Schülerprojekt “Chemie zum Anfassen” – Fachhochschule Merseburg

Denken Kinder und Jugendliche an Chemie, so hört man oft folgende Worte: Chemie stinke, sei umwelt- und gesundheitsschädlich sowie schwerverständlich durch langweilige Vorträge oder komplizierte Formelschemata.

Ursache für die ablehnende Haltung der Schüler lässt vor allem mit folgenden Fakten begründen:

  • ein zu später Einstieg in die naturwissenschaftliche Bildung
  • oftmals mangelhafte Präsentation der Lehrinhalte

Es muss ein lebendiges Bild von der Chemie vermittelt werden, denn man trifft sie nicht nur im Schwierigen und Komplizierten. Chemie kann man in den Dingen finden, die uns täglich umgeben. Arzneimittel, Textilien, Farbstoffe, Kunststoffe, Kosmetika und Duftstoffe oder Waschmittel bereichern unser Leben. Und kaum ein Unterrichtsfach bietet so viele Möglichkeiten, Theorie und Praxis aufs engste miteinander zu verbinden und den hohen Lerneffekt durch eigene Erfahrungen beim Experimentieren auszunutzen.

Was kann man gegen die Defizite in der naturwissenschaftlichen Bildung tun und wie kann man die Lehrer so aus- und fortbilden, dass sie zur Vermittlung chemischer Kenntnisse durch entdeckendes Aneignen von Zusammenhängen befähigt werden?

Einen Weg zeigt das Schülerprojekt „Chemie zum Anfassen“ des Deutschen Chemiemuseums an der Fachhochschule Merseburg auf, indem es Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 20 Jahren eine lebendige, an den Alltagserfahrungen von Schülern anknüpfende Vermittlung der Chemie durch selbständiges Experimentieren ermöglicht.

Seit 1997 haben fast 20.000 Besucher aus zahlreichen Bundesländern – davon allein im Jahr 2002 ca. 5000 – ihr Wissen über die Chemie durch experimentelles Arbeiten erweitert und festgestellt, dass Chemie Spaß machen kann.

Das Schülerlabor verfügt über einen mit modernster Technik ausgestatteten Vortrags- und Mehrzweckraum, zwei Laborräumen mit je 32 Arbeitsplätzen, ein PC- Kabinett mit Platz für 16 Schüler und einem Lehrer sowie einem separaten Vorbereitungsraum.

Gefördert wird das Projekt seit Jahren u.a. durch Dow Chemical/ Buna Sow Leuna Olefinverbund GmbH und TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland GmbH.

Lehrende und Lernende können in einem Themenkatalog mit 33 Experimentalreihen unter ca. 500 Versuchen auswählen.

Die Aufenthaltsdauer reicht von Halbtagsprogrammen bis zu Projektwochen. Komplexprogramme erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Vorträge, Besichtigungen im Technikpark des Chemiemuseums, Praktika und Vorlesungsbesuche in allen Fachbereichen der Fachhochschule, Betriebsrundfahrten bei BSL und TOTAL sowie Informationen über das Studium an der FH werden organisiert.

Schülergruppen, die mehrere Tage an der FH verbringen, werden in der Nähe des Campus untergebracht.
Das Schülerprojekt bietet den Schulen aber noch weitere vielfältige Angebote zur Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten:

  • Die Schulen werden bei der Durchführung des Wahlpflichtfaches Chemie und Biologie durch das Angebot spezieller Praktika und Ferien –Trainingskurse unterstützt.
  • Zweiwöchige berufsorientierende Praktika sollen den Schülern bei der Wahl des Ausbildungsberufes und des Studienfaches helfen.
  • Kinder und Jugendliche werden bei der Organisation und praktischen Umsetzung von Wettbewerben, wie „Jugend forscht“, „Chemkids“, “Chemie- die stimmt!“ usw., unterstützt. Besonderes Interesse gilt der Zusammenarbeit mit dem Förderverein Chemieolympiade e.V..
  • Für chemieinteressierte Jugendliche finden 14tägig Arbeitsgemeinschaften statt.
  • In allen mindestens einwöchigen Schulferien werden ganztägige Praktika speziell für junge Frauen angeboten, um deren Anteil unter den Studienanfängern zu erhöhen.
  • Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Gymnasien, die sich einer verstärkt naturwissenschaftlichen Ausbildung und damit der Förderung einer Elite widmen
  • Begeisterung und Interesse für die Chemie durch einen modernen, mit Experimenten interessant gestalteten Unterricht wecken – dies ist die vordringliche Aufgabe der Lehrenden. Deshalb werden u.a. Fortbildungsveranstaltungen für Fachmoderatoren der Sekundarschulen und Gymnasien mit einem breiten Anwendungs- und Praxisbezug durchgeführt. Die Veranstaltungen wurden z.T. Besonderes Interesse besteht an den Themen „Oberflächengewässer“, „Arzneistoffe“, „Ammoniak“ und „Kunststoffe“.

Kaum ein Schüler oder Lehrer verlässt die Veranstaltungen mit der Bemerkung – uninteressant, langweilig, nichts gelernt. Die beste Werbung für das Schülerprojekt ist die durch die Lehrer und Schüler selbst, welche unser Projekt bereits vor Ort erlebt haben und uns weiterempfehlen sowie regelmäßig wiederkommen.

Mehr über unser Experimentallabor findet man unter

www.chemie-zum-anfassen.de

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