Studieren in Fernost

Wie fern ist der Osten wirklich? Fest steht, dass sich noch immer viele Schüler aus Köln, Augsburg und Wuppertal nicht vorstellen können, nach dem Abi in die neuen Bundesländern (die ja gar nicht mehr so neu sind) zu gehen.

Wie lebt es sich in Leipzig, Eberswalde und Wismar? Wo liegt das überhaupt? Warum lohnt es sich, dort zu studieren? All das und vieles mehr möchte „Studieren in Fernost“ vermitteln.

Zum Hintergrund – Abiturienten gesucht

Mit einer länderübergreifenden Kampagne über einen Zeitraum von fünf Jahren wollen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bundesweit auf ihr Hochschulangebot aufmerksam machen. Das Angebot richtet sich vor allem an studierwillige Schülerinnen und Schüler in den westlichen Bundesländern.

Überfüllte Hochschulen im Westen

Die Universitäten und Fachhochschulen in Westdeutschland sind bereits heute überlastet und werden aller Voraussicht nach schon in wenigen Jahren aus allen Nähten platzen. Besonders für die Jahre 2011 bis 2014 rechnen Experten mit einem Massenandrang, dessen Auswirkungen voraussichtlich noch bis 2020 zu spüren sein werden. Das liegt auch am demografischen Wandel: Während die Geburtenzahlen in Ostdeutschland nach dem Mauerfall stark zurückgegangen sind, gibt es in Westdeutschland durchaus noch geburtenstarke Jahrgänge.

Viel Platz im Osten

Zusätzlich verdoppelt sich die Zahl der Schulabgänger in den westlichen Ländern über mehrere Jahre. Ursache ist die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf 12 Jahre. Die Lösung des Problems liegt in Ostdeutschland: Die dortigen Universitäten und Fachhochschulen verfügen über eine hervorragende Ausstattung und beste Bedingungen. Und es gibt vor allem viel Platz für neue Kommilitoninnen und Kommilitonen aus dem Westen. Von der Entlastung der westdeutschen Lehranstalten profitiert die Hochschullandschaft in ganz Deutschland.

Ein Pakt für den Ausgleich

Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer gerechteren Auslastung sind Bund und Länder im Juni 2007 mit dem „Hochschulpakt 2020“ gegangen. Er soll alle Lehr- und Forschungsanstalten stärken und sie vor allem auf die erhöhte Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger aus den westlichen Bundesländern vorbereiten. Bis zum Ende der ersten Programmphase Ende 2010 können sich gut 91.000 Studentinnen und Studenten mehr als im Richtjahr 2005 immatrikulieren. Dafür haben Bund und Länder rund 565 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die ostdeutschen Länder verpflichten sich in dem Hochschulpakt, ihren Beitrag für konstante Studienanfängerzahlen zu leisten und diese bis 2010 trotz des demografischen Wandels auf dem Niveau des Jahres 2005 zu halten.

Im Juni 2009 wurde die Fortsetzung des Pakts bis 2015 beschlossen. Damit soll auch von 2011 bis 2015 den insgesamt zu erwartenden 275.000 zusätzlichen Studienanfängern ein qualitativ hochwertiges Studium ermöglicht werden. Der Bund stellt den Ländern dafür insgesamt rund 4,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Die neuen Länder haben sich verpflichtet, weiterhin Studienanfängerplätze über ihren eigenen Bedarf hinaus anzubieten.

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