Opfers konfrontiert werden und oft versteckt im vermeintlichen Schutz der Anonymität handeln, wodurch Betroffene nicht immer wissen, wer hinter den Attacken steckt.

Wie funktioniert Cybermobbing?

Beim Cybermobbing werden andere dauerhaft und gezielt durch elektronische Medien beleidigt, bloßgestellt und bedroht. Über soziale Netzwerke, Websites und Videoportale oder per Handy werden beispielsweise peinliches Bildmaterial und Gerüchte verbreitet oder Fake-Profile angelegt. Beiträge werden beleidigend kommentiert, über private Kommunikationswege erhalten Opfer Beleidigungen und Bedrohungen. Auch das bewusste Ausschließen z.B. aus WhatsApp-Gruppen einer Schulklasse kann hierunter gefasst werden.

Wie reagieren Kinder auf Cybermobbing?

Kinder, die betroffen von Cybermobbing sind, können ganz unterschiedlich reagieren: Einige sind eingeschüchtert und ziehen sich zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Sie nutzen Computer und Internet weniger oder machen das Gerät sofort aus, wenn Eltern und Freunde in die Nähe kommen. Andere reagieren aggressiv oder werden krank.

Oft blocken Betroffene von Mobbing Gespräche über die daraus resultierenden Verhaltensänderungen oder sonstige Auffälligkeiten konsequent ab, spielen sie herunter, reagieren mit Scham oder weichen den Fragen aus.

Sind “klassisches” Mobbing und Cybermobbing miteinander verbunden?

Analysen der TU Berlin zeigen, dass Online- und Offline-Verhalten eng miteinander verbunden sind: Die sozialen Erfahrungen im Schulalltag und die Aktivitäten der Jugendlichen im Internet sind häufig nicht voneinander zu trennen, sondern wirken sich aufeinander aus (z.B. die ganze Klasse lacht über einen Schüler, der auf einem peinlichen Video im Internet zu sehen ist). Cybermobbing und Schulhof-Mobbing ergänzen sich also wechselseitig.

Was können Eltern und Erziehende tun?

Konflikte zwischen Heranwachsenden sind normal. Schwierig wird es, wenn sie online über Beleidigungen und Abwertungen ausgetragen werden. Bei Cybermobbing handelt es sich um ernstzunehmende Attacken, die bei dem Opfer oft seelische Verletzungen verursachen und strafbar sind. Es ist wichtig, dass Eltern sich darüber informieren, aufmerksam sind und Verhaltensregeln im Netz mit ihrem Kind besprechen. Es geht darum deutlich zu machen, welche Folgen Cybermobbing haben kann und dass Kinder und Jugendliche sensibilisiert werden, sich für andere einsetzen. Dabei hilft eine gemeinsame Haltung gegen Mobbing.

  • Respekt vermitteln: Hinter jedem Nutzer stehen echte Menschen – ein höflicher Umgang gilt auch in Chats.
  • Courage zeigen: Werden andere online gemobbt, können Kinder auch selbst Courage zeigen und sich gegen Hetze aussprechen und für andere einzusetzen. Behutsam vorgehen, um sich nicht selbst zu gefährden.
  • Vertrauensbasis schaffen: Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind das Internet entdecken und über mögliche Gefahren wie Belästigungen bereits im Vorfeld sprechen. Das Kind sollte das Gefühl haben, zu jeder Zeit mit seinen Eltern über alle Erfahrungen im Internet reden zu können und Unterstützung zu erhalten.
  • Verständnis zeigen: Sensibel und verständnisvoll auf mögliche Veränderungen des Kindes reagieren. Falls Eltern konkrete Schritte unternehmen wollen, ist es sinnvoll, diese mit dem Kind zu besprechen und es in ihre Lösungsversuche einzubeziehen.
  • Nicht bestrafen: Ein Handy- und Internetverbot ist nicht sinnvoll. Cybermobbing ist in der Regel nicht einem Fehlverhalten des Kindes geschuldet, auch unabhängig von der eigenen Internet- und Handynutzung können Inhalte über die betroffene Person veröffentlicht werden.
  • Schule kontaktieren: Hilfreich kann es auch sein, die Schule des Kindes anzusprechen, damit Cybermobbing im Unterricht zum Thema gemacht wird.

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